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Nutzen 01/2020 Ausgabe NordOst

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Wir hoffen, dass Ihnen die zwölfte Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände gefällt und es Ihnen NUTZEN bringt. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Schreiben Sie uns an nutzen@vdmno.de Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

den und die Abweichungen

den und die Abweichungen sind unter einem Licht feststellbar und unter einem anderen Licht nicht, dann wirkt sich die sog. Metamerie aus. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet "bedingt gleich". Solche Abweichungen treten dann auf, wenn die zu vergleichenden Proben mit unterschiedlichen Farbmitteln hergestellt wurden. Die Ursache für visuelle Abweichungen kann also sowohl drucktechnisch bedingt sein, als auch der Metamerie geschuldet sein. Beides kann sich überlagern. Ein Proofdrucker bspw. druckt im Vergleich mit dem Offsetdruck nicht nur mit Tinten, im Proof würde bspw. ein neutraler Ton auch anders aufgebaut werden. Vergleicht man Proof und Druck unter verschiedenen Lichtquellen, so können sich die Reflexionsspektren beider Proben je nach Lichtquelle mehr oder weniger stark unterscheiden. Beispielhaft ist das in Abb. 4 zu sehen. Die visuelle Auswirkung verdeutlicht der Direktvergleich von Proof und Druck unter gleichem Licht [Abb. 5]. Doch ist die schlechte Übereinstimmung nun im Druck begründet oder hat das Licht den größeren Anteil? Für die Beantwortung dieser Frage muss der Remissionsverlauf eines Musters bekannt sein, so wie es bei den 14 Testfarben Abb. 3: Vergleich der spektralen Strahlungsverteilung von natürlichem Tageslicht im Vergleich mit einem D50 Abstimmplatz im Drucksaal. Die Spektren beruhen auf zwei echten Lichtmessungen in einer Druckerei. der DIN der Fall ist. Unter dieser Voraussetzung kann ein Rechenprogramm die metameren Abweichungen berechnen, die sich bei der Abmusterung mit verschiedenen standardisierten oder gemessenen Lichtarten ergeben. Man spricht dann vom sog. Metamerieindex, der in einem Delta-E Farbabstand ausgedrückt wird. Sollte es also vorkommen, dass Proof und Druck an einem Abstimmplatz trotz PSO-konformer Herstellung visuell voneinander abweichen, dann kann eine Berechnung von Metamerieeffekten zwischen D50 und dem installierten Licht durchgeführt werden, um zu einer Bewertung des installierten Lichts zu kommen. Abb. 2: Berechnung der Farbwiedergabeindizes aller 14 DIN- Testfarben aus den Spektraldaten einer D50-Beleuchtung an einem Offset-Leitstand. Alle Testfarben außer R9 erreichen einen Farbwiedergabeindex von mehr als 90. Proof und Druck: zur Rolle der optischen Aufheller Ein natürliches Tageslicht beinhaltet alle Wellenlängen zu etwa gleichen Anteilen, auch im UV-Bereich. Für das 2009 revisionierte Normlicht wurde der UV-Anteil angehoben und somit der idealen D50-Normlichtbedingung angeglichen. Die metameriebedingten Farbabweichungen bei der Betrachtung unter diesem neu definierten Normlicht im Vergleich zum natürlichen Tageslicht werden somit reduziert. In der Praxis führt dies jedoch dann zu Problemen, wenn Proofsubstrat und Auflagensubstrat durch einen sehr unterschiedlichen Grad an optischen Aufhellern (OBA) gekennzeichnet sind. Denn diese werden durch den erhöhten UV-Anteil des Lichts stärker angeregt. OBA-haltige Substrate wirken kälter. Die Unterschiede zwischen Substraten mit unterschiedlichen OBA-Anteil werden unter diesem Licht sehr deutlich. Einzige Lösung ist, für vergleichbare OBA-Anteile in beiden Substraten zu sorgen. Deshalb sind inzwischen OBA-haltige Proofpapiere üblich. Ein Herausfiltern der UV-Anteile durch Filterscheiben am Abstimmplatz so- X // 01/2020

wie das Einschalten eines UV-Sperrfilters am Messgerät (Messmodus M2) mag die optischen Aufheller zwar trotz unterschiedlich aufgehellter Substrate beherrschbar machen, aber spätestens bei der Abmusterung unter Tageslicht treten die Unterschiede dann trotzdem zu Tage. Mit der Applikation von UV-Filtern würde man sich leider von der Vergleichbarkeit mit natürlichem Tageslicht verabschieden und de-facto Laborbedingungen schaffen. Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung, Streulicht Ein Abstimmplatz sollte gleichmäßig mit 2.000 Lux ausgeleuchtet sein, plus/minus 500 Lux. Für die Beurteilung der Gleichmäßigkeit wird die Fläche des Abstimmplatzes in Höhe und Breite in jeweils drei gleich große Abschnitte unterteilt, sodass neun gleich große Teilflächen entstehen. Jeweils in der Mitte jeder Teilfläche wird die Beleuchtungsstärke gemessen, die die genannten Toleranzen einhalten sollte. Das einfallende Umgebungslicht sollte nicht mehr als 10 Prozent der Beleuchtungsstärke am Abstimmplatz ausmachen. Hierfür kann eine einfache Vergleichsmessung bei eingeschalteter und ausgeschalteter Normlichtquelle vorgenommen werden. Fazit Ist die Proof-zu-Print Abstimmung an einem Abstimmplatz schwierig, kann mitunter das installierte Licht die Ursache dafür sein. Mit einem professionellen Messgerät und den passenden Bewertungsmethoden lässt sich gut feststellen, ob das Licht die Ursache ist oder nicht. Sprechen Sie uns an, wenn wir Sie unterstützen können. Abb. 4: Spektraler Reflexionsgrad eines identischen grau-braunen Farbtons unter derselben Lichtart für Prüfdruck und Druck. Die unterschiedlichen Farbmittel führen zu unterschiedlichen Spektren. Abb. 5: Im Bild zu sehen sind Proof (rechts) und Auflagendruck (Mitte, links) eines Druckjobs mit einer homogenen Fläche, bestehend aus Anteilen von C, M und Y. Die Fläche ist nicht nur schwierig homogen zu drucken, sondern auch anfällig für Metamerieeffekte. Unter verschiedenen Lichtsituationen wirkten Proof und Druck sehr unterschiedlich zueinander. 01/2020 // XI

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