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NUTZEN 02/2021 Ausgabe NordOst

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Hier halten Sie digital die neuste Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände in den Händen! Es dreht sich diesmal alles um "Mahlzeit!". In der Titelstory finden Sie alles rund um Genuss. Gute Kochbücher und gutes Essen haben diesen großartigen gemeinsamen Nenner! Wie gewohnt finden Sie die Rubrik “Print kommt an” und drei Firmenporträts, Die unter den Stichworten “Der Nutzen”, “Die Firma” und “Die Profis” Unternehmen aus der Mitgliedschaft vorstellen. Die Bilderstory “Unterwegs mit …” hat sich diesmal auf ungewohntes Terrain begeben. Lassen Sie sich überraschen ... In unserem Regionalteil schlagen wir für Sie unter dem Titel “Du wirst bald 70 – genieß es”, die Brücke zum Genuss. Zusätzlich finden Sie den "Der Ort für Ihre Visionen", wir begrüßen unsere neuen Mitglieder herzlich und informieren Sie über Beratungsangebot zum Blauen Engel und ein Mergers & Acquisitions-Portal für die Druckbranche. Der Printausgabe liegt das Programm der Print-Academy.de für das dritte Quartal 2021 bei. Sie kennen die Print-Academy.de noch nicht, dann schauen Sie mal vorbei www.print-academy.de. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Möchten Sie Ihr Unternehmen auch im NUTZEN präsentieren? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de!

NUTZEN

NUTZEN MAHLZEIT Keine Dose ohne Print „Dosenfutter“, vor allem Ravioli, legt seit der Coronakrise ein ungeahntes Revival hin. Davon profitiert auch die Druckindustrie. Denn ohne Banderole wäre diese 1958 von Maggi erfundene Schnellmahlzeit nicht vom Graupeneintopf zu unterscheiden (den mag ja nicht jeder). Wer Lebensmittel einkauft, ist auf die Informationen auf Dosen, Verpackungen oder am Produkt selbst angewiesen. Manche dieser Kennzeichnungen sind für alle Lebensmittel verpflichtend, andere nur für bestimmte Waren vorgeschrieben. Darüber hinaus können Hersteller freiwillige Angaben präsentieren. Für alle aufgeführten Informationen auf Lebensmitteln gilt: Sie müssen gut lesbar sein und mindestens in 1,2 Millimeter großer Schrift, bezogen auf das kleine „X“, gedruckt werden. Dabei versteht es sich von selbst, dass es nicht allein auf die gestochen scharfe Schriftgröße ankommt. Der Druck muss auf das Material, die Farbgebung oder Veredelungen präzise abgestimmt sein. Gilt es, hitzebeständig, tiefkühlfest oder resistent gegen Nässe oder Sonneneinstrahlung zu sein? Und wie lange muss das Etikett auf welchem Untergrund kleben bleiben? Erst, wenn all das exakt mit den Kunden definiert ist, winken optimale Ergebnisse. Im Idealfall also nicht nur gut lesbar, sondern auch ansprechend und appetitanregend. Bei einem Output von bis zu einer Million Etiketten in der Stunde ist das eine stolze Leistung. Neue Richtlinie für Flaschen Richtig kompliziert wird es für Drucker, wenn es um Kaltgetränke in Flaschen geht. Seitdem es gilt, die Flaschen wiederzubefüllen, statt sie einfach wegzuwerfen, stehen Abfüller und Druckereien vor enormen technischen Herausforderungen. Denn die Etiketten müssen nicht nur kleben, sondern sich möglichst problemlos wieder ablösen lassen. Das wünscht man sich von Preisschildern auf Tassen oder Tellern zwar auch, aber im Zweifel wird halt verärgert eine Weile hin und her gekratzt, bis sie rückstandslos weg sind. Bei Getränkeabfüllern jedoch ist Tempo angesagt. Bis zu 60.000 Flaschen werden pro Stunde abgefüllt und neu etikettiert. Das heißt, dass in rasender Geschwindigkeit auf jede Flasche Leim und das von der Druckerei produzierte Etikett aufgebracht werden. Jedes Etikett muss diesen Prozess in vergleichsweise warmer und feuchter Umgebung aushalten und dabei farbecht sein. Später sollen sich die Etiketten von den leeren Flaschen möglichst im Stück ablösen lassen und ihre Farbe darf – zum Schutz der Umwelt – nicht in die Reinigungslauge übergehen. Für diesen Prozess vereinbarten der Bundesverband Druck und Medien und der Deutsche Brauer-Bund im Jahr 1998 „Spezielle technische Lieferund Bezugsbedingungen (STLB) für Getränkeflaschen- Etiketten aus Papier“ – eine Richtlinie, die Getränkeherstellern und Druckereien die Zusammenarbeit erleichtert. Zurzeit arbeiten Brauereien und Etikettendrucker unter dem Dach ihrer Verbände an einer Neufassung der STLB. Ziel ist es, Vorgaben verlässlich an den heutigen Stand der Technik anzupassen. Denn ebenso wie in anderen Sparten der Druck- und Medienindustrie haben sich die Ansprüche an Gestaltung und Farbwiedergabe geändert, Produktionsprozesse und Prüfverfahren wurden weiterentwickelt und auch in diesem Markt geht der Trend hin zu mehr Produktvielfalt und damit kleineren Auflagen. Bilder: ShutterWorx-istockphoto.com; Arterra Picture Library / Alamy Stock Foto; ifeelstock / Alamy Stock Foto; mariusFM77-istockphoto.com 10 // 02/2021

NUTZEN MAHLZEIT 170.000 Fertigprodukte – und alle bedruckt Mit dem steigenden Anteil von Fertigprodukten im Lebensmittelhandel nimmt auch das Auftragsvolumen für die Druckindustrie zu. Bereits im Jahr 2019 bot der deutsche Lebensmittelmarkt 170.000 verschiedene Produkte an. 82 Prozent der Menschen in Deutschland bezeichnen Fertigprodukte als eine große Erleichterung im Alltag. Angesichts der Coronapandemie, also durch Homeoffice, Homeschooling, wegen geschlossener Restaurants und Kantinen, greifen Verbraucher sogar verstärkt auf Fertiggerichte zurück. Von Januar bis September 2020 wurden in Deutschland rund 1,1 Millionen Tonnen Fertiggerichte produziert. Das waren 4,9 Prozent oder knapp 50.300 Tonnen mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Den größten Zuwachs gab es bei den Gemüsefertiggerichten, wie etwa Gemüseeintöpfen, bei Tiefkühlpizzen oder -baguettes oder auch bei Fertiggerichten aus Teigwaren – und der Trend zeigt weiter nach oben. Angeschoben vom Erfindungsreichtum der Ernährungsindustrie, von neuen Wertevorstellungen der Verbraucher oder der „Versingelung“ von Hauhalten kommen jährlich rund 40.000 neue Produkte dazu. Und keines davon kommt ohne die Leistungen der Druckindustrie auf den Markt. Die Deckel für drunter Sie sind überall. Ob in einem Pub in Irland, einer Bar in Peru oder der Eckkneipe in Berlin. Bestanden Bierdeckel zunächst aus Filz, stanzte die Kartonagenfabrik und Druckerei Friedrich Horn in Buckau bei Magdeburg ab 1880 Bierglasuntersetzer aus Pappe und druckte verschiedene Motive auf. Damit avancierten die kleinen Nützlinge zu beliebten Werbeträgern, und die Auflage stieg schnell in die Milliarden. Heute gibt es ca. 300.000 verschiedene Bierdeckel weltweit. Die Webseite coaster.ch präsentiert rund 32.000 Modelle aus 175 Ländern. Es gibt sogar Bierdeckelsammler, auch Tegestologen genannt, die für besonders seltene Exemplare über tausend Euro zahlen. 02/2021 // 11