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NUTZEN 02/2021 Ausgabe NordOst

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Hier halten Sie digital die neuste Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände in den Händen! Es dreht sich diesmal alles um "Mahlzeit!". In der Titelstory finden Sie alles rund um Genuss. Gute Kochbücher und gutes Essen haben diesen großartigen gemeinsamen Nenner! Wie gewohnt finden Sie die Rubrik “Print kommt an” und drei Firmenporträts, Die unter den Stichworten “Der Nutzen”, “Die Firma” und “Die Profis” Unternehmen aus der Mitgliedschaft vorstellen. Die Bilderstory “Unterwegs mit …” hat sich diesmal auf ungewohntes Terrain begeben. Lassen Sie sich überraschen ... In unserem Regionalteil schlagen wir für Sie unter dem Titel “Du wirst bald 70 – genieß es”, die Brücke zum Genuss. Zusätzlich finden Sie den "Der Ort für Ihre Visionen", wir begrüßen unsere neuen Mitglieder herzlich und informieren Sie über Beratungsangebot zum Blauen Engel und ein Mergers & Acquisitions-Portal für die Druckbranche. Der Printausgabe liegt das Programm der Print-Academy.de für das dritte Quartal 2021 bei. Sie kennen die Print-Academy.de noch nicht, dann schauen Sie mal vorbei www.print-academy.de. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Möchten Sie Ihr Unternehmen auch im NUTZEN präsentieren? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de!

NUTZEN

NUTZEN MAHLZEIT Bilder: Zoonar GmbH / Alamy Stock Foto; Koldunov-istockphoto.com; bvdm/fuchs Das Geschäft mit dem Tee Stellt man mal ganz unbefangen die Frage, was Teetrinken mit drucken zu tun hat – fällt einem spontan nicht viel ein. Dabei ist das eine ohne das andere nahezu undenkbar. Neben schwarzem und grünem Tee, die von passionierten Teetrinkern oft lose gebrüht werden, präsentieren Supermärkte, Fachgeschäfte und Onlinehändler über 1.000 Sorten und Geschmacksrichtungen in Beuteln: vom Winterparadies über Hawaii Kiss bis zu Strawberry Cheesecake. Oft einzeln in Papiertütchen verpackt, mindestens aber mit einem kleinen Zettel am Bändchen versehen, auf das Marke und Geschmacksrichtung gedruckt sind. Die rund 129 Millionen Tassen Tee, die in Deutschland pro Tag getrunken werden, summieren sich in einem Jahr auf 47 Milliarden. Und selbstverständlich müssen auch die ansprechend gestalteten Schachteln perfekt bedruckt sein. Geschickte Marketingprofis geben den Produkten dann noch Namen wie tea’s finest FIT MIT TEE und bieten ein Geschenkset mit sechs – aromageschützten und bedruckten – Beutelchen zu je vier Gramm Tee für 9,99 Euro an. Das macht 412,50 Euro pro Kilo! Selbstverständlich sind in diesem Preis jedoch auch Druck- und Verpackungskosten enthalten. Aber es zeigt – ähnlich wie bei anderen aufwendig verpackten Premiumprodukten –, dass Hersteller und Verbraucher bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, wenn ein von ihnen angestrebter Gegenwert den Preis rechtfertigt. Im Onlineportal hieß es letztlich, dass die Sets vergriffen seien. Magazine machen Appetit Ebenfalls von Corona profitiert haben Special-Interest- Magazine im Bereich Food. Die Pandemie verursacht bei vielen Menschen neue Bedürfnisse, die sich auch in ihrem Leseverhalten niederschlagen. So legte nach Angaben von United Kiosk etwa das Magazin Chefkoch (Gruner + Jahr) rund ein Drittel an Reichweite zu; eine Million Leser werden für den Titel jetzt ausgewiesen. Bauers „Rezepte pur“ steigerte sich ebenfalls um knapp ein Drittel, dieser Titel rangiert jetzt bei 300.000 Lesern. „Einfach Hausgemacht“ verkaufte rund 35 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, und „Meine gute Landküche“ fand knapp 18.000 zusätzliche Käufer. Angesichts dieser Zahlen und der Vielzahl an Kochbüchern, die über die Ladentische gehen, stellt sich die Frage, wie gleichzeitig der Markt der Fertiggerichte boomen kann. Eine Erklärung wäre: Appetit holt man sich beim Lesen, gegessen wird aus der Packung. Die gute Nachricht für die Drucker ist dabei: Sie sind in jedem Fall mit von der Partie. Gut gerüstet für die Küchenschlacht Ob Restaurant, Bar oder Café: Bedruckte Schürzen sind überall in der Gastronomie ein hoch geschätztes Accessoire für das Personal. Sie verleihen den Teams ein einheitliches Äußeres und schützen die Kleidung vor Schmutz und Flecken. Und auch in privaten Küchen haben Kochschürzen ihr muffiges Blümchenmusterimage längst abgelegt. Bedruckt mit coolen Sprüchen oder personalisiert mit Fotos oder Namen stehen sie wieder hoch im Kurs. Vor allem als Geschenke für Hobbyköche und -bäcker boomen sie. Und in der warmen Jahreszeit kommen noch die Griller als starke Zielgruppe dazu, denn Grillen liegt voll im Trend. Das wissen nicht nur die Grillhersteller, wie Weber & Co. Kaum waren nach dem Lockdown im Winter die Baumärkte wieder geöffnet, wurde die Grillkohle knapp. Let's cook 12 // 02/2021

Auftakt zu großem Genuss: Der Griff ins Bücherregal. Kurs auf Küche – und zu Print Der Wandel von einer traditionellen Esskultur, in der die drei Hauptmahlzeiten den Alltag strukturieren, hin zu immer flexiblerem, spontanerem Essverhalten wurde im Food Report 2020 unter dem Begriff Snackification analysiert. Vor allem Vertreter der neuen urbanen und mobilen Mittelklasse läuteten damit das Ende traditioneller Gewohnheiten ein. Diese Entwicklung wurde mit dem Lockdown seit März 2020 abrupt unterbrochen. In der häuslichen Quarantäne gewannen die klassischen Mahlzeiten – Frühstück, Mittag- und Abendessen – ihre alte strukturgebende Funktion zurück. Gleichzeitig führten Schließungen in der Gastronomie sowie Einschränkungen in vielen Freizeitbereichen zu ungeahnten Do-it-yourself-Aktivitäten in den eigenen vier Wänden: Plötzlich liegt Kochen wieder voll im Trend! Das steigerte nicht nur die Nachfrage nach Kochbüchern und Zeitschriften. Der durch Corona beflügelte Kurs Richtung heimische Küche trieb auch den Absatz von Backöfen, Herden und in der Konsequenz von Geschirrspülern um bis zu zehn Prozent in die Höhe. Der entsprechende Bedarf an gedruckten Gebrauchsanleitungen, technischen Dokumentationen und Etiketten erlebte eine Hochkonjunktur. Ebenfalls zugenommen haben der Anbau von Kräutern, Salaten und Gemüsen auf Balkonen, Fensterbänken oder in Beeten. Das ist kein biedermeierlicher Backlash, sondern es waren und sind die hippen jungen Großstädter, die den Schrebergarten neu entdecken, und Fenchel statt Geranien, Tomaten statt Petunien auf ihren Terrassen pflegen. Vielleicht wird damit auch ein Stückchen Neugierde und Abenteuerlust gestillt, gerade in Zeiten, in denen vieles nicht möglich ist. Die Medien greifen diesen Trend jedenfalls gern auf – und brechen gleichzeitig eine Lanze für Print. So schrieb die FAZ im Frühling 2021: „Wie ein Kochbuch das Reisen ersetzen kann.“ In der Kölnischen Rundschau zeigen zwei Wipperfürtherinnen mit ihrem Kochbuch „Head full of herbs“, wie sie mit frischen Kräutern simple Rezepte aufpeppen. Die Berliner Zeitung berichtet über Kochbücher, mit denen man wirklich kochen lernt. Die Borkener Zeitung präsentiert „Das Kochbuch einer Pandemie – der Almanach der Outdoor-Küche“ und Familie.de sowie radioeins vom rbb empfahlen jüngst gute Kochbücher für Kinder. Noch direkter nahm die stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin der Stadt Marburg, Marita Schäfer, Kinder ins Visier. Sie hatte die Idee, den Zusammenhalt von Kindern während der Coronapandemie durch die gemeinsame Arbeit an einem Kochbuch zu stärken. Auf 120 Seiten haben fünf Marburger Kinderfeuerwehren insgesamt 100 Rezepte zusammengetragen. Besser kann man den „Digital Natives“ Print wohl kaum schmackhaft machen. 02/2021 // 13