Aufrufe
vor 2 Monaten

NUTZEN 02/2021 Ausgabe NordOst

  • Text
  • Nachhaltigkeit
  • Ausbildung
  • Nutzen
  • Teammedien
  • Wirliebenprint
  • Printmachtmehrdraus
  • Wissenswertevereint
  • Vdmno
Hier halten Sie digital die neuste Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände in den Händen! Es dreht sich diesmal alles um "Mahlzeit!". In der Titelstory finden Sie alles rund um Genuss. Gute Kochbücher und gutes Essen haben diesen großartigen gemeinsamen Nenner! Wie gewohnt finden Sie die Rubrik “Print kommt an” und drei Firmenporträts, Die unter den Stichworten “Der Nutzen”, “Die Firma” und “Die Profis” Unternehmen aus der Mitgliedschaft vorstellen. Die Bilderstory “Unterwegs mit …” hat sich diesmal auf ungewohntes Terrain begeben. Lassen Sie sich überraschen ... In unserem Regionalteil schlagen wir für Sie unter dem Titel “Du wirst bald 70 – genieß es”, die Brücke zum Genuss. Zusätzlich finden Sie den "Der Ort für Ihre Visionen", wir begrüßen unsere neuen Mitglieder herzlich und informieren Sie über Beratungsangebot zum Blauen Engel und ein Mergers & Acquisitions-Portal für die Druckbranche. Der Printausgabe liegt das Programm der Print-Academy.de für das dritte Quartal 2021 bei. Sie kennen die Print-Academy.de noch nicht, dann schauen Sie mal vorbei www.print-academy.de. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Möchten Sie Ihr Unternehmen auch im NUTZEN präsentieren? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de!

NUTZEN

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Neue Hürden für Print? In rund 100 Tagen stehen wir in den Wahlkabinen. Und schon jetzt ist klar: Jede Partei schreibt sich auch die Themen Nachhaltigkeit sowie Klima- und Umweltschutz auf die Fahne. Die damit verbundenen Ziele sind richtig. Aber die Wege dahin sind mitunter fragwürdig. Wenn sie zudem mit Hürden für Print verknüpft sind, entbehren sie jeder sachlichen Grundlage. Umweltschützer (und solche, die sich dafür halten oder vorgeben, welche zu sein) prangern Print immer wieder als umweltschädlich an. So kämpfen der Verein Letzte Werbung und die Deutsche Umwelthilfe zum Beispiel seit 2018 politisch und öffentlichkeitswirksam gegen Hauswurfsendungen. Sie fordern „der Umwelt zuliebe“, dass nicht adressierte Werbepost zukünftig nur dann in die Briefkästen geworfen werden darf, wenn darauf ein Schild klebt: Werbung erwünscht. Begründet wird diese Umstellung damit, dass für diese Drucksachen jedes Jahr 1,8 Millionen Bäume gefällt werden würden, die meisten Haushalte diese Werbepost aber gar nicht bekommen wollen. Beides ist falsch. Erstens: Papier wird größtenteils aus Durchforstungsholz und Sägewerksabfällen hergestellt, Werbepost sogar ganz überwiegend aus Altpapier. Zweitens: Der Anteil der Haushalte, die diese Post nicht erhalten möchte, beläuft sich im Bundesdurchschnitt auf 27 Prozent, die das mit einem Aufkleber Keine Werbung auf dem Briefkasten auch kundtun. Die anderen 63 Prozent – ohne Aufkleber – haben offensichtlich nichts dagegen. Die Verbände kämpfen gegen Falschinformationen Schriftlich sowie in zahlreichen Gesprächen mit Politikern und Ministeriumsvertretern haben der Bundesverband Druck und Medien und weitere Verbände die Falschinformationen der Printgegner widerlegt – und tun es weiterhin. Gleichzeitig wurde und wird den Gesprächspartnern der Wert dieser Werbung für den Handel, die Verbraucher, den Arbeitsmarkt und die Druckund Medienbetriebe erläutert sowie die Nachhaltigkeit der Branche dargelegt. Die Gesprächspartner zeigen sich interessiert und von den Argumenten der Verbände überzeugt. Alles gut? Medien – einseitige Stimmungsmacher Die Gefahr: Politische Entscheidungen werden allzu oft nicht gemäß Faktenlage, sondern aus populistischem Kalkül getroffen. Das wissen und nutzen Initiativen wie Letzte Werbung. Daher startete sie einen Medienfeldzug gegen das seit über 30 Jahren bewährte und vom Bundesgerichtshof als zulässig anerkannte System der Werbepost. Allein seit Herbst 2020 berichteten unter anderem dpa, Focus, Spiegel, Zeit Online, Berliner Morgenpost, Merkur, WDR, Marktplatz, Börsenblatt, Süddeutsche Zeitung, rbb und 3sat einseitig und unkritisch. Die Verbände haben sich mit den Redaktionen in Verbindung gesetzt. Keine Reaktion, keine Korrektur. Die vierte Gewalt im Staat – Sprachrohr und Wasserträger unseriöser Profilneurotiker. Und schlimmer: Diese massive Berichterstattung macht Stimmung in der Bevölkerung, das heißt bei Wählerinnen und Wählern, gegen Print als „nutzlose Umweltsünde“. Es ist ein Leichtes, sich vorzustellen, wie die Politik auf dieser Stimmungswelle reitet und Werbepost „der Umwelt zuliebe“ über die Klinge springen lässt. Dies umso einfacher, als sich zurzeit alle – jedweder Couleur – etwas Grün ins Fähnchen weben. Die Verbände Druck und Medien appellieren daher an die Branchenbetriebe, ihre politischen Vertreter auf Landes-, Regional- und Kreisebene für den Wert von Werbepost und Anzeigenblättern zu sensibilisieren. Umweltschutz, gut gemacht – ja. Umweltschutz nicht verstanden und falsch entschieden – das muss verhindert werden! Mehr Informationen und Argumente für Print unter: bvdm-online.de/themen/umwelt Bild: AnnaStills-istockphoto.com 30 // 02/2021

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Befristungsrecht unter Druck Befristete Arbeitsverhältnisse sind zum Aufbau von Beschäftigung in Zeiten unsicherer Geschäftsaussichten wie der aktuellen Coronakrise unverzichtbar. Dennoch hat Bundesarbeitsminister Heil am 14. April 2021 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der befristete Arbeitsverhältnisse ab 2022 massiv einschränken soll. Derzeit ist fraglich, ob das Gesetz noch in dieser Wahlperiode beschlossen wird. DER INHALT IM ÜBERBLICK Sachgrundlose Befristungen nur noch 18 Monate Befristungen ohne sachlichen Grund sollen nur noch 18 statt 24 Monate möglich sein, mit ein-, statt dreimaliger Verlängerung. Dies schadet nicht nur den Betrieben, sondern auch den Beschäftigten durch kürzere Vertragslaufzeiten. Quote für sachgrundlose Befristungen Arbeitgeber mit mehr als 75 Arbeitnehmern sollen nur noch 2,5 Prozent der Arbeitsverhältnisse sachgrundlos befristen. Diese Quote führt aufgrund fehlender Praktikabilität zu einer Abschaffung der sachgrundlosen Befristung für größere Unternehmen. Unterrichtungsrecht des Betriebsrates Zusätzlich soll ein Unterrichtungsrecht des Betriebsrates hinsichtlich der Anzahl sachgrundloser Befristungen geschaffen werden. 1 2 3 4 Befristung mit Sachgrund nur noch fünf Jahre Befristungen mit sachlichem Grund sollen nur noch bis zu fünf Jahren zulässig sein. Zusammengerechnet werden Beschäftigungen, zwischen denen keine drei Jahre liegen. Ein neues mit Sachgrund befristetes Arbeitsverhältnis ist nach drei Jahren möglich. Dies soll „Kettenbefristungen“ verhindern, die jedoch nur im öffentlichen Dienst verbreitet sind. Die Streichung der Haushaltsbefristung für öffentlich-rechtliche Arbeitgeber wäre daher ausreichend. 5 Zitiergebot Künftig soll der Befristungsgrund im Arbeitsvertrag angegeben werden, eine Änderung wird ausgeschlossen. Dies führt zu unnötigen Risiken für Arbeitgeber. Ausschlaggebend muss das Vorliegen eines Sachgrundes, nicht die richtige Beurkundung sein. BEFRISTUNGEN MÜSSEN WEITERHIN RECHTSSICHER MÖGLICH SEIN Arbeitgeber greifen oft auf die „sachgrundlose Befristung“ zurück, da nicht alle Befristungsgründe von Arbeitsgerichten anerkannt werden. Dies gilt besonders für die unsichere Geschäftsentwicklung. Daher erschwert die Einschränkung sachgrundloser Befristungen den Beschäftigungsaufbau in der aktuellen wirtschaftlichen Krise. Der bvdm wird sich dafür einsetzen, dass befristete Arbeitsverhältnisse, gerade vor dem Hintergrund des rigiden Kündigungsschutzes, weiterhin rechtssicher nutzbar sind. Auch wenn das Gesetz in diesem Jahr nicht mehr kommen sollte, bleibt das Befristungsrecht auch nach der Bundestagswahl auf der Agenda. 02/2021 // 31