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NUTZEN 03/2020 Ausgabe NordOst

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Wir hoffen, dass Ihnen auch die neue Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände wieder gefällt und es Ihnen NUTZEN bringt. Im Zentrum steht diesmal die Nachhaltigkeit. Der Printausgabe sind neben einem Plakat zum Thema Umwelt. Bewusst. Gedruckt. auch die neue Broschüre des CO2-Rechners beilegt. Unseren Mitgliedsunternehmen haben wir noch einen Fächer mit 16 Argumenten für Print beigelegt. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

NUTZEN

NUTZEN NACHHALTIGKEIT Konzerne präsentieren sich nachhaltig – und punkten damit auch in ihren Märkten. So zögerlich die Wirtschaft in der Vergangenheit oft war, wenn es um Nachhaltigkeit ging, so aktiv wird sie jetzt. Nicht zuletzt, weil sie um anstehende Vorgaben aus der Politik weiß und weil Kunden es erwarten. So teilte Apple im Juli mit, die Firma wolle bis 2030 klimaneutral sein und reihte sich damit in eine wachsende Zahl von Technologiefirmen mit ambitionierten Zielen ein. BMW hat sich die „Strategie Nachhaltigkeit 2030“ verordnet und nimmt auch seine Lieferanten in die Pflicht. Sie sollen schon bei der Auftragsvergabe daran gemessen werden, welchen Beitrag sie zur Kohlendioxid-Reduktion leisten. Bei Aldi Nord wird das Management in Sachen Nachhaltigkeit sogar von den eigenen Mitarbeitern überholt: Weil die Klimaschutzmaßnahmen des Konzerns aus Sicht der Belegschaft in den Märkten nicht wirklich sichtbar werden und nicht ausreichend gewürdigt würden, haben einige Angestellte die Initiative ergriffen. Das erste Ergebnis zeigten Hamburger Aldi-Märkte im Juli. Dort werden Kunden mit kreativen Bannern auf die Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Handelsriesen aufmerksam gemacht. Für Druck- und Mediendienstleister können die Signale nicht deutlicher sein. Wer sich nachhaltig aufgestellt hat, dürfte bei Auftragsvergaben vieler Einkäufer deutlich im Vorteil sein. Verbraucher setzen auf Nachhaltigkeit Nicht nur die Wirtschaft muss spätestens seit der Pandemie neue Wege gehen, auch das Verhalten und die Prioritäten der Menschen ändern sich. Dabei stehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei ihnen stärker im Fokus denn je. In einer Studie* geben 75 Prozent von 1.000 Befragten an, dass die Corona-Krise nicht dafür genutzt werden darf, den Klimaschutz aufzuschieben. Ebenso viele sind der Meinung, Nachhaltigkeit sei der Schlüssel für Gesundheit und Sicherheit. Zwei Drittel haben vor, künftig auf Anbieter zurückzugreifen, denen Solidarität, soziales Engagement und Nachhaltigkeit * „New Normal: Wie lebt Deutschland in der Post-Corona-Welt?“. Eine Studie von QVC, Trendforscher Prof. Peter Wippermann und Trendbüro Bonsai Research wichtig sind und genauso viele wollen beim Kleidungskauf mehr auf Langlebigkeit und Zeitlosigkeit achten. Damit kann davon ausgegangen werden, dass auch Printprodukte eine höhere Akzeptanz erfahren, wenn sie deutlich als ein nachhaltig produziertes Produkt erkennbar sind. Seien es Geschäftsberichte, Gebrauchsanleitungen oder Werbeflyer. Und nicht nur das: Ein Siegel wie „klimaneutral gedruckt“ der Klimainitiative der Verbände in Geschäftsdrucksachen der Hersteller oder Händler anderer Güter – Bekleidung, Lebensmittel, Kosmetik o. Ä. – bietet den entsprechenden Produzenten (und damit den Kunden der Druckindustrie) eine einfache, aber wirksame Möglichkeit, ihre Kunden über das Verantwortungsbewusstsein der Firma zu informieren. 10 // 03/2020

NUTZEN NACHHALTIGKEIT Mobilisierung von Forschung und Förderung von Innovationen Ambitionierte Klimaschutzziele der EU für 2030 und 2050 Umgestaltung der EU- Wirtschaft für eine nachhaltige Zukunft Null-Schadstoff-Ziel für eine schadstofffreie Umwelt Ökosysteme und Biodiversität erhalten und wiederherstellen Versorgung mit sauberer, erschwinglicher und sicherer Energie Mobilisierung der Industrie für eine saubere und kreislauforientierte Wirtschaft Der europäische Grüne Deal „Vom Hof auf den Tisch“: ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem Raschere Umstellung auf eine nachhaltige und intelligente Mobilität Die EU als weltweiter Vorreiter Energie- und ressourcenschonendes Bauen und Renovieren Finanzierung der Wende Niemanden zurücklassen (gerechter Übergang) Quelle: Europäische Kommission Ein europäischer Klimapakt Die Politik hat gelernt Bereits nach der Finanzkrise 2008 identifizierte die EU- Kommission den Mangel an nachhaltigem Handeln bei Kapitalmarktteilnehmern als einen wesentlichen Krisenauslöser. Diese Erkenntnis hat letztlich dazu geführt, dass im Dezember 2019 eine neue Nachhaltigkeitsstrategie (European Green Deal) verabschiedet wurde. Sie soll bei den Unternehmen in der EU das Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihres Handelns schärfen. Mit dem Ziel, ein klimaneutrales Europa zu schaffen, plant die EU-Kommission, alle EU- Rechtsvorschriften zu überprüfen, um sie an die neuen Klimaziele anzupassen. Das gilt unter anderem für Richtlinien über erneuerbare Energien und Energieeffizienz, aber auch für die Vorschriften zum Emissionshandel. Weiterhin hat die Kommission am 11. März 2020 einen neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft verabschiedet. Er soll die gesamte EU-Wirtschaft fit für eine grüne Zukunft machen, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, die Umwelt schützen und den Verbrauchern neue Rechte einräumen. Zurzeit werden nur 12 Prozent der Sekundärmaterialien und -ressourcen wieder in die Wirtschaft zurückgeführt. Daher sind EUweit Maßnahmen geplant, um die Art und Weise, wie Produkte hergestellt werden, zu verbessern und den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, nachhaltige Entscheidungen zu ihrem eigenen Nutzen und zum Nutzen der Umwelt zu treffen. Hier kann die deutsche Druckindustrie auch gegenüber der Digitalwirtschaft deutlich punkten: Die Recyclingquote grafischer Papiere liegt in Deutschland bei 83 Prozent, Druckplatten werden ebenfalls recycelt, Wasser für die Papierproduktion wird im Kreislauf gefahren und Zeitungen werden zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt. Diese Informationen gilt es viel sichtbarer zu präsentieren als bisher – zum Beispiel auf Werbematerial oder Websites der Druck- und Medienbetriebe. Mit der Verabschiedung des Ressourceneffizienzprogramms III am 17. Juni 2020 schreibt die deutsche Regierung ihr seit 2012 erfolgreich laufendes Programm Prog Ress fort. Damit hat sich das Land auf Ziele, Leitideen und Handlungsansätze zum Schutz der natürlichen Ressourcen festgelegt. Unternehmen sollen natürliche Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette effizienter nutzen. Sie werden daher dabei unterstützt, Produkte ressourceneffizienter zu gestalten und zu produzieren. Das bedeutet, dass sie während der Herstellungs-, Nutzungs- und Entsorgungsphase ein Minimum an Material, Wasser und Energie beanspruchen. Informationen, Instrumente, Publikationen und Filme zum Thema Ressourceneffizienz bietet die Website www.ressource-deutschland.de des Kompetenzzentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE). Branchenspezifische Beratung bieten auch die Druck- und Medienverbände. » 03/2020// 11