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NUTZEN 03/2020 Ausgabe NordOst

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Wir hoffen, dass Ihnen auch die neue Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände wieder gefällt und es Ihnen NUTZEN bringt. Im Zentrum steht diesmal die Nachhaltigkeit. Der Printausgabe sind neben einem Plakat zum Thema Umwelt. Bewusst. Gedruckt. auch die neue Broschüre des CO2-Rechners beilegt. Unseren Mitgliedsunternehmen haben wir noch einen Fächer mit 16 Argumenten für Print beigelegt. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

eco:fibr – Papier aus

eco:fibr – Papier aus Ananaspflanzenresten – Eine bedeutende nachhaltige Neuerung für die Papier- und Kartonageindustrie? Das junge Startup eco:fibr (ehemals Musa Fibra) hat ein umweltfreundliches Verfahren entwickelt, um Zellstoff aus den Resten des Ananasanbaus, den Ananaspflanzen, zu extrahieren. Diese bislang ungenutzten Abfälle stellen die Bauern in den Anbauländern vor große Herausforderungen. Sie sind schwer kompostierbar und übersäuern dabei den Boden. Als Gegenmaßnahme müssen die Pflanzenreste mit Chemikalien behandelt oder verbrannt werden, wodurch die Umwelt zusätzlich belastet wird. Mit der Verarbeitung dieser Reststoffe kann den Bauern das Problem abgenommen und gleichzeitig ein neuer Wertschöpfungskreislauf eingeführt werden. Mit nachhaltigem Zellstoff aus Resten der Ananaspflanze kann den Papier- und Kartonageproduzenten eine umweltfreundliche Rohstoffalternative geboten werden. eco:fibr befindet sich aktuell in der Vorgründungsphase und ist in Gesprächen mit Ananasplantagen in Costa Rica sowie Papier- und Kartonageproduzenten in Deutschland. Durch den Abschluss eines Pilotprojektes soll der Zellstoff den Weg auf den deutschen Markt finden. Weitere Informationen sind auf der Website ecofibr.de und dem Instagram Channel instagram.com/ ecofibr_de zu finden. Das Team ist erreichbar unter musafibra@unihannover.enactus.de Von links nach rechts: Merit Ulmer, Katja Meyer, Michelle Spitzer, Leon Stein, Laurien Czichon, Julian Kolbeck, Tabea Fleischhammer, Inessa Prozorova, Niklas Tegtmeier XVI // 03/2020

Nachhaltigkeit im Arbeitsrecht Der Begriff „Nachhaltigkeit“ bekommt in der Wirtschaft zunehmend Bedeutung. Was allerdings mit Nachhaltigkeit im Arbeitsrecht gemeint ist oder was sich dahinter verbirgt, ist insbesondere in mittelständischen Unternehmen noch weitgehend unbekannt. Dabei wird Nachhaltigkeit oftmals noch dem Umweltrecht zugeschrieben in Anknüpfung an ein Prinzip aus der Forstwirtschaft, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung wieder kompensiert werden kann. In der modernen Diskussion – u. a. zum Thema Industrie 4.0 – gewinnt Nachhaltigkeit aber auch konkret im Arbeitsrecht an Bedeutung. Ein weiteres Schlagwort ist hier „Corporate Social Responsibility“ (CSR), womit man eine freiwillige unternehmerische Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit versteht. Bislang gibt es noch keine unmittelbare gesetzliche Verpflichtung, derartige Nachhaltigkeitskonzepte umzusetzen. Nachhaltigkeitsverpflichtungen unterliegen derzeit lediglich einer Selbstverpflichtung. In der Literatur wird aber wohl zu Recht auf § 76 Abs. 1 AktG verwiesen. Danach hat der Vorstand unter eigener Verantwortung die Gesellschaft zu leiten. Aus dieser Geschäftsführungspflicht wird teilweise bereits eine nachhaltige Unternehmensführung abgeleitet. Danach ist der Vorstand angehalten, im Rahmen des Unternehmensinteresses Corporate Social Responsibility-Aspekte zu berücksichtigen. Im Rahmen der betrieblichen Mitbestimmung können aus dem Betriebsverfassungsgesetz derzeit keine echten oder erzwingbaren Mitbestimmungsrechte abgeleitet werden. Mit Blick auf §§ 80 und 75 BetrVG steht dem Betriebsrat aber ein Unterrichtungsanspruch über den Stand und den Inhalt derartiger Konzepte zur Erfüllung der allgemeinen Aufgaben zu. Unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ stellt sich auch die Frage, inwieweit reine Abfindungssozialpläne künftig noch interessengerecht sind. Zu erwarten ist, dass bei Sozialplanverhandlungen Qualifizierungs- und Berufsbildungsmaßnahmen noch mehr Berücksichtigung finden müssen. Da es für Unternehmen immer schwieriger wird, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, ist damit zu rechnen, dass Arbeitgeber es sich in Zukunft nicht so ohne Weiteres erlauben können, Beschäftigte durch Umstrukturierungen zu entlassen. Stattdessen werden Unternehmen wohl noch mehr dazu angehalten sein, eigene Beschäftigte zu qualifizieren, damit neu entstehende Arbeitsbereiche besetzt werden können. Unter diesen Gesichtspunkten werden Unternehmen gut beraten sein, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit im Arbeitsrecht rechtzeitig zu beschäftigen. Ihre vdmno-Ansprechpartner Martin Maischak Fachanwalt für Arbeitsrecht 0511 33 80 642 maischak@vdmno.de Volker Sielaff Rechtsanwalt 0511 33 80 632 sielaff@vdmno.de 03/2020 // XVII