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NUTZEN 03/2020 Ausgabe NordOst

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Wir hoffen, dass Ihnen auch die neue Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände wieder gefällt und es Ihnen NUTZEN bringt. Im Zentrum steht diesmal die Nachhaltigkeit. Der Printausgabe sind neben einem Plakat zum Thema Umwelt. Bewusst. Gedruckt. auch die neue Broschüre des CO2-Rechners beilegt. Unseren Mitgliedsunternehmen haben wir noch einen Fächer mit 16 Argumenten für Print beigelegt. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

NUTZEN

NUTZEN DIE FIRMA Sparsamkeit und grünes Engagement – das passt zusammen! Die Druckerei Eggers in Heiligenhafen bezeichnet sich selbst als zertifizierte, umweltfreundliche und grüne Druckerei. 1883 wurde das Unternehmen als Buchdruckerei gegründet, ist seitdem in Familienbesitz und hat sich zu einer der modernsten Druckereien in Ostholstein im Offset- und Digitaldruckverfahren entwickelt. Heute ist die vollstufige Druckerei durch den Einsatz modernster Technik, ressourcenschonender Prozesse und ökologischer Materialien, die energieeffizient eingesetzt werden, zu einem echten „Umweltdrucker" geworden. Bereits seit über zehn Jahren bietet die Druckerei Eggers ihren Kunden die Möglichkeit des klimaneutralen Druckens an. „Die Nachfrage danach hat in den letzten drei Jahren zugenommen“, berichtet Geschäftsführer Olaf Eggers. Aber dem Druckdienstleister geht es um viel mehr. „Uns geht es darum, grundsätzlich Energie zu sparen und damit auch CO 2 . Als Unternehmer steht das Energiesparen für mich an erster Stelle, aber wir haben gemerkt, dass das gleichzeitig sehr umweltfreundlich ist. Wenn man wenig Heizkosten hat und wenig Gas verbraucht, hat das Unternehmen auch einen kleinen CO 2 -Ausstoß. Wir nutzen das Kühlwasser der Druckmaschinen, um die Druckerei zu heizen. Dadurch haben sich die Heizkosten immens reduziert – wir sind mittlerweile bei 75 Prozent Einsparung“, so Eggers. Energie, die man verschwendet, wird teuer – lautet die Überzeugung des Unternehmers. Und so war einer der ersten Schritte die Umrüstung von Luft-Wasser- Wärmetauscher auf Wasser-Wasser-Wärmetauscher zur Kühlung der Druckmaschinen. Jetzt wird verhindert, dass „Wärme ungenutzt nach draußen geblasen wird“. Das durch die Umrüstung vorhandene warme Wasser wird zur Beheizung der Büros und der Druckvorstufe genutzt. Doch wie kommt das warme Wasser in die Heizung? Die Heizungsanlage im Gebäude gab es schon, in den Rücklauf der Heizung wurde ein Wärmetauscher eingebaut. „Das war nicht teuer und braucht nicht viel Platz. Dadurch haben wir für relativ wenig Geld sehr viel Heizkosten eingespart. Zusätzlich war eine Verrohrung notwendig, um das Wasser von den Druckmaschinen zur Heizung zu bringen, das war der teuerste Schritt. Jede neue Druckmaschine, die wir seitdem gekauft haben, ist angeschlossen, wird darüber gekühlt und die Gebäude sind warm. Ich kann das nur empfehlen!“, sagt der Unternehmer. Verschwendete Energie ist teuer Der nächste Schritt war die energieeffiziente Kühlung im Sommer. Eggers nutzt dafür die Geothermie. Dafür wurden unter dem Fundament des neuen Drucksaals Kühlschläuche verlegt. Durch die läuft das warme, von den Druckmaschinen aufgeheizte Wasser und wird in einem geschlossenen Kreislauf gekühlt. „Im Grunde 20 // 03/2020

NUTZEN DIE FIRMA Unsere Heizkosten haben wir immens reduziert - mittlerweile sind wir bei 75 Prozent Einsparung.“ ROMOLOTAVANI – ISTOCK Olaf Eggers, Geschäftsführer der Eggers Druckerei & Verlag GmbH, Heiligenhafen kann man sich das wie eine Fußbodenheizung vorstellen, nur einen Meter tiefer“, erzählt der Geschäftsführer. Um ungenutzte Energie zu verwerten, wurde noch mehr optimiert: Die vor fünf Jahren neugebaute Lagerhalle hat eine Betonkernerwärmung erhalten. Das bedeutet, dass mit dem restlichen Kühlwasser, das nicht für die Heizung verwendet wird, die Bodenplatte komplett erwärmt wird. Die Platte ist 30 cm dick und hält die Wärme auch über Nacht. Wenn das Team morgens zur Arbeit kommt, ist die Lagerhalle warm. „Wir schicken das Kühlwasser heute erst in die alte Heizung, kühlen ein Stück weit runter, dann geht es in die Bodenplatte und kühlt noch weiter runter und dann kommt 25-Grad-Wasser zurück zur Druckmaschine. Das ist optimal, um die Druckmaschine zu kühlen. Dieser Kreislauf ist sehr energieeffizient und spart Geld und CO 2 “, erzählt Eggers. Ökologie und Ökonomie passen zusammen Photovoltaikanlagen auf den Dächern, die mittlerweile 30 Prozent des eignen Strombedarfs erzeugen, gehören auch zum nachhaltig ausgerichteten Gesamtkonzept des Unternehmens. Für die restlichen 70 Prozent wird ökologisch erzeugter Strom aus Wasserkraft genutzt. FSC-Papier gehört zum Sortiment genauso wie die Empfehlung an Kunden, Recyclingpapier zu nutzen. Ansonsten gilt die Maxime: möglichst wenig Chemie einsetzen, chemiefreie Platten und Farben aus nachwachsenden Rohstoffen verwenden. Aktuell wird ein Elektroauto als Firmenwagen genutzt, um Kunden zu besuchen und kleinere Touren zu fahren. Zukünftig werden einige Mitarbeiter E-Autos fahren und an eignen Elektroladestation kostenfrei aufladen. „Mein Leitspruch ist, Ökologie und Ökonomie passen zusammen. Das beweisen wir jeden Tag“, fasst Olaf Eggers das Nachhaltigkeitskonzept seines Unternehmens zusammen. Derzeit heißt das nächste Ziel Automatisierung, um noch effizienter zu arbeiten. Der Vorsatz, insgesamt nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten, wird bei jedem neuen Schritt geprüft und mitgedacht. 03/2020// 21