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NUTZEN 03/2020 Ausgabe NordOst

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Wir hoffen, dass Ihnen auch die neue Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände wieder gefällt und es Ihnen NUTZEN bringt. Im Zentrum steht diesmal die Nachhaltigkeit. Der Printausgabe sind neben einem Plakat zum Thema Umwelt. Bewusst. Gedruckt. auch die neue Broschüre des CO2-Rechners beilegt. Unseren Mitgliedsunternehmen haben wir noch einen Fächer mit 16 Argumenten für Print beigelegt. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

NUTZEN

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Damit den Betrieben nicht die Puste ausgeht Vor allem dank Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld sind viele Unternehmen in Deutschland bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Jetzt sollen die Krisenregelungen verlängert werden. B Bereits Ende Juli hat sich der bvdm an die Bundesministerien für Arbeit und Wirtschaft gewandt und gefordert, die Kurzarbeitsregelungen bis Ende 2021 zu verlängern, da klar war, dass die Corona-Krise Ende 2020 nicht vorbei sein würde. Mit Erfolg: Am 25. August haben sich CDU/CSU und SPD darauf geeinigt, den größten Teil der Krisenregelungen zu verlängern. So viel Kurzarbeit wie noch nie Von März bis Juni haben deutsche Arbeitgeber für rund zwölf Millionen Beschäftigte Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) angezeigt. Im Bereich Druckgewerbe und Vervielfältigung haben im gleichen Zeitraum insgesamt fast 5.400 Betriebe Kurzarbeit ange - zeigt, für insgesamt mehr als 85.100 Beschäftigte. Dies entspricht rund 70 Prozent der Betriebe und rund 68 Prozent der Beschäftigten der gesamten Branche. Betriebe müssen lange Erholungsphase überstehen Zwar wächst die Hoffnung, dass die Konjunktur im Herbst wieder anzieht. Erfahrungsgemäß gehört die Druck- und Medienindustrie jedoch zu den Branchen, die sich insgesamt langsamer erholen, da beispiels weise Werbekunden nur verzögert ihre Budgets wieder hochfahren. Mehr als 40 Prozent der an einer Kurzumfrage des bvdm beteiligten Unternehmen gingen im Juni davon aus, dass eine Normalisierung der Geschäftslage in frühestens neun Monaten erreicht werden kann und somit nicht vor 2021 zu erwarten ist. 26 Prozent konnten aufgrund der Unsicherheiten keine Prognose hinsichtlich der Entwicklung ihrer Geschäftslage abgeben. Es ist aus Sicht des bvdm daher klar, dass viele Unternehmen noch länger auf Kurzarbeit zur Sicherung ihrer Liquidität angewiesen sein werden. Würde ihnen diese Möglichkeit verwehrt, könnte ihnen innerhalb einer lang andauernden Erholungsphase finanziell die Puste ausgehen. Anzahl der Branchenbetriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben: knapp 5.400 (ca. 70 %) 6.000 5.000 4.000 3.000 2.000 1.000 0 Anzahl Beschäftigte in Kurzarbeit: mehr als 85.000 (ca. 68 %) 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0 1.087 März 20 + 56.922 März 20 + 3.620 April 20 April 20 + 8.934 + 500 Mai 20 Mai 20 + 167 + 2.580 Juni 20 Juni 20 Quelle: Bundesagentur für Arbeit: "Angezeigte Kurzarbeit in den Bereichen Druckgewerbe und Vervielfältigung", Berechnung: bvdm 30 // 03/2020

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Ab wann rechnen Sie mit einer weitgehenden Normalisierung Ihrer Geschäftslage? 26 % keine Prognose möglich 19 % weniger als 6 Monate 8 % 7 Monate 4 % 8 Monate 34 % 8 % mehr als 9 Monate 9 Monate Die Koalition setzt Forderungen des bvdm um: Bezugsdauer des Kurarbeitergeldes von 12 auf 24 Monate ausdehnen Sonderregelungen der Verordnung über Erleichterungen der Kurzarbeit vom 25. März 2020 bis Ende 2021 verlängern: – Herabsetzung des Schwellenwertes auf 10 % der Beschäftigten – Verzicht auf den Aufbau von Minusstunden – Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge Regelungen zur Nichtanrechnung von Nebeneinkünften auf das Kurzarbeitergeld verlängern Quelle: Branchenumfrage des bvdm im Juni 2020 Krisenregelungen verlängern bis 2021 Aktuell können Betriebe für zwölf Monate Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Bezugsdauer soll nun auf 24 Monate bis Ende 2021 verlängert werden. Gleiches gilt für die Sonderregelungen, die den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtern und Betriebe in Kurzarbeit finanziell entlasten. Bis Ende 2021 bleibt es bei den erleichterten Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld und Arbeitgebern werden weiterhin Sozialversicherungsbeiträge erstattet. Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit Die Erfahrung der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hat gezeigt, dass Kurzarbeit maßgeblich dazu beiträgt, Arbeitsplätze zu erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu sichern. Damit dies in der Corona-Krise erneut gelingt, ist es aus Sicht des bvdm richtig, das Kurzarbeitergeld unter den aktuellen Bedingungen auch 2021 noch nutzen zu können. Kurzarbeit wird nicht jeden Betrieb oder Arbeitsplatz retten können. Aber Kurzarbeit hilft den Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell und damit auch realistische Chancen haben, die Krise zu überwinden, die Zeit bis zur Normalisierung der Geschäftsbeziehungen zu überbrücken. Es wäre niemand damit geholfen, wenn diese Unternehmen aufgrund der Pandemie unverschuldet in so starke finanzielle Schwierigkeiten gerieten, dass sie Beschäftigte entlassen müssten. Dies wäre mit deutlich höheren Kosten für die Arbeitslosenversicherung verbunden. Zudem erschwert es den Betrieben den Neustart. Angesichts des weiterhin herrschenden Fachkräftemangels könnten Betriebe nach der Corona-Krise große Probleme haben, Stellen wieder mit qualifizierten Arbeitnehmern zu besetzen. Belastungsmoratorium einhalten Zudem darf die Erholung nicht durch zusätzliche Regulierung erschwert werden. Im April hat sich die Koalition verpflichtet, darauf zu achten, Belastungen für Beschäftigte und Unternehmen durch Gesetze und andere Regelungen möglichst zu vermeiden. Daran sollte sich die Politik auch im Herbst noch erinnern und beispielsweise das schon lange drohende Verbot sachgrundlos befristeter Arbeitsverhältnisse ad acta legen. 03/2020// 31