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NUTZEN 04/2021 Ausgabe NordOst

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Hier halten Sie digital die neuste Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände in den Händen! Alles dreht sich um Verpackung. Wie gewohnt starten wir mit der Rubrik “Print kommt an” und drei Firmenporträts, die unter den Stichworten “Der Nutzen”, “Die Firma” und “Die Profis” Unternehmen aus der Mitgliedschaft vorstellen. ​​​​​​​"Der Nutzen" ist in dieser Ausgabe "Gramann Digitaldruck GmbH" aus Vechta. Wir stellen Antonius Gramann und sein Team vor. Auch die Bilderstory “Unterwegs mit …” nimmt das Thema Verpackung auf. Wir haben in zwei Produktionsstätten für Papier und Wellpappe den Mitarbeitern über die Schulter geblickt. Im Regionalteil stellen wir Ihnen Integralis ILuF GmbH aus Ronnenberg vor. Das Druckhaus Giese & Seif OHG aus Peine zeigt, dass Numismatiker auf Print setzen; das Unternehmen Siemer Verpackungen ebenfalls aus Ronnenberg zeigt, wie Verpackungen den Inhalt aufwerten können und QUBUS media GmbH aus Hannover hat prominenten Besuch von Barbara. Es gibt auch einen kurzen Rückblick auf die diesjährige Jahresversammlung mit der Vorstellung des neuen Vorstandes und des neuen Beirates. Lassen Sie sich überraschen ... Der Printausgabe liegt das Programm der Print-Academy 01/2022, das Druck & Medien-ABC vom ZFA und für Mitgliedsunternehmen eine Info-Übersicht zur Suche von Auszubildenden bei. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Möchten Sie Ihr Unternehmen auch im NUTZEN präsentieren? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de!

NUTZEN

NUTZEN PACKEN WIR'S EIN! Keine Angst vor Druckerschwärze Dass die Briten mitunter – nicht nur politisch, sondern auch kulinarisch – eigene Wege gehen, ist hinlänglich bekannt. So gelten Fish and Chips – in Backteig frittiertes Fischfilet und ebenso ummantelte dicke Kartoffelstäbchen – als inoffizielles Nationalgericht des Vereinigten Königreichs und sind bis heute ein fester Bestandteil der englischen, schottischen und irischen Esskultur. Klassischerweise wird es salopp in bedrucktem Zeitungspapier serviert, da klebt dann schon mal mehr als nur Fett an den Fingern. Wer es dagegen appetitlicher liebt, greift zu besser verpackter Ware. Qua Gesetz dürfen Lebensmittelverpackungen keine Bestandteile auf Lebensmittel in Mengen abgeben, die die menschliche Gesundheit gefährden. In diesem Zusammenhang wird seit 2010 diskutiert, inwieweit es bei der Herstellung von Verpackungsmaterialien beim Einsatz von recyceltem Papier zu einem Übergang von Mineralölbestandteilen in Lebensmittel kommen kann. Das Ergebnis lautet: Ja, das ist möglich und sollte vermieden werden – es stellt jedoch nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bei üblichen Verzehrgewohnheiten kein Lebensmittelsicherheitsproblem dar. Dennoch haben Initiativen der Papier-, Farben,- Druck- und Lebensmittelwirtschaft an der Verbesserung von Verpackungskonzepten gearbeitet und noch sicherere Lösungen entwickelt. So wurden zum Beispiel » recyclingfaserhaltige Verpackungsmaterialien vielfach durch Frischfaser-Materialien ersetzt, insbesondere dann, wenn ein direkter Kontakt mit langlebigen Produkten vorgesehen ist; » verbesserte Barriereschichten vorgesehen, zum Beispiel durch die Verwendung von Innenbeuteln in Faltschachtel oder durch den Einsatz von beschichteten, migrationshemmenden Papiermaterialen. In einer von der Organisation Foodwatch bereits im Jahr 2015 durchgeführten Untersuchung von 120 papierverpackten Lebensmitteln aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wurde konstatiert, dass die Mengen von Mineralöl (mit zwei Ausnahmen) unterhalb der Nachweisgrenze liegen und damit auch die in dem „Entwurf einer Mineralölverordnung“ vorgeschlagenen Werte eingehalten werden. Diese frohe Botschaft lädt fast zwingend dazu ein, die Schokolade aus all den Adventskalendern, die wir gerade um uns herum finden, von Herzen zu genießen. 12 // 04/2021

NUTZEN PACKEN WIR'S EIN! Ich bin eine Tube aus Papier Nachhaltigkeit – mehr als ein Umweltthema Der Bedarf an Verpackungen wächst und damit auch die Sorge, dass die Umwelt darunter leidet. Das Bundesumweltamt, Verbraucher- sowie Umweltverbände und zunehmend auch Verbraucher wollen deshalb wieder mehr unverpackte Ware in den Supermärkten sehen. Eine Antwort auf diesen Wunsch liefern aktuell die sogenannten „Unverpackt-Läden“, die nicht mit ihrem Sortiment oder günstigen Preisen locken, sondern mit dem Verzicht auf verpackte Ware. Dieser Ansatz ist gut – da, wo er wirklich funktioniert. Das dürfte eher in städtischen Milieus mit einer finanziell bessergestellten Klientel der Fall sein und mit einem Angebot, das sich überwiegend auf sogenannte Trockenware, wie Reis, Müsli oder unverpacktes Obst und Gemüse, Kosmetik, Reinigungsmittel als Tabs etc. konzentriert. Für die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten dagegen sind die überwiegend kleineren Geschäfte in Hinblick auf Sortimentsvielfalt und Preise keine echte Lösung. Denn bedacht werden muss bei der Diskussion über Verpackungen, dass sich Nachhaltigkeit nicht nur auf das Thema Umwelt beschränkt, sondern auch die Bereiche Wirtschaft und Soziales umfasst. Die Tatsache, dass uns bundesweit in rund 30.000 Lebensmittelgeschäften ein großes und vielfältiges Angebot an frischen und hygienisch einwandfreien Lebensmitteln zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung steht, ist zu einem großen Teil leistungsfähigen Verpackungen zu verdanken. Und auch andere Güter – vom Waschmittel über Körperpflegeprodukte bis hin zu Elektrogeräten – können nur durch eine passgenaue Verpackung transportiert, gelagert, verkauft und schließlich genutzt werden. Um ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt dennoch gerecht zu werden, steigen die Hersteller zunehmend aus der Verwendung langlebiger Kunststoffe aus, deren Reste sich überall – zu Wasser und zu Land – finden lassen. Zum Einsatz kommen stattdessen recyclingfähige sowie biologisch abbaubare Materialien, wie Pappe, Papier oder Karton. Damit wird auch auf die Selbstverpflichtung großer Markenartikler und Handelskonzerne reagiert, weniger Verpackung aus Kunststoff einzusetzen. Eine Studie aus dem Jahr 2020 belegt, dass schon jetzt 21 Prozent aller Kunststoffverpackungen durch Lösungen aus Wellpappe ersetzt werden könnten. Theoretisch. Denn neben den unbestreitbaren Vorteilen von Kunststoff bedeutet die Umstellung enorme Investitionen bei den Herstellern der Verpackungen. Und ob die Masse der Verbraucher neue Materialien akzeptiert – etwa Cola aus Pappkartons goutieren oder Gesichtscreme aus Papiertuben drücken möchte? Die Supermarktregale der Zukunft werden es zeigen. Bilder: jan-romero-unsplash.com; sincerely-media-unsplash.com; yuriygolub-stock.adobe.com 04/2021 // 13