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NUTZEN 04/2021 Ausgabe NordOst

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Hier halten Sie digital die neuste Ausgabe des Magazins der Druck- und Medienverbände in den Händen! Alles dreht sich um Verpackung. Wie gewohnt starten wir mit der Rubrik “Print kommt an” und drei Firmenporträts, die unter den Stichworten “Der Nutzen”, “Die Firma” und “Die Profis” Unternehmen aus der Mitgliedschaft vorstellen. ​​​​​​​"Der Nutzen" ist in dieser Ausgabe "Gramann Digitaldruck GmbH" aus Vechta. Wir stellen Antonius Gramann und sein Team vor. Auch die Bilderstory “Unterwegs mit …” nimmt das Thema Verpackung auf. Wir haben in zwei Produktionsstätten für Papier und Wellpappe den Mitarbeitern über die Schulter geblickt. Im Regionalteil stellen wir Ihnen Integralis ILuF GmbH aus Ronnenberg vor. Das Druckhaus Giese & Seif OHG aus Peine zeigt, dass Numismatiker auf Print setzen; das Unternehmen Siemer Verpackungen ebenfalls aus Ronnenberg zeigt, wie Verpackungen den Inhalt aufwerten können und QUBUS media GmbH aus Hannover hat prominenten Besuch von Barbara. Es gibt auch einen kurzen Rückblick auf die diesjährige Jahresversammlung mit der Vorstellung des neuen Vorstandes und des neuen Beirates. Lassen Sie sich überraschen ... Der Printausgabe liegt das Programm der Print-Academy 01/2022, das Druck & Medien-ABC vom ZFA und für Mitgliedsunternehmen eine Info-Übersicht zur Suche von Auszubildenden bei. Möchten Sie uns Feedback geben, Kritik äußern oder Anregungen mitteilen? Möchten Sie Ihr Unternehmen auch im NUTZEN präsentieren? Schreiben Sie uns an Nutzen@vdmno.de!

NUTZEN

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Sorgfaltspflichten in der Lieferkette Ab 2023 müssen große Unternehmen dafür sorgen, dass menschenrechtsund umweltbezogene Standards in ihren Lieferketten eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass die Verpflichtungen der großen Unternehmen auch auf mittelständische Zulieferer durchschlagen. Bilder: Blue Planet Studio-stock.adobe.com; Win Nondakowit-stock.adobe.com Die Bundesregierung setzte mit dem „Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte“ bereits 2016 die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen um. Die danach bislang freiwilligen Anforderungen an Unternehmen, menschenrechtliche Risiken in Liefer- und Wertschöpfungsketten zu ermitteln, darüber zu berichten und Beschwerdeverfahren zu ermöglichen, wurden durch das im Juni 2021 verabschiedete Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) als rechtlich verbindliche Sorgfaltsstandards festgeschrieben. Geltungsbereich des neuen Gesetzes Unternehmen mit Hauptsitz oder Zweigniederlassung in Deutschland, die mindestens 3000 Arbeitnehmer im Inland beschäftigen, müssen ab 1. Januar 2023 die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten innerhalb der Lieferkette nachweisen. Ab 1. Januar 2024 sinkt der Schwellenwert auf 1.000 Arbeitnehmer. Die „Lieferkette“ bezieht sich dabei auf alle Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt im In- und Ausland und umfasst das Handeln im eigenen Geschäftsbereich sowie unmittelbare und mittelbare Zulieferer. 28 // 04/2021

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Am 10. März 2021 einigte sich das Europaparlament auf einen Richtlinienvorschlag zu Menschenrechten in Lieferketten.” Abstufung nach unmittelbaren und mittelbaren Zulieferern Unternehmen oberhalb der Schwellenwerte sind bezüglich des eigenen Geschäftsbereichs und ihrer unmittelbaren Zulieferer zur aktiven Vorsorge verpflichtet und müssen dafür sorgen, dass bestimmte Sorgfaltspflichten eingehalten werden. Bei mittelbaren Zulieferern müssen betroffene Unternehmen handeln, wenn ihnen tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen, die eine Verletzung einer menschenrechts- oder umweltbezogenen Pflicht möglich erscheinen lassen. Das Gesetz regelt eine Pflicht zur Risikoanalyse, zum Aufbau von Verantwortungsstrukturen und zum Ergreifen von Maßnahmen bei Verstößen. Sanktionen bei Verstößen Bei Verstößen drohen Buß- und Zwangsgelder, ferner können Unternehmen bis zu drei Jahre von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden. Das Gesetz enthält jedoch keine zusätzlichen zivilrechtlichen Anspruchsgrundlagen, sieht aber eine „Prozessstandschaft“ vor, wodurch NGOs und Gewerkschaften mit Sitz in Deutschland Ansprüche eines Betroffenen nach anderen Gesetzen im eigenen Namen geltend machen könnten. Europäische Entwicklungen In anderen europäischen Ländern gibt es bereits Regelungen für Lieferketten (Frankreich: „Loi de vigilance“; Niederlande: „Child Labour Due Diligence Law“). Ferner werden auch auf EU-Ebene Regelungen zu Sorgfaltspflichten angestrebt: Am 10. März 2021 einigte sich das Europaparlament auf einen Richtlinienvorschlag zu Menschenrechten in Lieferketten. Danach könnte die europäische Regelung noch über das deutsche Gesetz hinausgehen. So könnten Unternehmen ab 250 Mitarbeitern, börsennotierte Unternehmen sowie Unternehmen, die in „Risikobereichen“ tätig sind, einbezogen werden. Darüber hinaus sieht der Vorschlag Regelungen vor, die Betroffenen Schadensersatzansprüche gegenüber Unternehmen verschaffen können. Nach dem Europaparlament ist nun die Kommission am Zug – ihr Vorschlag wird im Herbst 2021 erwartet. Betroffenheit von KMU Kleine und mittelständische Unternehmen müssen davon ausgehen, dass die Verpflichtungen der großen Unternehmen auf sie als Zulieferer durchschlagen werden. KMU werden künftig vertraglich verpflichtet werden, Risiken für Menschenrechtsverletzungen oder Umweltgefahren im eigenen Unternehmen sowie innerhalb der Lieferkette zu ermitteln, darüber Auskunft zu geben und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Ferner könnten Unternehmen künftig bestimmte Zertifizierungen zur Voraussetzung für einen Vertragsabschluss machen. Langfristig wird dies dazu führen, dass die meisten Unternehmen direkt oder indirekt verpflichtet werden, Sorgfaltspflichten in den Lieferketten einzuhalten und dies entsprechend zu dokumentieren. 04/2021 // 29