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Nutzen 1-17 vdmno

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NUTZEN WAHLKAMPF

NUTZEN WAHLKAMPF 2017 Der Kanzlerin- Macher Im Wahlkampf 2013 mussten wir für die CDU sogar Broschüren nachdrucken, weil 1,5 Millionen Exemplare weggingen wie warme Semmeln.“ Dr. Lutz Meyer Mit seiner Kommunikationsagentur begleitete Dr. Lutz Meyer 2013 die Wahlkampagne der CDU. 2002 war er an der „Kampa“ der SPD beteiligt, mit der Gerhard Schröder die Wahl gewann. Zurzeit bereitet er unter anderem den Deutschland-Sommer – das Demokratie-Fest in Stralsund vor. Bundestagswahl 2017 14 // 01/2017

NUTZEN WAHLKAMPF 2017 Lutz Meyer, einer der erfahrensten Experten für politische Kommunikation in Deutschland und Europa, im Gespräch mit NUTZEN. HIER SCANNEN >> AUGMENTED REALITY Welche Bedeutung messen Sie gedruckter Wahlwerbung im kommenden Bundestagswahlkampf bei? Gerade in Deutschland hat Print im Wahlkampf eine ganz außergewöhnliche Bedeutung. In keinem anderen Land dürfen – rechtlich verbrieft – Plakate im öffentlichen Raum so platziert werden. Das prägt hier die Tradition und das Plakat wird deshalb auch rege genutzt. Flyer, Broschüren und bedruckte Give Aways unterstützen diese Kommunikation, jedenfalls wenn sie gut gemacht sind. Mit der Folge, dass wir in einem unübersichtlichen Plakatwald enden, in dem niemand mehr richtig sichtbar ist? Ist das ein Wegbereiter für mehr Online-Kommunikation? Wer Qualität liefert, wird besser gesehen. Das ist in der politischen Kommunikation nicht anders als im kommerziellen Bereich im Supermarkt. Und Qualität fängt an bei einer verständlichen Botschaft, geht über eine aufmerksamkeitsstarke Umsetzung und endet bei vernünftigen Materialien. Mit Qualität ist Print so stark wie eh und je. Plakate, die sich im Regen auflösen oder bei Wind von der Laterne rutschen, sind rausgeschmissenes Geld. Aber dafür kann ja Print nichts – das liegt an den Menschen, die falsche Materialien benutzt haben. Ist der Bedarf an gedrucktem Wahlkampfmaterial in den vergangenen Jahren gesunken? Nein! Im Wahlkampf 2013 mussten wir für die CDU sogar Broschüren nachdrucken, weil 1,5 Millionen Exemplare weggingen wie warme Semmeln. Worauf führen Sie den Erfolg zurück? Jetzt sag ich’s nochmal: Qualität. Wir haben in dieser 24-seitigen Broschüre Frau Merkel porträtiert, beruflich und privat. Wichtige Themen, gute Fotos, hochwertiges Papier. Damit haben wir all jene Inhalte und Werte transportiert, für die Frau Merkel steht. So ein Heft nehmen die Leute gern mit nach Hause, legen es sich hin, lesen auch ein paar Tage später noch mal drin und zeigen es sogar Freunden oder Verwandten. Über eine App wurden im Bundestagswahlkampf 2013 ausgewählte Plakate zum Leben erweckt. Dieses Plakat spricht noch immer. Einfach Merkel-App laden. In den Vereinigten Staaten wird Wahlkampf angeblich im Netz entschieden. Schwappt das auch zu uns rüber? Ich hoffe es nicht und ich glaube es auch nicht. Deutschland hat eine andere politische Kultur. Und hier sind Leute besser persönlich erreichbar. Auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen, auf Straßenfesten. Viele freuen sich darüber, etwas in die Hand zu bekommen, was ihnen gefällt und Orientierung bietet. Das heißt: Eine Partei, die nicht auch auf Print und Haptik setzt, ist im Nachteil – das tut sich keine an. Außerdem: Man kann dem vielen Irrsinn im Netz am besten mit Print begegnen. Weil es ein Push-Medium ist, weil es bleibt, weil gutes Print immer glaubwürdiger ist als Digital. Das ist es, was die Leute in der Wischund-Weg-Welt sehr schätzen. Was würden Sie Wahlkämpfern für die kommenden Monate mit auf den Weg geben? Oh, jetzt sage ich es zum dritten Mal: Qualität. Dazu gehören fundierte Analysen, glaubwürdige Ziele, Kreativität, Optimismus und Spaß an der Kommunikation. Und viele gute Drucker (lacht). Ja, im Ernst, Politik kann zäh sein und die Zukunft ist nicht nur rosig. Aber auch Autobauer haben es nicht immer leicht. Trotzdem erzählen die uns nicht nur von Risiken und Nebenwirkungen, sondern von der Freude am Fahren. Mehr von diesem Spirit täte uns in der politischen Kommunikation hierzulande ganz gut. Denn Deutschland ist vielleicht die beste Demokratie der Welt. Und soll es auch bleiben. 01/2017 // 15