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Nutzen 1-17 vdmno

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NUTZEN DIE PROFIS Das

NUTZEN DIE PROFIS Das Produkt des Kunden zum Glänzen bringen Von Goldfäden im Brokat und einer Maxime, die die Arbeit des Grafischen Centrums Cuno prägt: Wir produzieren Lieblingsbücher, Lieblingskataloge und Lieblingszeitschriften. Das gedruckte Produkt verschwindet nicht, es erweitert seine Spielräume“, schreibt der GCC-Chef Manfred Cuno den Skeptikern ins Stammbuch, als er 2014 zum „Druckereimanager des Jahres“ in Deutschland gekürt wird. „Darauf sind wir stolz und dafür tun wir alles.“ Und er findet dann ein Bild aus einem ganz anderen Metier, um zu verdeutlichen, was gemeint ist: „Wie ein Brokatstoff erst richtig perfekt ist, wenn man einen schönen Goldfaden hineinwirkt, so soll unsere Arbeit das Produkt des Kunden zum Glänzen bringen.“ Vierzig Jahre zuvor, im Jahr 1974 und in der ehemaligen DDR, hat Manfred Cuno gerade die Lehre in einer großen Zeitungsdruckerei beendet und arbeitet seit einiger Zeit im Betrieb der Eltern, als Familie und Unternehmen ein schwerer Schicksalsschlag trifft: Auf der Suche nach Ersatzteilen für die Uralt-Maschinen im Betrieb kommen der Firmenchef und seine Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Vor Sohn Manfred und seiner Freundin Ursula bauen sich riesige Fragen auf: Was soll werden mit dem Betrieb, mit seinen Mitarbeitern? Was soll werden mit uns? Das schon zugesagte Studium aufnehmen oder die Firma weiter führen? Die Entscheidung fällt für die Firma und auch privat geben sich beide, 21 und 19 Jahre alt, noch im gleichen Jahr das Jawort: Wann, wenn nicht jetzt … Die Jahre danach sind Jahre des Kampfes, von Niederlagen und von Erfolgen, die den Unternehmer prägen. Die Familie wächst um die Söhne Matthias und Steffen und auch die Firma wächst – bis an die Grenzen des in der DDR Möglichen. 12 Mitarbeiter beschäftigt Cuno Druck Calbe und sucht dringend nach einer neuen Produktionsstätte. Am 10. November 1989 – dem Tag nach dem Mauerfall – essen sie am Berliner Kudamm ein Eis und schauen mit großen Augen auf die fremde Welt. Sie ahnen beide, dass sich sehr viel ändern wird: Wann, wenn nicht jetzt … „So entsteht euer Lieblingsbuch“ – Manfred Cuno und etwas, das er sich persönlich nie nehmen lässt: Den Rundgang durch den Betrieb mit den „Fans“ des „Kleinen Drachen Kokosnuss“ aus der AWO-Kita in Calbe. „Was gibt es Schöneres, als in Kindern die Liebe zum Lesen und zum Buch zu wecken?“, sagt der GCC- Chef, selbst schon mehrfacher Großvater. 1974 Ein gleichsam sensationeller Vorgang in der Mangelgesellschaft: Cuno Druck Calbe erweitert den Maschinenpark um eine neue (alte) OM II-Maschine. 16 // 01/2017

NUTZEN DIE PROFIS Anfang der 1990er Jahre ist Manfred Cuno längst ein Profi in seinem Geschäft. Was in der Welt des Drucks und des Papiers passiert, hat er schon immer verfolgt. Nun schaut er es sich vor Ort an, deutschland- und europaweit. Er spricht mit jedem, der etwas weiß, und sortiert sehr schnell die aus, die nur das schnelle Geld im Osten suchen. Berater, gute Freunde gewinnt er und er weiß die Förderung zu nutzen, die dem echten Unternehmer nun zuteilwird. Mit Dankbarkeit, aber immer auch mit dem ganzen Einsatz des eigenen Vermögens an Kraft und Geld. „Wissen, wie die Welt von morgen aussieht, ist sicher ganz schön. Noch besser ist es, die Welt von morgen selbst mitzugestalten.“ – Aus diesem Gestaltungswillen heraus wächst das Unternehmen, das bald Grafisches Centrum Cuno heißt: Der erste Neubau auf der grünen Wiese 1993/94, binnen zweier Jahrzehnte vier Erweiterungen. Heute 15.000 Quadratmeter Produktionsfläche, auf der 160 Leute arbeiten, fast 100 von ihnen selbst ausgebildet. Der Slogan, den sie damals für ihre eigene Arbeit finden, ist so einfach wie herausfordernd: Wir produzieren Lieblingsbücher, Lieblingskataloge und Lieblingszeitschriften. Und was anfangs Ziel war, wird immer mehr Realität: Weltweit agierende Verlage lassen in Calbe drucken, Giganten der Automobil- und anderer Industrien fertigen hier ihre Kataloge, Dutzende Zeitschriftentitel gehen über die Calbenser Maschinen. Und die Geschichte des GCC wird fortgeschrieben: Wann, wenn nicht jetzt? Manfred Cuno will erneut investieren und den Betrieb auf eine noch breitere Basis stellen: Bogen und Rolle sollen in Zukunft bedruckt werden, eine kleine Revolution im GCC. Er hat schon eine Idee, wie er seine Leute begeistern wird: Wissen, wie die Welt von morgen aussieht, ist sicher ganz schön. Noch besser ist es, die Welt von morgen selbst mitzugestalten.“ Manfred Cuno, GCC-Chef VISION 2020 soll das Projekt heißen und viel mehr umfassen als nur Maschinen und eine neue Halle. „Wenn ich eine Erkenntnis aus meinem Leben heraus destillieren sollte“, so sagt Manfred Cuno, „dann diese: Du musst Fachmann sein, Visionen haben, Führungsstärke zeigen, aber alles ist nichts ohne viele Menschen, die du auf deinem Weg partnerschaftlich mitnehmen musst. Sie gehen anfangs an deiner Seite und müssen dann auch weitergehen können, wenn du selbst zur Seite trittst oder treten musst.“ 1989 Facharbeiter waren schon immer ein „GCC-Firmenschatz“ – hier Udo Jansen am Tiegel. 2014 Eine Luftaufnahme, die schon wieder historisch ist: Neben der Halle rechts wird im Herbst 2017 eine neue Produktions- und Logistikhalle mit ca. 3.000 qm Fläche übergeben. 01/2017 // 17