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Nutzen 1-18 vdmno

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NUTZEN UMWELTSCHUTZ Wir

NUTZEN UMWELTSCHUTZ Wir denken und drucken Grün Die Leinebergland Druck GmbH & Co. KG aus Alfeld (Leine) erstellt und kompensiert jährlich ihre Energiebilanz. Die Kunden mögen das. Die Umwelt auch. Im Gespräch mit NUTZEN erklärt Geschäftsführer Bernd Klostermeyer, warum auch die Firma davon profitiert. Herr Klostermeyer, Sie werben auf Ihrer Internetseite mit dem Slogan „Wir denken und drucken Grün!“. Wie setzen Sie dieses Firmenmotto konkret im Unternehmen um? Grundsätzlich reduzieren wir das Thema Umwelt nicht nur auf klimaneutrales Drucken, sondern wir bieten das komplette Paket an. Dazu gehören alkoholreduzierter Druck, klimaneutraler Druck, FSC- bzw. PEFC-Zertifizierung und wir drucken auch auf Recyclingpapieren. Abfälle recyceln wir natürlich wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, versuchen aber, sie größtmöglich wieder zu verwerten. Im Bereich der Druckplattenentwicklung geht es leider aus wirtschaftlichen Gründen nicht ganz ohne Chemie. Aber mit unserer modernen Druckplattenentwicklungsmaschine fallen schon 70 bis 80 Prozent weniger Abfall an als noch vor drei bis vier Jahren. FOTOS: LEINEBERGLAND DRUCK GMBH & CO. KG Alle Zeichen auf Grün. Bernd Klostermeyer, seit zehn Jahren Mitglied der bvdm-Klimainitiative, und Holger Schürmann vom Verband Druck & Medien NordOst. Sie sind seit November 2010 Mitglied der bundesweiten Klimainitiative des bvdm und nutzen seitdem auch den CO 2 -Rechner der Verbände. Was hat Sie damals zum Mitmachen bewogen? Zunächst waren es Kundenanforderungen. Zwei, drei Kunden wollten ihre Produkte klimaneutral produzieren lassen. Wir haben uns daraufhin mit Hilfe des Verbandes in die Thematik eingearbeitet und mit seiner Unterstützung das Ganze umfassend umgesetzt. Welche Daten und Informationen waren erforderlich, um den CO 2 -Rechner im Unternehmen zu installieren? Wir mussten viele Leistungswerte zusammentragen – nicht nur die der Druckmaschinen und Weiterverarbeitungsmaschinen in unserem Hause, sondern auch die der externen Weiterverarbeiter. Also die Fortdruck-Fortlauf-Geschwindigkeiten und natürlich den Stromverbrauch. Hinzukommen Gasverbrauch für die Heizung und Strom für das Unternehmen insgesamt. Dann war relevant, wie die Mitarbeiter zur Arbeit kommen – mit dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad und wie weit ihre Wege sind. 12 // 01/2018

NUTZEN UMWELTSCHUTZ Welche Möglichkeiten ergeben sich für Sie durch die Nutzung des CO 2 -Rechners? In welchem Umfang setzen Sie ihn ein? Die Nutzung des CO 2 -Rechners ist klar an das Produkt gekoppelt. Wir können damit die CO 2 -Emissionen eines Auftrages errechnen. Danach haben wir die Möglichkeit, den entsprechenden CO 2 -Ausstoß durch Investition in Klimaschutzprojekte, die die gleiche Menge CO 2 einsparen, auszugleichen (zu kompensieren). So können wir unseren Kunden klimaneutrale Produkte verkaufen. Zusätzlich haben wir durch unser MIS-System die Möglichkeit, erstellte Kalkulationen online in den Klimarechner einzuspielen und so schon im Angebotsprozess die Daten des Klimarechners und die Kosten für die geplante Kompensation des CO 2 -Ausstoßes in das Angebot einfließen zulassen. Das spart Zeit und ist viel genauer, weil die Zeiten und Fortlaufgeschwindigkeiten der Maschine direkt aus der Kalkulation entnommen werden, also nicht mit einem Durchschnittswert errechnet wird. Im Zuge der Einführung des CO 2 -Rechners wurde in Ihrem Unternehmen eine betriebliche Energieeffizienzanalyse durchgeführt. Gab es Ergebnisse, mit denen Sie nicht gerechnet haben? Ja, das Ergebnis war, dass wir im Prinzip schon ziemlich gut aufgestellt sind. Das liegt sicher daran, dass wir ein recht neues Betriebsgebäude hatten, in dem Wärmedämmung oder Heizung schon auf dem aktuellen Stand der Technik waren. Maßnahmen wie Fassadendämmung und Heizungsmodernisierung waren daher nicht erforderlich. Wir haben noch Empfehlungen zum Stromsparen aus der Beratung umgesetzt, wie die Umstellung der Beleuchtung in der Produktion auf LED. Wirklich interessant war, dass eine große Anzahl von EDV-Anlagen Wärme erzeugt, die dann wieder per Klimaanlage runtergekühlt werden muss. Deshalb haben wir im letzten Jahr unsere Server virtualisiert, also in die Cloud verschoben, sodass als Nebeneffekt jetzt keine Wärme mehr aus dem Serverraum abgeführt werden muss. Leinebergland Druck war 2014 bundesweit eine der ersten Druckereien, die ihren CO 2 -Fußabdruck für das Unternehmen ermittelt hat. Dafür wird die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens unter die Lupe genommen. Welche Erkenntnisse konnten Sie aus diesem Prozess ziehen? Definitiv haben wir im Bereich Stromeinkauf dazugelernt. Da Strom den größten Teil der von uns verursachten CO 2 -Emissionen ausmacht, haben wir geprüft, was es kostet, wenn man den Strom klimaneutral einkauft. Dabei kam heraus, dass viele Stromlieferanten bereits stückweise regenerative Energien Immer mehr Kunden wollen ihre Produkte komplett klimaneutral drucken lassen. Bernd Klostermeyer einsetzen und die Kosten für klimaneutral eingekauften Strom kaum höher ausfallen. Wir haben umgestellt und was am Ende an CO 2 -relevanter Energie übrig bleibt, stellen wir klimaneutral, um das Statement „Wir denken und drucken Grün!“ bewusst zu unterstreichen. Also nicht nur der Kunde, der seinen Auftrag kompensiert, sondern auch wir tragen etwas zur Klimaneutralität bei. Das heißt, durch unseren Einsatz wird die Kompensation des einzelnen Druckauftrages für die Kunden preiswerter, weil wir die Energie, die bei uns im Unternehmen anfällt, schon klimaneutral gestellt haben. So muss der Kunde nur noch den Kompensationsaufwand für Rohstoffe, Papier, Druckplatten − also die extern anfallenden Emissionen − tragen. Wie kommen Ihre Initiative für die Umwelt und Ihr Firmenmotto bei den Kunden an? Wir merken, dass immer mehr Kunden, auch größere Konzerne mit mehreren Standorten, ihre Produkte komplett klimaneutral drucken lassen wollen. Nicht nur einen Auftrag, sondern alles, von der Weihnachtskarte bis zum Geschäftsbericht. Das ist eine Firmenphilosophie, die dann auch auf FSC- oder PEFC-zertifiziertes Papier achtet. Das gehört dazu, um heute sein Unternehmen als nachhaltigen Betrieb darzustellen. Vor 10 Jahren waren es ein oder zwei Kunden. Heute ist ein steigender Prozentsatz aller Aufträge, die wir produzieren, zumindest CO 2 -neutral, meist in Verbindung mit nachhaltig zertifiziertem Papier. Und das ist gut so. Jeder muss etwas dazu beitragen, dass wir unsere Umwelt ein bisschen in den Arm nehmen und schützen. Wenn ein Kunde Geld in die Hand nimmt, vielleicht nur 15,- oder 20,- Euro pro Auftrag, dann zeigt er doch, dass ihm die Umwelt nicht egal ist. Und wenn der Kunde das tut, dann packen wir gerne die andere Hälfte noch oben drauf und schaffen eine schöne Win-win-Situation für eine gemeinsame saubere Zukunft. 01/2018 // 13