Aufrufe
vor 3 Jahren

Nutzen 1-18 vdmno

  • Text
  • Unternehmen
  • Druck
  • Klimainitiative
  • Medien
  • Digitaldruck
  • Druckplatten
  • Drucken
  • Emissionen
  • Vdmno
  • Klimaneutral
  • Www.vdmno.de
Nutzen 1-18 vdmno

NUTZEN DIE PROFIS Besser

NUTZEN DIE PROFIS Besser 80% jetzt als 100% nie Längst hat der „Öko-Trend“ auch die Druckindustrie erfasst. Die Nachfrage nach sauberen Produkten und Dienstleistungen steigt. Die Stober GmbH aus Eggenstein bei Karlsruhe setzt sich selbst ganz bewusst hohe ökologische Ziele. Doch für Marcus Stober, Geschäftsführer des Unternehmens mit rund 55 Mitarbeitern, ist die umweltschonende Produktion nur ein kleiner Teil eines umfassend nachhaltigen Gesamtkonzepts. Für NUTZEN hat der Wirtschaftsingenieur offen über sein außergewöhnliches Verständnis von Nachhaltigkeit gesprochen. STOBER GMBH Eggenstein/Leopoldshafen Geschäftsführer: Jürgen Stober, Marcus Stober Mitarbeiter: 55 FOTOS: TOBIAS BUGALA, PRODUKTBILD: STOBER GMBH Herr Stober, Sie haben kürzlich in eine neue Halle investiert und Ihre Fläche nahezu verdreifacht. Was hat das mit Ökologie zu tun? Es ist für mich ökologisch, heute schon Dinge vorzubereiten, um in Zukunft optimal agieren zu können. Und zwar optimal im Hinblick auf wirtschaftliche, umweltbezogene und soziale Ziele. Als Unternehmer sollte man sich die Möglichkeit schaffen, ökologische Technologien einzusetzen und ressourcenschonende Prozesse zu organisieren, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind demgemäß bei Stober zunächst eine wichtige Ressource und kein Kostenfaktor. Aktuell bereiten wir einen in etwa fünf Jahren anstehenden Generationswechsel bei unseren Fachkräften vor und scheuen uns nicht, dafür bereits heute personell aufzustocken. Mit dieser Haltung haben wir die Investition in die neue Halle getätigt. Ganz abgesehen davon, dass wir unsere Logistikkosten reduzieren. Leistungen: Druckvorstufe, Druck, Weiterverarbeitung, Digitalmedien, Logistik, IT-Services Ökologie: • Biofarben, FSC-zertifizierte Papiere • ressourcenschonende Prozesssteuerung, chemiearme Druckplattenherstellung • CO 2 -kompensiertes Drucken, Wärmerückgewinnung durch Kreuzwärmetauscher Recycling: • Papier, Druckplatten, PE-Folie, Holz, Metalle, Kunststoffe • energieeffizienter Transport 16 // 01/2018

NUTZEN DIE PROFIS Wie planen Sie für die Zukunft? Gegebenheiten verändern sich und ich muss einen Weg finden, sie zu integrieren. Vorgefertigte Wege gibt es heute nicht mehr. Dabei wird sich unser Kerngeschäft in Zukunft nicht wesentlich verändern. Was sich aber disruptiv verändert, sind die Möglichkeiten, Prozesse optimal zu gestalten. Disruption allein steht jedoch im Widerspruch dazu, Veränderungen organisch anzugehen und mit wirksamer Nachhaltigkeit auszustatten. Deshalb heißt „optimal“ für mich, alle vorhandenen Ressourcen effizient zu nutzen – und zwar im Einklang zueinander. Im weitesten Sinne verstehen wir bei Stober das als „umfassende Ökologie“. Jeder Einzelne soll seine Potenziale leben können.“ Marcus Stober, Inhaber Druckerei Stober GmbH Gelebte Ökologie ist quasi die ständige Arbeit am Prozess? Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sage ... Früher war Ökologie für mich immer schwarz oder weiß. Richtig oder falsch. Heute würde ich eher sagen: Lieber 80 Prozent sofort umsetzen als 100 Prozent nie. Ökologie heißt ja nicht, dass man alles nur umweltfreundlicher machen will, sondern dass die Dinge auch umgesetzt werden. Ökologie muss daher immer mitgedacht werden. Und dann muss ich fragen, ob sich das zum jetzigen Zeitpunkt auch ökonomisch umsetzen lässt. Oder man muss sich zunächst mit einer Zwischenstufe zufriedengeben, die dann regelmäßig auf ihr Optimierungspotenzial hin überprüft wird. Wenn 80 Prozent realisiert sind, dann kann ich in einem nächsten Schritt an kleinen Stellschrauben drehen und den Prozess weiter verbessern. Mit dem Beginn ist das meiste schon geschafft. Publikation NEULAND des KIT (Karlsruher Institut für Technologie): Kooperation und Zusammenarbeit werden in langjährigen Kundenbeziehungen sichtbar. Ist also auch der Mensch eine Ressource? Früher habe ich mich immer sehr gegen den Begriff „Human Resources“ gewehrt. Heute sehe ich Menschen ganz klar als eine Ressource. Als Unternehmer haben wir die Verantwortung, diese Ressource optimal einzusetzen. D.h., wir müssen prüfen, wo können Mitarbeiter in ihrer Arbeit unterstützt werden? Und wie gefördert? Meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen will ich die Möglichkeit geben, sich individuell einzubringen und ihre Potenziale zu leben. Das ist für mich Orientierung an der Ressource – also auch ökologisch. Das scheint Ihnen besonders am Herzen zu liegen. Auf jeden Fall. Jeder Einzelne sollte sich bewusst sein, was er erreichen will. Auf dieser Basis können wir dann gemeinsam an der Umsetzung arbeiten. Das hat mit der Druckerei nichts zu tun, das ist eine Haltung. Dass Sie auch CO 2 -Emissionen kompensieren, sortenrein Müll trennen und eine im Branchenschnitt äußerst geringe Fehlleistungsquote um die 0,5 Prozent haben, ist da nur Nebensache? Es ist Teil des Gesamtkonzepts. Es geht immer nur darum, die Dinge, die wir einsetzen, optimal zu nutzen und Verschwendung zu vermeiden. Womit auch wieder der ökonomische Ansatz vertreten wäre. Für mich bilden umweltbezogene, wirtschaftliche und soziale Überlegungen eine Einheit. Das ist meine Philosophie. 01/2018 // 17