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NUTZEN GELD

NUTZEN GELD KÖNIGSDISZIPLIN DER DRUCKER Große Niederländer leben länger Die Lebensdauer eines Scheins hängt vor allem von seinem Wert ab, aber auch von seinem „Lebensraum“. Neben dem Klima spielen dabei die Gewohnheiten der Bevölkerung eine Rolle. Denn nicht überall werden Geldscheine wie hier üblich im Portemonnaie aufbewahrt – sondern in der Hosentasche oder anderen Kleidungsstücken. In „Portemonnaie-Ländern“ wie den Niederlanden halten sie am längsten, in Ländern mit einem hohen Anteil der Landbevölkerung am kürzesten. Die kleinen Fünf- oder Zehn-Euro-Scheine werden so viel benutzt, dass sie im EU-Durchschnitt schon nach sechs Monaten aus dem Verkehr gezogen werden. 50-Euro-Scheine leben rund zwei Jahre, 200er oder 500er schaffen im Durchschnitt sogar fünf, weil sie überwiegend im Tresor oder in der Brieftasche aufbewahrt und kaum beansprucht werden. Und dann? Dann werden sie unter strenger Überwachung geschreddert und zu zylindrischen Pellets verpresst, damit sich der Ausschuss besser entsorgen lässt, also zum Beispiel zu Gartenkompost verarbeitet oder endgültig verbrannt werden kann. DDR-MARK, D-MARK, EURO: AUCH ZAHLUNGSMITTEL SIND ZEITZEUGEN POLITISCHER ENTWICKLUNGEN Bild: Nikolai Sorokin - stock.adobe.com Das folgenreichste Mailing der Finanzbranche Waren Banknoten die Idee der Chinesen, haben uns die Amerikaner das Plastikgeld beschert. Bis Mitte der 1950er Jahre hatte dem Wort Kredit ein bittstellerischer Makel angehaftet. Jeder, der einen Bankkredit aufnehmen wollte, wurde mit fürchterlichem bürokratischem Aufwand durchleuchtet. Damit war am 18. September 1958 Schluss. Die Bank of America verschickte als Feldversuch 60.000 Kreditkarten an ihre Kunden in der kalifornischen Stadt Fresno. Im Anschreiben hieß es, jeder könne das „kostenlose Kreditkonto“ sofort in Anspruch nehmen, eine Prüfung der Kreditwürdigkeit fände nicht statt. Unterstützt wurde dieses Mailing von einer Werbekampagne mit Slogans wie „Trage stets die Karte in der Tasche!“. Die Aktion schlug ein wie eine Bombe, sie wurde auf andere Städte ausgedehnt, nach nur 13 Monaten gab es bereits zwei Millionen Karten für die Privatkunden der Bank, Kalifornien war abgedeckt. Über Nacht hatte die Bank einer zunehmend kauflustigen Verbrauchergruppe das Gefühl gegeben, über mehr Geld zu verfügen, als sie eigentlich hatte. Schulden machen war auf einmal bequem und alltäglich. Heute bieten American Express, Diners, JCB sowie die führenden Dachmarkengesellschaften MasterCard und Visa international ihre Dienste an. In Deutschland gesellte sich 1990 die erfolgreiche EC-Karte dazu und die Präferenz hierzulande ist klar: Rund 35 Millionen Kreditkarten stehen rund 107 Millionen EC-Karten (heute Girocards) gegenüber. Ein großer Unterschied zwischen ihnen ist, dass beim Bezahlen mit EC-Karte das Geld ein bis zwei Tage später vom Konto abgebucht wird. Bei der Kreditkarte ist das in der Regel erst zum Monatsende der Fall. Außerdem ist die EC-Karte an ein Girokonto gebunden, sie gehört heute quasi mit dazu. 10 // 01/2019

NUTZEN GELD Karten, die es in sich haben Während die meisten von uns mit ihren Karten einfach shoppen, Autos mieten oder essen gehen, setzen andere auf persönliche Modeberater in Luxusgeschäften (freilich außerhalb der Öffnungszeiten), Privatjets und einen nahezu unbegrenzten Kreditrahmen. Auch das lässt sich machen – mit den entsprechenden Karten. Die sind dann nicht einfach aus Plastik, sondern aus wertvollen Edelmetallen. Bild: Dmitriy K. - stock.adobe.com » Centurion Card von American Express Material: Titanium, Anmeldegebühr: 7.500 USD, Jahresgebühr: 2.500 USD » Visa Infinite Card von Sberbank Material: Gold und 26 Diamanten, Anschaffungskosten: 100.000 USD, Jahresgebühr: 35.000 USD » Reserve Card von JP Morgan Material: Palladium mit 23 Karat Gold versehen, ab Anlagevermögen von 10 Millionen USD bei JP Morgan, Jahresgebühr: 450 USD » First Royale Credit Card von der Bank of Dubai Material: Gold mit Diamanten, Vergabe nur auf persönliche Einladung an die reichsten Personen der Welt mit neunstelligem Vermögen, Jahresgebühr: keine Vierstelliger BIN-Code (Bank Identification Number) ACHTUNG: Viele der Kreditkarten aus Palladium, Gold und Diamanten werden weder von Kreditkartenlesern noch von Bankomaten akzeptiert. Es ist daher unter Umständen ratsam, eine Plastikkarte oder etwas Bargeld mit sich zu führen. Kartennummer Sicherheitschip Ende der Kartengültigkeit Kartenprüfnummer Hologramm Magnetstreifen 1234 567 Unterschriftenfeld Bild: Shutterstock.com Vollständiger Name des Kreditkarteninhabers Emittent Rund 35 Millionen Kreditkarten und etwa 107 Millionen EC-Karten sind in Deutschland im Umlauf. Die Bedruckung und die Produktion der Karten unterliegen strengen Vorschriften und stellen höchste Ansprüche an Präzision und Sicherheit. 01/2019 // 11