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NUTZEN DIE FIRMA Die analoge und die digitale Welt vereinen Giesecke+Devrient: Banknoten sind das sicherste Zahlungsmittel der Welt Reinhard Plaschka, Leiter der Banknotenproduktion beim Münchner Unternehmen G+D Currency Technology, im Gespräch mit Claire Piasentin, Referentin PR/Kommunikation beim VDMB. Reinhard Plaschka, Leiter der Banknotenproduktion beim Münchner Unternehmen G+D Currency Technology, hält eine hauseigene Musterbanknote in der Hand. Auf ihr sind die neuesten Sicherheitsmerkmale zu sehen, illustriert am Motiv einer arktischen Welt mit Eisberg und Pinguin. „Die Sicherheitsmerkmale, also etwa Fäden, Folien oder Fenster, werden zu einem großen Teil bereits in das Trägermaterial, das Substrat, eingebettet“, erklärt Plaschka. „Bargeld ist das sicherste Zahlungsmittel der Welt. Laut der letzten Fälschungsstatistik der Europäischen Zentralbank sind Banknoten zu rund 99,99 Prozent sicher. Banknoten sind ein komplexes Hochtechnologieprodukt.“ Der Sicherheitsfaden auf der Musternote beispielsweise basiert auf Mikrospiegel- und ColourShift-Technologie. Wird die Banknote gekippt, verändern die dreidimensional erscheinenden Ringe und Bögen auf der Oberfläche jeweils ihre Position zueinander und erzeugen beim Kippen der Banknote dynamische Farbwechsel. „Das“, so Plaschka „ist für Fälscher nicht imitierbar.“ Sicherheit ist nicht der einzige Grund, warum Plaschka auch persönlich ein Fan von Bargeld ist: „Nur bei der Barzahlung ist der Schutz meiner Daten und Privatsphäre gewährleistet. Bargeld ist für mich ein Stück Freiheit. Außerdem sind Banknoten mehr als nur ein Stück Papier: Sie sind die Visitenkarten einer Nation. Mit ihren Motiven laden sie zur Identifikation ein.“ SCHON GEWUSST? » Die Herstellungskosten für 1.000 Banknoten belaufen sich, je nach Ausstattung und Größe, auf 40–100 Euro. » Die in der Produktion teuerste Banknote der Welt ist der Schweizer Franken mit etwa 400 CHF pro 1.000 Stück. 18 // 01/2019

NUTZEN DIE FIRMA Banknoten vereinen analoge und digitale Komponenten Bargeld ist ein Wachstumsprodukt. Die Menge an Banknoten im Umlauf wächst weltweit um rund drei bis fünf Prozent pro Jahr. G+D Currency Technology ist weltweiter Marktführer in Advanced Currency Management, analogen und digitalen Lösungen für den gesamten Währungskreislauf. Das Unternehmen beliefert rund 150 Länder weltweit mit seinem Portfolio, von Substraten und Sicherheitsmerkmalen über Design und Druck bis hin zu Banknotenbearbeitungssystemen und Banknotenvernichtung sowie der Planung und dem Bau von Cash Centern, Papierfabriken oder Notendruckereien. „Wir sind auch zunehmend Partner für unsere Kunden, wenn es um digitale Lösungen und Anwendungen geht“, sagt Plaschka. „Eine Banknote ist ein hochtechnisiertes analoges Produkt, das inzwischen sehr viele digitale Prozessschritte durchläuft, von der nahtlosen Nachverfolgung jeder einzelnen Banknote im Druckprozess über die Analyse der Qualitätsdaten in der Endverarbeitung bis zu webbasierten Portalen, über die Kunden in Echtzeit jeden einzelnen Produktionsschritt einsehen können. Wir bieten auch die Fernwartung von Bearbeitungssystemen per digitaler Schnittstelle an, die digitale Steuerung und Überwachung von Bargeldmanagement in Cash Centern und beraten Zentralbanken beim Thema digitale Währung.“ Banknoten im Druckprozess: 50-Euro-Scheine leben rund zwei Jahre, 200er oder 500er schaffen im Durchschnitt sogar fünf, weil sie weniger beansprucht werden. FOTO: GIESECKE+DEVRIENT GMBH Je abstrakter und digitaler die Welt wird, desto mehr sehnen sich die Menschen nach etwas Greifbarem.“ Reinhard Plaschka, Leiter Banknotenproduktion Banknotendruck ist Königsdisziplin Plaschka ist davon überzeugt, dass Banknoten als analoges Produkt nach wie vor gefragt sind: „Je abstrakter und digitaler die Welt wird, desto mehr sehnen sich die Menschen nach etwas Greifbarem. Und eine Banknote ist schon durch die Vielzahl der Druckverfahren ein sehr stark haptisches Produkt. Die Herstellung von Banknoten gehört zu den Königsdisziplinen im Druck und ist noch echte Druckkunst.“ Eine Banknote wird in sechs Produktionsschritten auf ein Substrat gedruckt, das entweder zu 100 Prozent aus Baumwolle besteht oder einem Hybridprodukt, also einem Baumwollkern mit Polymerummantelung. Zunächst wird der Untergrund durch Nass-Offsetdruck und indirekten Hochdruck erzeugt. Dadurch werden Hintergrund und Farbigkeit der Banknote bestimmt. Dies geschieht simultan auf Vorder- und Rückseite in einem Druckschritt. Im nächsten Schritt erfolgt der Stichtiefdruck. Er erzeugt beim Hauptmotiv der Note das Relief, das als ein Sicherheitsmerkmal der Banknote gilt. Hierbei wird das Papier mit der Kraft von 80 Tonnen verprägt. Dieser Druck ist nicht nur für die Oberfläche, sondern auch für den besonderen Klang des Papiers verantwortlich. Auch optisch variable Siebdruckelemente, deren Effekte auf einer klar definierten magnetischen Ausrichtung der Farbpigmente basieren, sind auf dem Schein verarbeitet. Zum Schluss werden die Banknoten zum Schutz vor Schmutz und Witterungseinflüssen im Flexodruck lackiert und gelangen in die Endverarbeitung. Dort werden die Bögen geschnitten, jede einzelne Banknote genau überprüft und verpackt. 01/2019 // 19