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PSO-Zertifizierung:

PSO-Zertifizierung: Überbetriebliche Ausbildungsstätte erfolgreich mit prozessfreier Platte Im Rahmen eines vdmno-Netzwerkes PSO war die Messung von prozess- und chemiefreien Druckplatten Thema. Es gab intensive Diskussionen darüber, ob der Gebrauch „solcher“ Platten im täglichen Druckprozess funktioniert. Selbst Vorteile wie der Wegfall von Entwicklerchemie und Wasser, konnten die hartnäckigen Vorurteile nicht ausräumen. Die Entschichtung in der Maschine führt zu Verschmutzungen im Feuchtwasser der Druckmaschine, die Prozesskontrolle ist schwierig, die Platten sind empfindlich und für hohe Auflagen ungeeignet, das waren nur einige Meinungen der Teilnehmer. ▶ Die Idee So wurde die Idee geboren, einen echten Alltagstauglichkeitstest durchzuführen. Die überbetriebliche Ausbildungsstätte für Druck & Medien im NordOsten (üa), die Ausbildungseinrichtung des vdmno in Oldenburg, hat sich bereit erklärt die Ende des Jahres anstehende PSO- Zertifizierung mit einer prozessfreien Platte durchzuführen. Udo Eickelpasch (rechts), Geschäftsführer der pxmno, und Ronny Willfahrt, Referent Technik im vdmno, gratulieren der Geschäftsführerin ▶ Die Vorbereitungen des bkdmno (überbetriebliche Ausbildungsstätte für Druck & Medien im NordOsten) Katrin Stumpenhausen zur erfolgreichen PSO-Zertifizierung Ende Oktober 2018 war es soweit. Die CtP-Anlage wurde von den Technikern der Herstellerfirma optimal für die Druckplatte eingestellt. Nach der Reinigung der CtP- Anlage, erfolgte die Festlegung der Belichtungsgeschwindigkeit der Anlage bei diesem Plattentyp und die Abstimmung der Laserleistung und der Geschwindigkeit aufeinander. Auch der Workflow der üa wurde mit entsprechenden Templates und Hotfolder neu eingerichtet. Fotos: vdmno Die Prozesskontrolle der Platte ist durch das geringe Kontrastverhältnis zwischen druckenden und nicht druckenden Bereichen auf der belichteten Druckplatte noch immer problematisch. Aktuell ist eine 10-pt Schrift lesbar, so dass eine Plattenidentifizierung möglich ist. Für die zuverlässige messtechnische Beurteilung muss die Platte aber entschichtet werden, was im Alltag allerdings wenig praktikabel ist. X // 01/2019

▶ Der Ablauf Eine vom Platten-Hersteller entwickelte Testform wurde belichtet und von Hand mit einem WashOut-Finisher auf Zitrusbasis entschichtet. So wurde der Fokus eingestellt und für die zukünftigen Belichtungen genau abgestimmt. Diese Focuseinstellung hängt von der Plattendicke ab und muss genau bestimmt werden, damit der optimale Punkt auf die Platte belichtet werden kann. Mit Hilfe einer Dichtemessung über den Gelbkanal des Messgerätes wird dabei der beste Wert bestimmt. Vor der eigentlichen PSO-Zertifizierung, wurde dem Ausbilder Druck und Druckverarbeitung der üa, Herr Moritz, die Handhabung prozessfreier Platten und deren Funktion in der Druckmaschine genau erläutert. Die Verfahrensweisen unterscheiden sich nicht wesentlich von Thermoplatten, die bislang in der üa eingesetzt wurden. Zu beachten ist aber, dass die prozessfreien Platten nur beschränkt weißem und gelbem Licht ausgesetzt werden dürfen, da sie UV-empfindlich sind. Der Hersteller-Techniker erläuterte, dass so die Schicht direkt in den Feuchtmittelkreislauf gelangt und diesen auf Dauer verschmutzt. Nach der Anpassung der Parameter und der Nachjustage zeigte sich, dass die Schicht über den Bedruckstoff abtransportiert wurde, ohne Farboder Feuchtwerk zu verunreinigen. ▶ Die Zertifizierung Für die PSO-Zertifizierung ermittelte Herr Moritz von den linear abgedruckten Platten je Druckwerk und Farbe die entsprechenden Kennlinien, um die geforderten Zieltonwerte zu erreichen. Bei der Prüfung selbst musste nur noch in einem Werk die Kennlinie leicht angepasst werden, um die gewünschten Werte zu erreichen– das ist üblich und erlaubt. So konnte anschließend schnell die Auflage gedruckt werden. Zur Kontrolle gingen die Bogen dann zum vdmno und zur Fogra. Die Messergebnisse waren sehr gut und der erneuten erfolgreichen Zertifizierung stand nichts im Wege. ▶ Für Techniker Ohne Kurveneinfluss, also linear, wurde dann die erste Platte mit der ermittelten Umdrehungsgeschwindigkeit und Belichtungsstärke ausgegeben und anschließend in die Druckmaschine eingespannt. ▶ Das Prinzip Während des Anlaufens der Druckmaschine wurde über die gesamte Oberfläche also die Plattenschicht Feuchtmittel aufgetragen. An den nicht bebilderten Stellen quillt die Schicht vom Feuchtmittel an und die Entfernung der Druckfarbe wird vorbereitet. So ist eine erfolgreiche Übertragung der Farbschicht von der Druckplatte in das Farbwerk und weiter über das Gummituch auf die ersten Makulaturexemplare aus der Druckmaschine möglich. Gunnar Moritz bei der Zertifizierung ▶ Die Schwierigkeiten ▶ Das Fazit Die in der Druckmaschine eingespannte Druckplatte lief sofort – ohne abgedruckt zu sein – frei. Das bedeutet: Die Feuchtung und Vorfeuchtung waren nicht auf das minimale Niveau eingestellt. Auch mit einer prozessfreien Druckplatte kann man eine erfolgreiche PSO-Zertifizierung erreichen. Wir gratulieren! 01/2019 // XI