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Nutzen 2-18 vdmno

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NUTZEN TARIFPOLITIK Für

NUTZEN TARIFPOLITIK Für ein modernes Tarifwerk ZEIT FÜR EINEN NEUEN MANTEL V. i. S. d. P.: Bundesverband Druck und Medien e. V. | Friedrichstraße 194–199 | 10117 Berlin Der Bundesverband Druck und Medien reagiert auf die seit Jahren sinkende Akzeptanz des Mantel tarifvertrages der Druck industrie und die Blockadehaltung der Gewerkschaft: Nach einem entsprechenden Beschluss seines Sozialpolitischen Ausschusses hat der Arbeitgeber verband den Manteltarifvertrag mit Wirkung zum 30. September 2018 gekündigt. In den Betrieben der Druckindustrie hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Unser Manteltarifvertrag hat damit nicht Schritt gehalten und sich so von der Realität entfernt. Wir wollen die Erosion des Flächen tarif vertrages stoppen und das Tarifwerk der Druck industrie für die Zukunft fit machen. Es ist Zeit für einen neuen Mantel. Der bvdm versorgt Mitgliedsunternehmen mit Informationen und Materialien wie zum Beispiel Plakaten zum Aushang im Betrieb. Für unsere Druckindustrie Ihre Arbeitgeber. Das Tarifjahr 2018 ist in vollem Gange. Nach den Abschlüssen in der Metallund Elektroindustrie und dem Öffentlichen Dienst diskutiert die Chemische Industrie ab Juli über die Entwicklung der Entgelte. Auch in der Druck- und Medienbranche werden die Arbeitsbedingungen neu verhandelt: Bereits seit Beginn des Jahres suchen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage mit den Gewerkschaften eine Einigung über neue Gehaltstarifverträge für Redakteure, im September beginnt die Lohnrunde für die Druckindustrie. Für die anstehenden Tarifgespräche hat der bvdm am 16. April in Frankfurt mit der Wahl der Tarifverhandlungskommission 2018 die Weichen gestellt. Für die Druckindustrie geht es in diesem Jahr allerdings nicht „nur“ um die Löhne: Der bvdm hat nach ergebnislosen Reformgesprächen mit ver.di den Manteltarifvertrag zu Ende September 2018 gekündigt. Auf diese Kündigung hat die Gewerkschaft mit dem zu erwartenden Furor reagiert. Die Vorwürfe an die Arbeitgeber, die für einen neuen Mantel geforderte Annäherung der tariflichen Regelungen an die betriebliche Realität sei „unsozial“, gehen aber an der Sache vorbei. Die Tarifparteien mussten zur Kenntnis nehmen, dass in vielen Betrieben bereits eine Erosion des Flächentarifvertrages stattgefun- 34 // 02/2018

NUTZEN TARIFPOLITIK Die neu gewählte Verhandlungskommission des Bundesverbandes Druck und Medien. Bild: Andreas Döring den hat. Diese Entwicklung wollen die Arbeitgeber stoppen. Ein moderner Tarifvertrag muss den Betrieben Luft zum Atmen lassen und ihnen die Möglichkeit geben, betriebsspezifische Angelegenheiten selbst zu regeln. Zu starre Tarifregelungen und ein unrealistisch hohes Tarifniveau führen dazu, dass Betriebe der Tarifbindung den Rücken kehren. Viele Branchen haben dies bereits erkannt und sind z. B. von der starren 35-Stunden-Woche abgerückt. Eine Ausdehnung des bestehenden Arbeitszeitkorridors kann auch Betrieben der Druckindustrie in verschärfter Wettbewerbssituation bessere Produktionsbedingungen verschaffen und damit Arbeitsplätze sichern. Bei Zuschlägen und Sonderzahlungen nimmt die Druckindustrie eine Spitzenposition ein. Diese können sich viele Betriebe nicht mehr leisten. Gleiches gilt für die Regeln zur Besetzung von Druckmaschinen. Die betriebliche Abweichung vom Tarifvertrag ist hier die Norm. Wenn aber die Akzeptanz tariflicher Regelungen immer weiter abnimmt, wird es Zeit, diese auf den Prüfstand zu stellen. Was die Arbeitgeber fordern, gilt in vielen Betrieben ohnehin. Die meisten Arbeitnehmer würden daher überhaupt keine Änderungen spüren. Zudem sind die Arbeitgeber auch für kompromissfähige Reformvorschläge der Gewerkschaft offen. Denn: Ein lebendiger Tarifvertrag muss sich wandelnden Rahmenbedingungen anpassen können, sonst taugt er nur noch als Staubfänger im Regal. Der Manteltarifvertrag ist in weiten Bereichen dringend reformbedürftig. Er engt die Betriebe so stark ein, dass immer mehr von ihnen die Tarifbindung verlassen. Es nützt nichts, diesen Zustand zu beklagen oder die Augen davor zu verschließen. Arbeitgeber und Gewerkschaft müssen als Tarifpartner gemeinsam eine Lösung finden.“ Sönke Boyens, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses des bvdm 02/2018 // 35

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Nutzen 02/2020 Ausgabe NordOst
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