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NUTZEN TARIFABSCHLUSS

NUTZEN TARIFABSCHLUSS Was lange währt – Tarifabschluss in der Druckindustrie V. i. S. d. P.: Bundesverband Druck und Medien e. V. | Friedrichstraße 194–199 | 10117 Berlin SO GEHT ES DOCH NICHT WEITER. Zukunftssichere Tarifverträge? Moderne Arbeitsbedingungen? ver.di hat bisher alle Angebote der Arbeitgeber zur Lösung des Tarifkonflikts einfach ignoriert. Es hilft aber nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben angeboten, den Manteltarifvertrag für alle jetzigen Arbeit - nehmer wieder in Kraft zu setzen, von A wie Arbeitszeit bis Z wie Zuschläge. Über moderne Besetzungsregeln, mehr Gestaltungsspielraum für betriebliche Lösungen und eine Reform des Manteltarifvertrages für neue Mitarbeiter wollen wir mit ver.di reden. Zur Zeit gibt es auf Grund der Blockade durch ver.di aber nicht einmal einen neuen Verhandlungstermin. Das bedauern wir sehr. Streiks, die Ihrem Betrieb und damit auch allen Mitarbeitern schaden, sind jedenfalls keine Lösung. Den Kopf aus dem Sand zu ziehen und der Realität ins Auge zu sehen, wäre aber schon mal ein Anfang. Für unsere Druckindustrie Ihre Arbeitgeber. Mit Plakaten, Flyern und Hintergrundinformationen hat der bvdm Betriebe und Beschäftigte über den Stand der Gespräche und die Positionen der Verhandlungspartner informiert. In der achten Verhandlungsrunde haben bvdm und ver.di einen Tarifabschluss für die Druckindustrie erreicht. Neben einem neuen Lohnabkommen einigten sich die Tarifpartner auf einen verbindlichen Fahrplan zur Reform des Tarifwerks. Der Sozialpolitische Ausschuss des bvdm hat am 29. Mai über die Annahme des Tarifergebnisses entschieden. Lohnabkommen – 3 Jahre Planungssicherheit Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich auf ein neues Lohnabkommen mit einer Laufzeit von insgesamt 36 Monaten. Die Tariflöhne steigen in drei Schritten an: um 2,4 Prozent rückwirkend zum 1. Mai 2019, um weitere 2,0 Prozent ab 1. Juni 2020 sowie um weitere 1,0 Prozent zum 1. Mai 2021. Das Lohnabkommen ist erstmals zum 31. August 2021 kündbar. Manteltarifvertrag – ein neuer Anlauf Deutlich schwieriger gestaltete sich das Finden eines Kompromisses zum Manteltarifvertrag (MTV), der durch den bvdm zum 30. September 2018 gekündigt worden war. Eigene Ideen zur Modernisierung des völlig veralteten Tarifvertrages hatte die Gewerkschaft nicht präsentiert, stattdessen hatten sich die ver.di-Vertreter darauf beschränkt, alle Kompromissvorschläge abzulehnen, selbst solche, die ursprünglich aus den eigenen Reihen stammten. Nun wurde vereinbart, ab Juni 2019 einen neuen Anlauf zur Reform des Tarifwerks zu unternehmen. 16 // 02/2019

NUTZEN TARIFABSCHLUSS Um die Verhandlungen ohne die Belastungen eines Arbeitskampfes führen zu können, wurde vereinbart, den Manteltarifvertrag vorübergehend, für die Zeit der Verhandlungen, wieder in Kraft zu setzen. Kommt es zu keiner Einigung, endet der MTV automatisch zum 30. April 2021. Gegenstand der Gespräche sollen aus Sicht der Arbeitgeber die Neuregelung von Arbeitszeit, Zuschlägen, Urlaubsgeld und Jahresleistung sowie der Anhänge zum MTV sein. ver.di wird bis spätestens 30. September 2019 einen eigenen Themenkatalog einbringen, darin wird in jedem Fall die Forderung nach allgemeinverbindlichen Branchenmindestlöhnen enthalten sein. Um eine zügige Einigung zu erzielen, haben die Tarifvertragsparteien vereinbart, sich alle zwei Monate zu treffen. Mit dieser Verhandlungsverpflichtung lässt ver.di erstmals ernsthafte und verbindliche Verhandlungsbereitschaft erkennen. Im Laufe der Verhandlungen war zuvor der Eindruck entstanden, dass ver. di den Flächentarifvertrag bereits vollständig aufgegeben hatte. Da der bvdm nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen wollte, hatte ver.di die Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern und Nord-West wiederholt zu regionalen Verhandlungen aufgefordert und versucht, dort in einzelnen Betrieben gezielt Druck durch Streiks aufzubauen. In den übrigen Landesteilen gelang ver.di die Mobilisierung längst nicht mehr; an der Gestaltung der Arbeitsbedingungen in diesen Regionen hatte die Gewerkschaft daher offenbar auch kein Interesse. Der bvdm dagegen hat stets betont, dass die Arbeitgeber am Erhalt des bundesweit einheitlichen Flächentarifvertrages interessiert sind. Alle Verbände haben daher diesen Versuch, sie gegeneinander auszuspielen, abgelehnt. Der bvdm geht mit der deutlichen Erwartung an ver.di in die nächste Verhandlungsrunde zum MTV, dass die Gewerkschaft selbst ernsthafte Reformvorschläge unterbreitet, die für beide Seiten tragfähig sind. Andernfalls wird eine Einigung auch im neuen Anlauf nicht gelingen. INFOS ZUM TARIFABSCHLUSS bvdm-online.de/tarif V. i. S. d. P.: Bundesverband Druck und Medien e. V. | Friedrichstraße 194–199 | 10117 Berlin VER.DI WILL NICHT WEITER Seit Monaten versuchen die Arbeitgeber, mit ver.di eine Einigung über ein neues Lohnabkommen zu erzielen. Sie haben zwei Lohnerhöhungen von insgesamt 3,8 Prozent und zwei Einmal zahlungen (insgesamt 400 Euro) angeboten. Und der Mantel tarif vertrag soll für zukünftige Mitarbeiter an die modernen Arbeits bedingungen angepasst werden. Ver.di weigert sich derzeit jedoch, mit dem bvdm zu verhandeln. Das ist unfair gegenüber den Beschäftigten. DESHALB ZIEHEN WIR VOR Die Tarifkommission des bvdm empfiehlt den Betrieben, die Löhne und Gehälter ab 1. März um 1,8 Prozent zu erhöhen. Als Zeichen guten Willens erhalten die Arbeit - nehmer mit dieser freiwilligen Erhöhung zumindest einen Ausgleich für die Preissteigerungen. Und natürlich tun wir alles dafür, ver.di wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. Unsere Terminvorschläge liegen ver.di vor. Für unsere Druckindustrie Ihre Arbeitgeber. ZEIT FÜR EINEN NEUEN MANTEL In den Betrieben der Druckindustrie hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Unser Manteltarifvertrag hat damit nicht Schritt gehalten und sich so von der Realität entfernt. Wir wollen die Erosion des Flächen tarif vertrages stoppen und das Tarifwerk der Druck industrie für die Zukunft fit machen. Es ist Zeit für einen neuen Mantel. Für unsere Druckindustrie Ihre Arbeitgeber. V. i. S. d. P.: Bundesverband Druck und Medien e. V. | Friedrichstraße 194–199 | 10117 Berlin BILDER: BVDM 02/2019 // 17