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Ist das auf Dauer nicht

Ist das auf Dauer nicht zu teuer? Das ist Dienstleistung. Wir müssen natürlich auch darauf achten, dass Dienstleistung honoriert wird. Früher wurde der Preis per Tausend Bogen eingepreist, da war alles inklusive. Das ist heute aufgrund der Marktsituation nicht mehr möglich. Wir haben einen marktgerechten Preis für das Papier, aber ein Premium-Service kostet eben auch etwas mehr, zum Beispiel dreimal am Tag anzuliefern. Apropos Preise. Es hat zuletzt gleich mehrere Preiserhöhungen für grafische Papiere und Officepapiere gegeben. Wie erklärt sich der Preisanstieg? Es ist ja bekannt, wie es um die Papierhersteller steht. Wenn wir über Papierpreise sprechen, dann müssen wir festhalten, dass es in den letzten zehn Jahren keine Preiserhöhungen gab. Die Preise sind kontinuierlich gefallen, bis auf ein ungesundes Niveau. Viele Papierhersteller sind verschwunden oder haben Maschinen um- oder abgebaut. Bekannte Namen wie Zanders, Scheufelen, Feldmühle und aktuell die ArjoWiggins-Gruppe sind mit ihrem Portfolio nicht mehr im Markt. Diese Hersteller haben ja keinen schlechten Job oder schlechte Papiere gemacht. Marktveränderungen und explodierte Zellstoffpreise bei nicht integrierten Werken haben dazu geführt, dass sie mit dem Rücken an der Wand standen. Aber den Preisdruck spüren ja alle, auch die Druckereien! Wenn man sich den Handel ansieht: was wollen wir noch tun? Der Markt ist ausgequetscht. Als Papiergroßhändler stehen wir zwischen der Industrie und den Druckereien, die uns unter Druck setzen. Unsere Möglichkeiten sind ausgeschöpft, schließlich veredeln wir die Produkte ja nicht, wir machen aus großen Einheiten Kleine. Es ist schwierig, in diesem Geschäft Margen zu erzielen. Das hat dazu geführt, dass mit der Deutschen Papier ein Händler verschwunden ist. Auch die avisierte Übernahme von Papyrus durch die Inapa-Gruppe, vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes, ist in diesem Kontext zu sehen. Der Großhandel hat seine Kosten bis zum Ende ausgedünnt. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Einige Widrigkeiten der Branche hätten wir damit angerissen. Welche Entwicklungen machen Ihnen auf der anderen Seite Mut? Auch wenn Druckereien verschwinden und es einen Trend zu großen Druckfabriken gibt: wir sehen auch, dass besondere Produkte und Kundenbeziehungen entstehen, die Große nicht bieten können. Wir beobachten Zusammenschlüsse, bei denen jedes beteiligte Unternehmen seine Stärken ausspielen kann, wo zum Beispiel der klassische Offsetdruck, der Digitaldruck und Veredelungstechniken sinnvoll zusammengeführt werden. Mit modernen IT-Systemen können dort tolle Services geboten werden. Und das haptische Erlebnis, das Besondere, das Gedruckte gewinnt wieder an Stellenwert. Welche persönliche Fähigkeit hat Ihnen in den 25 Jahren bei Michaelis am meisten genützt? Das Vertrauen in die Veränderung. Wir müssen uns alle verändern, sogar immer schneller. Trotz aller notwendigen Veränderungen sollte man seine Visionen im Auge behalten, denn sie erlauben es, das Denken auf die Zukunft zu richten. Ich persönlich habe mich auch einmal mit dem Mars beschäftigt. Eine Michaelis-Niederlassung auf dem Mars könnte ich mir gut vorstellen. Ich fürchte nur, man wird mich auf diese Reise nicht mehr mitnehmen. Tragen Sie diesen Mindset auch hier ins Haus und fordern selbigen von den Mitarbeitern ein? Ja, hier darf sich jeder frei entfalten, das wird auch von den Geschäftsführern gefördert. Wir fordern unsere Mitarbeiter auch zum Querdenken auf. Bei der IGEPA gibt es die Mission Morgen - Service / Vielfalt / Mehrwert für unsere Kunden, aber auch für die Mitarbeiter sich einzubringen und Ideen zu entwickeln. Heute ist ein Freitag, hinter uns liegt eine arbeitsreiche Woche. Sie wirken dennoch entspannt und ausgeglichen. Sind Sie ein eher unaufgeregter Typ? Ich bin entspannt in aller Regel, das muss man auch vorleben, trotz aller Schwierigkeiten. Ich habe schon viel erlebt und das hilft mir in der heutigen Zeit wirklich sehr. Freuen Sie sich freitags mehr auf das Wochenende oder sonntags mehr auf die neue Arbeitswoche? Jetzt muss ich vorsichtig sein bei dieser Frage. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich sonntags tatsächlich auf die Arbeit freue. Aber natürlich ist am Freitag auch die Vorfreude auf die Familie groß. Zum Abschluss eine kleine Schnellfragerunde. Die schwerste Entscheidung in meinem Leben war ... Im Privaten noch einmal von vorne anfangen zu müssen. Beruf und Familie habe ich nicht zu jeder Zeit gut genug miteinander vereinbaren können. Ich habe daraus gelernt. Als ich 60 wurde, da habe ich mir gesagt ... Mach’ weiter so! So wie jetzt soll es noch lange weitergehen. Wäre ich nicht in der grafischen Industrie tätig, dann wäre ich ... Auch wenn es böse klingt: wahrscheinlich tot. Sonst vielleicht in der Raumfahrt. Zumindest dann, wenn meine Zensuren entsprechend gewesen wären. Raumfahrtingenieur oder Astronaut? Ich wäre gerne geflogen. Das Gespräch führte Ronny Willfahrt. IV // 02/2019

vdmno-Camslider: Warum Laptop-Kameras besser abgeklebt werden Vor wenigen Jahren wurde man noch müde belächelt, wenn man seine Webcam am Laptop mit einem Stück blickdichten Klebeband abgedeckt hat. „Als wäre man so wichtig, dass jemand sich die Mühe machen würde, einen zu überwachen …“ Mittlerweile ist das Abkleben aber schon fast normal geworden. Webcam Abdeckung – Warum sollte man die Kamera am Laptop abkleben? Das eigentliche Problem sind kriminelle Hacker oder auch Spanner, die sich relativ einfach Zugang zur Webcam und dem Mikrofon verschaffen können. Anleitungen gibt es zuhauf im Netz und auch die Kontrollleuchte lässt sich häufig problemlos umgehen. Webcam abkleben – Was ist zu beachten? Wenn Sie Ihre Webcam abkleben möchten, solange sie nicht genutzt wird, nutzen Sie unseren, diesem Heft beiliegenden, vdmno-Camslider. 02/2019 // V