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Nutzen 2-19 vdmno

Einfacher - besser -

Einfacher - besser - billiger Lean Management am Beispiel 5-S-Methode und Kanban Effiziente Prozesse und ein reibungsloser Warenfluss sind unverzichtbar. Vielfach haben sich aber Routinen eingespielt, die einmal sinnvoll waren, die heute aber nicht mehr funktional sind. Hier setzen die Methoden des Lean Management („schlankes“ Management) an. Ihr Ziel: Alle wertschöpfenden Aktivitäten sind optimal aufeinander und auf den Kundenbedarf abgestimmt. Überflüssige Aktivitäten sind minimiert. Dazu stehen mehrere dutzend Instrumente und Methoden zur Verfügung. Deshalb ist ein gut überlegtes Einführungskonzept nötig: Was brauchen wir? Was kann gut kombiniert werden? Ein Workshop bei der BWH GmbH in Hannover demonstrierte ein Beispiel, wie der Weg beginnen kann. Dieser Workshop fand übrigens im Rahmen des Projekts Kompetenzen 4.0 statt. Der vdmno ist strategischer Partner des Projekts Kompetenzen 4.0, dass von der Fachkräfteinitiative Leine-Weser und der Wirtschaftsförderung der Region Hannover gefördert wird. Projektträger ist die QUBIC Beratergruppe GmbH. Ziel des Projekts, an dem sich neun Unternehmen beteiligen, ist die Entwicklung von Qualifizierungskonzepten für Beschäftigte und Führungskräfte. Im bisherigen Verlauf wurden dafür Grundlagen geschaffen durch Fallstudien und Befragungen. Aktuell werden Qualifizierungsmethoden und -formen erprobt. Das Projekt wird von den beteiligten Unternehmen mittels einer Steuerungsgruppe inhaltlich gelenkt und von einem Beirat fachlich und wissenschaftlich unterstützt. Fotos: Katrin Stumpenhausen VI // 02/2019

Ein guter Anfang Besonders die 5-S-Methode eignet sich zum Einstieg, verbunden mit einem einfachen Kanban-Verfahren. Sie setzt direkt an den Arbeitsplätzen an und liefert unmittelbare Ergebnisse: » Reibungslose Abläufe » Reduzierung von Liegezeiten und Lagerkapazitäten » Weniger Suchzeiten, weniger Verschwendung von Zeit, Raum und Material » Motivierte Mitarbeitende » Kostensenkung Die Methode besteht aus fünf Schritten, die im Japanischen alle mit „S“ beginnen (daher der Name): 1. (Aus)Sortieren (SEIRI): Kategorisieren und Aussortieren unnötiger Dinge 2. Systematisieren (SEITON): Systematisches Aufräumen der benötigten Dinge 3. Säubern (SEISO): Arbeitsplatz sauber halten 4. Standardisieren (SEIKETSU): Anordnungen durch Standards zur Regel machen 5. Selbstdisziplin (SHITSUKE): Kontinuierliches Durchlaufen aller Punkte und ständige Verbesserung des Zustands Diese Schrittfolge ist wörtlich gemeint! Alle Gegenstände an einem beliebigen Arbeitsplatz werden in drei Kategorien einsortiert: A = ist erforderlich; B = wird gelegentlich gebraucht; C = überflüssig. Im Schritt 4 werden die A-Gegenstände sinnvoll eingeordnet, B-Gegenstände eingelagert und C-Gegenstände entsorgt. Standards setzen Standards zu setzen und durchzugehalten ist der Schlüssel für einen dauerhaften Erfolg und damit die Wirksamkeit der Methode. Diese Standards werden so oft wie möglich so gestaltet, dass eine Abweichung sofort erkennbar ist. Beispiel: Werkzeug wird in Schaumstoffformen aufbewahrt, sodass ein Fehlen sofort bemerkt wird und Suchzeiten entfallen. Bei erforderlichen Verbrauchsmaterialien (Kategorie A, vgl. oben) kommt eine weitere Methode zum Zuge, die Kanban (= Karte) heißt. Kanban - eine gute Ergänzung Das Ziel eines einfachen Kanban ist es, stets genug, aber nicht zu viel Material am Arbeitsplatz zu haben. Vor allem wird vermieden, dass „plötzlich“ nichts mehr da ist. Kanban ist ein Instrument für selbststeuernde Kreislaufprozesse, besonders in der Materialbeschaffung. Damit kann z.B. die Kommunikation zwischen Lager und Arbeitsplätzen gesteuert werden. Das Prinzip ist aus jedem Baumarkt bekannt! Im Schraubenregal befindet sich vor den letzten zwei oder drei Dosen ein Schild mit einem Strichcode. Der wird eingescannt, damit wird dann die Nachbestellung ausgelöst. In unserem Fall ist eine Karte mit Daten in Klarschrift sinnvoller - und einfacher. Voraussetzungen für ein Kanban-System sind: » Möglichst regelmäßiger Durchfluss » Valide Daten zum durchschnittlichen Verbrauch » Daten zur Lieferzeit / Zuverlässigkeit Zur Vorbereitung sind vier Schritte notwendig: 1. Mindestbestand festlegen (+ Sicherheitszuschlag) 2. Wann muss ich bestellen, damit das Material noch bis zum Lieferzeitpunkt reicht? 3. Kanban-Karten produzieren 4. Mitarbeitende informieren, schulen Die Karten werden am Arbeitsplatz vor dem Mindestbestand platziert. Ist er erreicht, übergibt der Mitarbeiter sie an das Lager, das die angegebene Menge anliefert. Ähnlich kann der Lagerbestand in Zusammenarbeit mit den Lieferanten gesteuert werden. > 02/2019 // VII