Aufrufe
vor 3 Jahren

Nutzen 2-19 vdmno

Die Effekte überzeugen:

Die Effekte überzeugen: Es ist immer genug vorhanden, Lagerkapazitäten werden eingespart, und - Debatten über Zuständigkeiten gehören der Vergangenheit an. Konkrete Aktion mit direktem Erfolg Die ersten beiden Schritte der 5-S-Methode wurden im Workshop (siehe Kasten 2) an einem Arbeitsplatz durchgeführt. In kurzer Zeit füllten sich zwei Kartons im Umzugsformat mit überflüssigen Gegenständen und Dokumenten… Die Teilnehmer konnten so anhand einer realen Aktion einen Eindruck von dieser Methode bekommen. Sie konnten in der anschließenden Reflektion einschätzen, ob diese Methoden für Ihr Unternehmen geeignet sind und entscheiden, ob sie intensiver einsteigen wollen. Für den Betrieb und den Inhaber des Arbeitsplatzes selbst stellten sich schnell konkrete Verbesserungsmöglichkeiten heraus. Beispielsweise fehlte ein Schrank für die geordnete Ablage von Kleinmaterial (Handschuhe, Reiniger usw.). Als Erkenntnisse aus dem Experiment wurde festgehalten: » Kleiner Verbesserungsbedarf lässt sich schnell aufdecken und schnell abstellen » Aufgeräumte Arbeitsumgebung schafft eine bessere Atmosphäre » Wohlfühlen am Arbeitsplatz = weniger Krankenstand Schließlich wurden Empfehlungen für das Vorgehen in kleineren Betrieben zusammengetragen: 1. Chef und ein verantwortlicher Mitarbeiter starten als „Zugpferde“ 2. Mitstreiter gewinnen 3. Anderen Mitarbeitern die positiven Ergebnisse zeigen 4. Regelmäßig Ergebnisse kontrollieren Im Rahmen des Projekts Kompetenzen 4.0 wurde mit dem Workshop zur 5-S-Methode eine neue Form der Qualifizierung erstmals erprobt: Der vierstündige Workshop fand im teilnehmenden Betrieb statt. Neben den Mitarbeitenden aus dem Unternehmen nahmen Gäste aus anderen Betrieben teil. Nach einer kurzen Einführung wurden alle aktiv und räumten einen Arbeitsplatz im Betrieb auf (siehe Fotos). Anschließend reflektierte die Gruppe die Aktion und leitete Erkenntnisse ab, die bei künftigen Aktionen beachtet werden sollten. Auf diese Weise wurde ein eher theoretisches Konzept praktisch erfahrbar, ein erster Schritt in Richtung auf die Einführung der Methode gemacht und Wissen an die Gäste weitergegeben. Ziel des Projekts, an dem sich neun Unternehmen beteiligen, ist die Entwicklung von Qualifizierungskonzepten für Beschäftigte und Führungskräfte. Im bisherigen Verlauf wurden dafür Grundlagen geschaffen durch Fallstudien und Befragungen. Aktuell werden Qualifizierungsmethoden und -formen erprobt. Das Projekt wird von den beteiligten Unternehmen mittels einer Steuerungsgruppe inhaltlich gelenkt und von einem Beirat fachlich und wissenschaftlich unterstützt. Abschließend sei angemerkt, dass sowohl 5-S als auch Kanban über diesen ersten Eindruck hinaus ein erhebliches Potential enthalten. Es auszuschöpfen bedarf dann allerdings eines planvollen Vorgehens und einer Schulung der Arbeitsgruppe, die die Methoden umsetzt. Götz Hendricks, der in seiner Funktion als Geschäftsführer der QUBIC Beratergruppe sowie als Herausgeber der Zeitschrift QUBIC.praxis für diesen Artikel verantwortlich zeichnet. VIII // 02/2019

RECHT Umgang mit Urlaubsansprüchen Arbeitnehmer haben in jedem Kalenderjahr einen Anspruch auf Gewährung bezahlten Erholungsurlaubs. Nach dem Bundesurlaubsgesetz beträgt der gesetzliche Mindesturlaub bei einer 6-Tage-Woche 24 Werktage. Neben diesem gesetzlichen Mindesturlaub ergibt sich aus Tarifverträgen oder aus dem Arbeitsvertrag häufig ein höherer zusätzlicher Urlaubsanspruch. Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitnehmer den ihnen zustehenden Urlaubsanspruch nicht vollständig im laufenden Kalenderjahr geltend machen. Nach § 7 Abs. 2 des Bundesurlaubsgesetzes muss Urlaub jedoch grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr genommen und gewährt werden. Eine Übertragung auf das Folgejahr findet nur statt, wenn dies wegen dringender Gründe erforderlich ist. Der Urlaub muss dann spätestens bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden. In der Vergangenheit wurde daraus abgeleitet, dass der Urlaub eines Arbeitnehmers, der bis zum Jahresende seinen Urlaubsanspruch nicht beantragt hat, grundsätzlich verfällt. Dies galt nach der bisherigen Rechtsprechung selbst für den Fall, wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber rechtzeitig aufgefordert hatte, ihm Urlaub zu gewähren. Aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 06. November 2018 und nunmehr auch nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 19. Februar 2019 erlischt der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers nur dann am Ende des Kalenderjahres, wenn der Arbeitgeber zuvor konkret über den Urlaubsanspruch und die Verfallfristen belehrt hat und aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen. Dies bedeutet für die Praxis, dass Arbeitgeber künftig aktiv werden und ihre Mitarbeiter auf die Resturlaubsansprüche hinweisen müssen. In welcher Form eine solche Aufforderung des Arbeitgebers erfolgen muss, ist derzeit noch unklar. Aus Beweisgründen wird aber empfohlen, die Aufforderung, den Resturlaub bis zum Ende des Jahres zu nehmen, in Textform vorzunehmen. Eine formularmäßige Aufforderung im Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer dürfte nicht ausreichen und die arbeitgeberseitige Informationspflicht nicht erfüllen. Wann die Aufforderung des Arbeitgebers erfolgen muss, ergibt sich aus den oben genannten Entscheidungen nicht. Es dürfte jedoch rechtzeitig sein, wenn die Mitteilung so erfolgt, dass alle offenen gesetzlichen Urlaubsansprüche noch vor Ende des Bezugsraums genommen werden können. IMPRESSUM HERAUSGEBER Verband Druck & Medien NordOst e.V. Geschäftsstelle Hannover Bödekerstraße 10 ∙ 30161 Hannover T +49 511 33 80 60 ∙ F +49 511 33 80 620 Nutzen@vdmno.de ∙ www.vdmno.de GESCHÄFTSFÜHRUNG Harald Bareither (V.i.S.d.P.) REDAKTIONSLEITUNG & ANZEIGEN Katrin Stumpenhausen (V.i.S.d.P.) KONZEPT & LAYOUT Claudia Mentzen VDMNO-REDAKTIONSTEAM: Martin Maischak, Ronny Willfahrt, Joachim Wolpers, Tilman Schröder-Hohensee, Holger Schürmann, Henning Marcard Foto: AdobeStock_71493218 02/2019 // IX