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TECHNIK Über das Für

TECHNIK Über das Für und Wider von UV-Härtungsverfahren Mit dem Aufkommen von Niedrigenergie- und LED-UV-Technologien ist der UV-Offsetdruck auch für Akzidenzdrucker interessant. Seit Jahren sind die neuen Härtungsverfahren marktreif und Bogenoffsetdruckereien investieren verstärkt darin. Eine neue Publikation des bvdm fasst nun die Vor- und Nachteile aus verschiedenen Blickwinkeln zusammen und bezieht dabei die Praxiserfahrungen der zurückliegenden Jahre mit ein. Kaum eine Innovation hat den Offsetdruck zuletzt so bewegt wie das bei der drupa 2008 von Ryobi erstmals präsentierte LED-UV-Härtungsverfahren. Zehn Jahre später führen alle namhaften Hersteller von Offsetdruckmaschinen die UV-Härtung auf Basis von LED- oder Niedrigenergie-Systemen im Produktportfolio – und die Marktanteile steigen. Auch die Zulieferindustrie hat sich inzwischen weitgehend darauf eingestellt, so dass vor allem aus wirtschaftlicher Sicht einer Anwendung im Akzidenzdruck kaum noch etwas im Wege steht. Die neue Veröffentlichung „Niedrigenergie- und LED- UV-Druck – Chancen. Herausforderungen. Perspektiven.“ des bvdm beschreibt relevante Märkte, vermittelt die technischen Grundlagen, stellt Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen an und widmet sich den Umwelt- und Gesundheits schutz aspekten der UV-Härtung. Sie bietet wertvolle Informationen für alle, die sich – ob UV-Anwender oder nicht – mit dem Thema UV- Druck auseinandersetzen wollen, sei es, um eine Druckmaschinen investition vorzubereiten oder um fundierte Argumente für das Gespräch mit Kunden, Mitarbeitern, Kollegen und Zulieferern parat zu haben. So werden allen unbestreitbaren Vorteilen auch die Unsicherheiten gegenübergestellt, in die sich Anwender möglicherweise begeben. So sei es beispielsweise – wenn überhaupt – aktuell nur unter Laborbedingungen möglich, die Aushärtung der Druckfarben hinreichend genau zu prüfen. Auch sind gehärtete UV-Farben über Deinkingverfahren schlechter von der Papierfaser zu trennen, als konventionelle Druckfarben. Zudem existieren derzeit Unsicherheiten bei der Zulassung von Fotoinitiatoren, die sehr genau auf die Strahlerenergie abgestimmt sein müssen und die für die Aushärtung der Druckfarbe verantwortlich sind. Die in der Publikation beschriebenen problematischen Aspekte diskutiert der bvdm überdies an einem Runden Tisch UV-Druck, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und die Anwendungssicherheit zu erhöhen. Auch der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit wird ein Kapitel gewidmet und mit Modellrechnungen abgerundet. Aktuelle Entwicklungen, beispielsweise bei prozesslosen Druckplatten, mit denen der UV-Druck bisher nicht auflagenstabil genug möglich war, werden in die Betrachtung einbezogen, sodass für den Leser ein umfassendes Bild entsteht. //Hinweis Die Publikation „Niedrigenergie- und LED-UV-Druck – Chancen. Herausforderungen. Perspektiven.“ können Sie beim Verband Druck & Medien NordOst e.V. bestellen: Einfach eine Email an Ihr@vdmno.de Investition für Mitglieder: 49,– € zzgl. MwSt. und Versand Investition für Nichtmitglieder : 99,– € zuzüglich MwSt. und Versand X // 03/2018

Praxisbericht Seit der Gründung im Jahre 1991 hat sich die Color-Druck GmbH am Standort Holzminden zu einem innovativen, mittelständischen Unter nehmen weit über die Stadtgrenze hinaus entwickelt. In der vollstufigen Druckerei mit den Bereichen Prepress, Press und Post Press wird seit einigen Jahren mit einer Niedrigenergie-UV-Offsetmaschine gedruckt. Markus Pfitzner, verantwortlich für Auftragsmanagement, Unternehmensentwicklung und Projekte, gewährt im Gespräch mit Ronny Willfahrt einen Einblick. Herr Pfitzner, Sie haben vor einiger Zeit in eine Niedrigenergie-UV-Offsetmaschine investiert. Welche Erwartungen hatten Sie an die Technologie? Was gab letztlich den Ausschlag, in den UV-Offsetdruck einzusteigen? Die Niedrigenergie-UV-Technologie wird nun schon seit vier Jahren bei uns im Hause eingesetzt. Letztendlich stand damals ein Maschinenwechsel an und wir hatten die Wahl, ob wir weiterhin konventionell oder zukünftig mit Niedrigenergie-UV im Akzidenzmarkt produzieren wollen. Zu dem Zeitpunkt war die Niedrigenergie-UV-Technologie gerade voll im Kommen und wir hatten teilweise Bedenken, dass wir mit dem konventionellen Druck nicht mehr Up-to-Date für den nächsten Investitionszyklus sein werden. Natürlich konnten auch einige verfahrenstechnische Vorteile überzeugen, somit ist die Entscheidung für den Niedrigenergie-UV-Offset gefallen. Markus Pfitzner, Color-Druck GmbH Wurden Ihre Erwartungen erfüllt? Einige Erwartungen konnten leider nicht erfüllt werden. Laut den damaligen Angaben der Hersteller sollten die Kosten für Farben und Lacke aufgrund der zunehmenden Menge im Markt noch deutlich sinken. Dies hat sich nicht bewahrheitet. Bei den Verbrauchsmaterialen ist man somit vom Kostenniveau relativ hoch und auch die Wartungskosten für die UV-Trocknungsanlagen müssen im Vergleich zum konventionellen Druck getragen werden. Wir haben ursprünglich gedacht, dass wir uns besser im Veredelungsbereich bspw. bei Inline-UV-Hochglanzlackierungen positionieren können. Meist sind diese aber komplett unwirtschaftlich und die benötigten Preise lassen sich nicht am Markt durchsetzen. Die Lack- und Lackplattenkosten sind im Vergleich sehr hoch. Zudem landen bei einem Rüstprozess in unserer Anlage immer rund 6 Kilogramm Lack für Einund Auslauf in der Tonne (was einem Gegenwert von ca. 100 Euro entspricht). Diese Fixkosten tun natürlich sehr weh, wenn man nicht mehrere Aufträge zusammenstellen kann. Man fährt kostentechnisch trotz zusätzlicher Transportkosten folglich meist immer besser, einfach nur zu drucken und das Ganze zum Veredeler zu schicken. Dieser hat deutlich geringe Kosten für seinen normalen UV-Lack und seine Siebdruckformen. Darüber hinaus hatten wir die Erwartung, verstärkt Folien bedrucken zu können. Hier ist das Fenster meiner Meinung nach im Niedrigenergie-UV-Offset einfach zu schmal, d. h., nur wenige Folien mit der genau passenden Oberflächenspannung lassen sich mit vernünftiger Haftung und Folienfarbserien bedrucken. Ein richtiger UV-Drucker hat hier einfach viel mehr Möglichkeiten, der Foliendruck ist dort somit einfach besser aufgehoben. Inwieweit beziehen Sie die Technologie in den Dialog mit Ihren Kunden ein? Wirkt sich der UV-Offsetdruck verkaufsfördernd für Sie aus? Einige wenige Kunden fordern speziell den Druck im Niedrigenergie-UV-Offset. Dem Großteil der Kunden ist die Technologie im Hintergrund aber egal, hier zählt das Produktergebnis. Sicherlich lassen sich im ungestrichenen Papierbereich gute Ergebnisse erzielen, aber in meinen Augen sind die Unterschiede zu einem guten konventionellen Druck auf Naturpapier – inkl. Dispersionsschutzlack – visuell, kosten- und ablauftechnisch nur sehr gering. Als Fazit bin ich mir nicht sicher, ob wir heute noch einmal in die Technologie investieren würden. Da wir eine Kombi-Maschine besitzen, werden wir diese einfach umstellen, falls irgendwann die Contra- länger als die Pro-Liste wird. Momentan ist Letztere gerade noch knapp in Führung (lacht). 03/2018 // XI