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NUTZEN TARIFPOLITIK

NUTZEN TARIFPOLITIK TARIFRUNDE 2018 „Wir stehen im Wettbewerb mit den neuen Medien“ Am 17. September haben die Tarifverhandlungen zwischen bvdm und ver.di über ein neues Lohnabkommen für die Druckindustrie begonnen. Auch die Zukunft des Manteltarifvertrages ist offen. Die Arbeitgeber wollen modernere und flexible Arbeitsbedingungen, die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um 5 Prozent für 12 Monate. Entscheidend ist es nun, Lösungen auszuhandeln, die die Betriebe zukunftsfähig machen. NUTZEN sprach hierzu mit Sönke Boyens, dem Verhandlungsführer des bvdm. ver.di fordert eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 5 Prozent für 12 Monate. Ist das realistisch? Diese Erhöhung bei einer so kurzen Laufzeit verträgt die Branche nicht. In den vergangenen zehn Jahren sind die Tariflöhne der Branche um 14,7 Prozent gestiegen. Der Produktivitätszuwachs in diesem Zeitraum lag jedoch – je nach Berechnung – lediglich zwischen 1,7 Prozent bzw. 3,9 Prozent. Und in den vergangenen beiden Jahren stagnierte die Produktivität sogar. Ein solches Ungleichgewicht hält kein Unternehmen auf Dauer aus. Auch die niedrige Inflationsrate rechtfertigt nicht die Tariferhöhung, die ver.di vorschwebt. Aber die gesamtwirtschaftliche Lage ist doch gut? Das mag derzeit so sein, davon profitiert aber nicht automatisch jede Branche: Die Umsatzentwicklung unserer Betriebe jedenfalls hält mit dem gesamten verarbeitenden Gewerbe seit Jahren nicht mit. Und dieser Trend setzte sich auch letztes Jahr fort. Kostensteigerungen insbesondere beim Papier sowie bei Transportund Logistikdienstleistungen setzen die Unternehmen unserer Branche zusätzlich unter Druck. Wir müssen also sehr vorsichtig und realistisch handeln. Nach Ansicht von ver.di sollten die Unternehmen einfach die Preise erhöhen, um Lohnerhöhungen zu finanzieren. So etwas kann nur jemand fordern, der nie selbst in einem freien Markt sein Geld verdienen musste. Im Fall von ver.di sind solche Vorschläge sogar zynisch, denn die Gewerkschaft weiß genau, dass sich unsere Unternehmen in einem harten Wettbewerb befinden. Weil Werbebudgets zunehmend in die Online-Medien gehen. Aber auch gegenüber dem Ausland: Produzenten aus Osteuropa und Asien werben massiv um Kunden und gerade Konzerne mit ihrer preisorientierten Einkaufspolitik springen zunehmend auf deren Angebote an. Natürlich wünschen wir uns höhere Verkaufspreise, aber man muss sie im Markt auch durchsetzen können. Im Zweifel verlieren wir eher an Aufträgen und damit auch Arbeitsplätze. Zudem führt ein zu hohes Tarifniveau dazu, dass unsere Betriebe auch im Vergleich zu anderen Informationsbranchen ins Hintertreffen geraten. Warum haben die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag gekündigt? Die Regelungen im Manteltarifvertrag stammen aus einer Zeit, als es der Branche deutlich besser ging und die Konkurrenz lange nicht so stark war. Wer früher Informationen verbreiten wollte, konnte das nur über das Fernsehen, Radio und gedruckte Medien machen. Das ist heute ganz anders. Heute steht unsere Branche im Wettbewerb mit schnellen, flexiblen und kostengünstigen Unternehmen. Um nicht unterzugehen, brauchen wir Lösungen, die zukunftsfähig sind. Im Wettbewerb des digitalen Zeitalters geht das nur mit Regelungen, die dem Bedarf der Unternehmen gerecht werden, ohne dabei die Mitarbeiter zu überfordern. Wir sind sicher, dass wir ver.di hier ausgewogene Lösungen vorgeschlagen haben. Was erwarten Sie von den weiteren Gesprächen mit ver.di? Es ist wichtig, dass ver.di erkennt, dass der Wettbewerb nicht nur zwischen den Druckereien untereinander besteht, sondern vielmehr zwischen den Branchen. Sonst werden die Verhandlungen sehr hart. Wir wollen einen für alle tragbaren Abschluss erreichen. Unser Ziel ist es, dass die Druckindustrie auch in Zukunft neben den neuen Medien bestehen kann, um damit viele Arbeitsplätze zu erhalten. Tarifverträge aus dem letzten Jahrhundert helfen nur unserem Wettbewerb aus den anderen Branchen. 24 // 03/2018

VERTRIEBSKONGRESS FÜR DEN MITTELSTAND AM 07.11.2018 Diskutieren Sie mit Kunden, Zulieferern und Experten aus Forschung und Beratung die Märkte, Strategien und Prozesse von morgen. Der TREFFPUNKT INNOVATION des bvdm am 27./28. September 2018 in Berlin bietet Inspiration und spannende Debatten zum Thema „Vom Produktanbieter zum Systempartner – Innovative Konzepte für Problemlöser“. Für alle, die nicht nur zuhören, sondern mitreden möchten … Torsten Wehnert Birgitta Heinlein Roger Rankel Stefan Klinksiek Martin Limbeck Vinzenz Schmidt Mehr Informationen unter: www.bvdm-online.de/ TreffpunktInnovation Unternehmensnachfolge ÜBERGABE ODER VERKAUF? 14. November 2018 Zentrum für Druck und Medien bei München Unternehmensnachfolge aus allen wesentlichen Perspektiven umfassend kennenlernen: vom Vererben über Verkauf und Aufkauf bis hin zur Übernahme. Mit Experten zu allen relevanten Themen und anschaulichen Praxisbeispielen. Veranstalter: 06. Februar 2019 CCD Congress Center Düsseldorf www.ddk2019.de Bundesverband Druck und Medien e. V. und seine Landesverbände drupa Weitere Informationen und Anmeldung unter www.vdmb.de/veranstaltungen 03/2018 // 25