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NUTZEN DIE PROFIS „Wer

NUTZEN DIE PROFIS „Wer auffällt, kommt leichter ins Gespräch!“ Esser printSolutions hat sich vom kleinen Familienunternehmen zu einer der führenden Digitaldruckereien Europas entwickelt. Mitverantwortlich für den Erfolg ist Diana Esser, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann Markus Esser und Jo Bloss, Mitglied der Geschäftsleitung, leitet. Zum Interview für NUTZEN kommt sie im pinkfarbenen Jackett und stellt gut gelaunt klar: „Wer auffällt, kommt leichter ins Gespräch und so vielleicht zu neuen Kunden.“ War Unternehmerin Ihr Traumberuf? Nein, überhaupt nicht. Ich hatte viele Träume, wollte nach dem Abi Journalistin werden und die Welt sehen. Aber dann kam die Liebe dazwischen und ich musste mich entscheiden, ob ich mit Markus die Druckerei übernehme oder eigene Wege gehe. Wie gelang Ihnen der Einstieg? Ich lernte Industriekauffrau und wechselte 2000 zu Esser. Für die Belegschaft war ich aber „die Chefin ohne Ahnung“. Also stürzte ich mich in die Weiterbildung. In einem Seminar bei Heidelberger Druck hörte ich erstmals etwas vom Digitaldruck und war sofort fasziniert. Endlich konnte ich im Betrieb mit Dingen punkten, von denen die anderen noch keine Ahnung hatten. Grund zur Freude hat Diana Esser, Esser printSolutions in Bretten: „... und wir wachsen weiter.“ BILDER: GERD SCHEFFLER 26 // 03/2018

NUTZEN DIE PROFIS War das die Geburtsstunde von Esser printSolutions? Ja. Ich steckte meinen Mann mit meiner Begeisterung an. Dann ging alles ganz schnell: Die alten Räume waren zu klein, um zu expandieren, und wir bauten einfach neu. Obwohl Esser seit 1905 existiert, spürten wir sowas wie Gründerspirit. 2001 stand der Neubau und unsere erste Digitaldruckmaschine ging in Betrieb. Trotz Millionenkredit konnte ich gut schlafen. Wir wussten, das ist der richtige Weg. Legt Wert auf persönliche Kommunikation: Inhaberin und Azubi besprechen die Kundenaufträge. Sahen das die Mitarbeiter auch so? Gestandene Offset-Drucker, die nur „Heavy Metal“ gewohnt waren, wollten sich anfangs natürlich nicht an einen „Kopierer“ stellen. Aber bald waren auch sie fasziniert. Ich selbst konnte die Mitarbeiter durch harte Arbeit überzeugen, erkämpfte mir Autorität durch mein Wissen um den Digitaldruck. 2013 haben wir dann die letzte Offset-Maschine verkauft. Wie kamen und kommen Sie an neue Aufträge? Ich erkläre den Kunden, welchen Mehrwert wir bieten. Ich habe schon oft selbst Ware ausgeliefert, um Betriebe von einer anderen Seite zu sehen. Ich will wissen: Was machen die? Was geht da ab? Das ist wichtig für neue Ideen. Anfang der 2000er begannen die Ratingagenturen und Banken, Lagerhaltung negativ einzustufen. Also boten wir Firmen an, just in time Bücher, Broschüren und mehr für sie zu produzieren. Einem Stammkunden, der früher jeden Monat Berge von Broschüren bekam, liefern wir heute Manuals in einem eng verzahnten Prozess 4-mal täglich direkt ans Band und er wurde zum Top-Kunden. Wie kommen Sie auf neue Ideen? Ich überlege: Wer braucht kleine Auflagen und hohe Flexibilität. Ich höre zu und wir reden im Team. So habe ich neue Branchen erobert und wir drucken heute Fotobücher, Bücher in Miniauflagen, Abi-Zeitungen, Schulungsunterlagen und mehr. Die besten Ideen kommen mir beim Bügeln. Die Hände sind beschäftigt, aber der Kopf ist dann frei. Wie ist Ihr Kontakt zum Wettbewerb? Gut. Man kennt sich, tauscht sich aus. Eine gute Plattform, um sich kennenzulernen, sind für mich neben Messen und Herstellertagen die Veranstaltungen des Verbands. Ein Austausch über Firmengrenzen hinweg ist immer inspirierend. Letztlich haben wir doch die gleichen Probleme mit neuen Maschinen, mit Tarifabschlüssen oder was auch immer. Ihr Konzept geht offensichtlich auf? Ja, Esser printSolutions wächst. Wir sind 2001 gestartet mit 15 Mitarbeitern und einem Umsatz von einer Million Euro. 2008 durften wir anbauen und die Produktionsfläche verdoppeln. Heute haben bei uns 60 Menschen einen festen Job. Der Umsatz lag 2017 bei rund 7 Millionen Euro und wir wachsen weiter. Wir suchen einen Medientechnologen Druck und einen Medientechnologen Druckweiterverarbeitung und wir würden im Herbst gerne einen weiteren Ausbildungsplatz besetzen. Was treibt Sie an? Mein Ehrgeiz und meine Ungeduld. Ich bin froh und dankbar, eine tolle Tochter zu haben und einen Mann, der meine Ideen mitträgt und mich unterstützt. Er ist der Analytiker und erdet mich, wenn mein Temperament mal wieder durchgeht. Sollte Ihnen eine gute Fee einen Wunsch frei geben … … würde ich mir Gesundheit wünschen, für meine Familie und mich. Denn auch das habe ich gelernt: Wenn das nicht mehr stimmt, ist alles andere nichts wert. 03/2018 // 27