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NUTZEN DRUCK AUF BERLIN

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL Greenprinting statt Greenwashing BILD: FOTOLIA/BVDM Wer behauptet, digitale Kommunikation sei umweltfreundlicher als Print, bewegt sich auf gefährlich dünnem Eis. Aber genau das tun Unternehmen und Organisationen immer wieder. „Der Umwelt zuliebe“ schaffen sie gedrucktes Informationsmaterial ab und rufen öffentlich zur Nutzung der Online-Medien auf. Tatsächlich hat die Umwelt gar nichts von solchen Aktionen. Gerade die deutschen Druckunternehmen gehören seit Jahren zu den transparent produzierenden, umweltengagierten Vorreitern in unserer Wirtschaft. Der öffentlich – und im Namen der Umwelt – proklamierte Umstieg von Print auf Online ist also eher eine fragwürdige Imagepolitur (oder verkappte Sparmaßnahme) als faktengestütztes Handeln. Zu Lasten von Verbrauchern und zu Lasten einer modernen, sauber arbeitenden Branche. Aktiv gegen Irreführung von Kunden Dem Greenwashing durch den Wechsel von Print auf Digital sagt der bvdm daher seit Juni 2018 den Kampf an. Unter dem Motto „Greenprinting statt Greenwashing“ macht der Verband deutlich, dass digitale Kommunikation nicht umweltfreundlicher ist als Print. www.bvdm-online.de/greenwashing führt die wesentlichen Argumente auf, mit denen Greenwashing durch die Entsagung von Print begegnet werden kann. Zudem folgt der bvdm Hinweisen auf „Greenwasher“ und fordert diese dazu auf, ihre irrführenden Argumentationen zu korrigieren. So geschehen bei einer großen Fluggesellschaft, dem Einzelhandel Es ärgert mich, wenn Unternehmen versuchen, sich durch Printverzicht grün zu färben – insbesondere, wenn sie in Branchen arbeiten, die in Umweltfragen deutlich angreifbarer sind als unsere. Einem großen deutschen Automobilhersteller haben wir jüngst im persönlichen Kontakt deutlich gemacht, was wir davon halten.“ Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. 32 // 03/2018

NUTZEN DRUCK AUF BERLIN UND BRÜSSEL und einem großen deutschen Automobilbauer. Dessen Niederlassungen erklärten ihren Kunden, „der Umwelt zuliebe“ keine Kataloge mehr zu drucken. Kunden wurden stattdessen an ein Info-Terminal verwiesen. Die Waldfläche Europas wird größer Entgegen landläufiger Meinungen forstet die europäische Papierindustrie mehr Wald auf, als sie verbraucht. Dem europäischen Papierindustrieverband CEPI zufolge kommen jährlich 33 Prozent mehr Bäume hinzu, als gefällt werden. Zudem wird Papier recycelt, Farben sind abbaubar, viele Druckereien überprüfen freiwillig regelmäßig ihre Energie- und CO2-Bilanz bzw. kompensieren ihre Produktionen durch Investitionen in Emissionsminderungsprojekte. Und immer mehr Betriebe arbeiten nach den Leitlinien des Blauen Engel bzw. sind aktive Mitglieder der Klimainitiative, die die Druck- und Medienverbände vor mehr als zehn Jahren gegründet haben. Von derart nachhaltigem Arbeiten sind die Anbieter der digitalen Kommunikation weit entfernt. Der bvdm kämpft für Print Aufgrund erfolgreichen Drängens des bvdm und seiner Partner unterliegen heimische Hölzer wie auch nach Europa importiertes Holz strenger Aufsicht. Seit der Einführung der EU-Timber-Regulation sind Marktteilnehmer, die Holz und Holzerzeugnisse erstmals in Europa in Verkehr bringen, zum Nachweis verpflichtet, dass es sich um Holz und Holzerzeugnisse aus legalem Einschlag handelt. Im Rahmen der Kampagne „Keep me Posted“ setzt sich der bvdm im Schulterschluss mit Partnerverbänden dafür ein, dass alle Verbraucher das Recht haben, Dokumente weiterhin in Papierform zu erhalten. Damit wird Unternehmen und Organisationen begegnet, die Rechnungen, Belege undFormulare nur noch per Mail versenden. „Keep me Posted“ kämpft dafür, dass kein Bürger zur digitalen Kommunikation gezwungen oder zusätzlich belastet wird, wenn er Informationen und Dokumente gedruckt per Post erhalten möchte. Die Fakten: » Print ist nachhaltig. Das beweist die Klimainitiative der Verbände. Sie ermöglicht es teilnehmenden Druckereien, zu ermitteln, welche Emissionen durch einen Druckauftrag erzeugt werden und die entsprechende Menge zu kompensieren. In den vergangenen zehn Jahren wurden so bereits 185.000.000 Kilogramm CO2 kompensiert. Mehr über die Klimainitiative erfahren Sie unter www.klima-druck.de » Die europäische Papierindustrie forstet mehr Wald auf, als sie verbraucht. Jedes Jahr. Die Waldfläche in Europa schrumpft also nicht, sondern wächst: Und zwar von 2005 bis 2010 um 512.000 Hektar. Das entspricht einer Fläche von 1,5 Millionen Fußballfeldern. Die Wälder sind heute über 30 Prozent größer als in den 1950ern. » Nach Europa importierte Hölzer unterliegen strengster Aufsicht. Dafür sorgt die europäische Holzhandelsverordnung (EU Timber Regulation/ EUTR). Sie dient der weltweiten Eindämmung illegal eingeschlagenen Holzes und soll dessen Vermarktung in der EU unterbinden. Alle Marktteilnehmer, die in der EU Holz oder Holzprodukte erstmalig in Verkehr bringen, müssen dafür sogenannte Sorgfaltspflichten gemäß der EUTR erfüllen. » Printmedien sind nicht per se umweltschädlicher als digitale Kommunikation. Zu diesem Schluss kommt eine Vergleichsstudie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. zum Umwelteinfluss von Printmedien und E-Medien. » Digital verschlingt immense Ressourcen. Dazu tragen die Gewinnung seltener Erden, die energieaufwendige Produktion, der Stromverbrauch für den Betrieb von Geräten und Servern und die Entsorgung bei. Dass die Nutzungsdauer von digitalen Endgeräten relativ kurz ist, macht es nicht besser. » Die Herstellung eines PCs samt Monitor verbraucht 2.790 kWh (dafür kann man 365 Tage im Jahr drei Stunden täglich die Waschmaschine laufen lassen), 500 kg bis 1.500 kg wertvolle Rohstoffe, 23 kg Chemikalien und setzt 850 kg Treibhausgas frei. » Das Recycling von Tablets, Smartphones und PCs ist bei weitem nicht zufriedenstellend gelöst. So lagern nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe 124 Millionen Handys ungenutzt in deutschen Schubladen. Darin enthalten sind 2,9 Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber und 1.100 Tonnen Kupfer, die recycelt werden könnten. Allerdings auch Schadstoffe, die umweltgerecht behandelt werden müssen. NENNEN SIE UNS GREENWASHER Kennen Sie Beispiele für Greenwashing durch Printverzicht? Schreiben Sie uns und wir setzen uns mit den Unternehmen oder Institutionen in Verbindung: info@bvdm-online.de 03/2018 // 33