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NUTZEN 150 JAHRE

NUTZEN 150 JAHRE BUNDESVERBAND Technischer Wegbereiter Unternehmer, Techniker und Tüftler revolutionierten Verfahren, erfanden neue Materialien, konstruierten neue Maschinen und trugen zum Siegeszug der gedruckten Medien bei. Bereits 1924 reiste der Verband mit 18 Mitgliedern in die USA. Die Erkenntnis: Dort lief vieles schneller und effizienter. Davon angespornt wurde dann hierzulande umso intensiver an Optimierungen und Rationalisierungen von Produktionsprozessen gearbeitet – nicht zuletzt im Verbandsausschuss Technik und Forschung. Der Bundesverband setzte einen Meilenstein, als er mit der Fogra und der Ugra Handbücher zur Standardisierung des Offsetdrucks entwickelte. Er vertrat den neuen Standard auch bei der Internationalen Organisation für Normung (ISO), und im Jahr 2001 erschien die Workflow­Anleitung erstmals unter dem Namen „ProzessStandard Offsetdruck“ (PSO). Gleichermaßen wegweisend war die „Altona Test Suite“. Tausende Druck- und Medienbetriebe sowie Systemhersteller setzten das Standard-Prüfmittel weltweit umgehend ein. Und bis heute unterstützt der Verband die Betriebe ganz konkret. Mit seiner Arbeit in Normungsausschüssen, mit Forschungsprojekten, Fertigungstestläufen, Leitlinien für Maschinenabnahmen und nicht zuletzt mit fundierten Entscheidungshilfen für die Zukunft – in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Bild: Annalen der Typographie Angetrieben wurde die Presse entweder mithilfe einer Kurbel oder durch Treten wie an einem Spinnrad. Bild: bvdm Der Digitaldruck bietet Kunden der Druckindustrie völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation. Und den Druckern neue Märkte und Geschäftsmodelle. Künstliche Intelligenz verändert die Druck- und Medienproduktion Alle Welt spricht über künstliche Intelligenz. Obwohl sie noch in den Kinderschuhen steckt, hat sie ihren Siegeszug bereits angetreten – und wird Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsprozesse gewaltig umkrempeln. Auch und gerade in der Druck- und Medienwirtschaft. Künstliche Intelligenz (KI) kann eine große Zahl gleichartiger Aufgaben eigenständig abarbeiten. Damit bietet sie sich an, wenn der Einsatz konventioneller Algorithmen und menschlicher Arbeitsleistung aufwendig ist. Statt auf einen vordefinierten Lösungsweg zurückzugreifen, lernt das KI-System zunächst anhand von Trainingsdaten mit vorgegebenen Lösungen. Das System wird dadurch befähigt, im gelernten Kontext mit Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten umzugehen. Es simuliert auf diese Weise intelligentes Verhalten. 12 // 03/2019

NUTZEN 150 JAHRE BUNDESVERBAND Der Schlüssel zu KI: Daten, Daten, Daten Schon heute wird KI genutzt, um Medieninhalte zu analysieren, zu interpretieren und sogar zu erzeugen. Das kommt nicht von ungefähr. Künstliche Intelligenz bedarf großer Datenmengen, und Medieninhalte werden heute sämtlich digitalisiert. „Daten sind das neue Öl“, heißt es. Nicht ohne Grund haben die Platzhirsche unter den Cloud-Service-Anbietern – Amazon, Google, Microsoft, IBM und Alibaba – auch bei den KI-Lösungen die Nase vorn. Adobe, führender Anbieter von Kreativitätswerkzeugen für Mediendienstleister, stellt seine professionelle Software seit 2013 ausschließlich cloudbasiert bereit und stattet sogar seine Programme für Privatanwender mit künstlicher Intelligenz aus. Auch Mediendienstleister sitzen oft an ergiebigen Datenquellen – und sollten sich bewusst sein, welchen Wert diese darstellen. Vom Chatbot über die Qualitätssicherung bis hin zur Logistik-Steuerung tut sich für Druck- und Mediendienstleister außerdem eine Fülle von Möglichkeiten auf, künstliche Intelligenz zur Steuerung von Prozessen einzusetzen. Schon heute lassen sich KI-gestützt kosten- und terminoptimierte Druckpläne und komplexe Sammelformen erzeugen, die sich dynamisch an den Auftragseingang anpassen. Künftig könnte KI auch der Robotik zum Durchbruch verhelfen, beispielsweise durch eine optische Lageerkennung beim Konfektionieren von Warenproben. Wertschöpfung verlagert sich Hard- und Softwareanbieter verlagern immer mehr operative Tätigkeiten ihrer Kunden in die eigenen Systeme. Indem sie die Prozesse zahlreicher Anwender ständig beobachten und auswerten, schaffen sie eine Datenbasis für KI­Lösungen, die einzelne Nutzer niemals erzeugen könnten. Mit der Zunahme online angebundener Druckereien werden auch die Angebote der Druckmaschinenhersteller weiter ausreifen: von der vorbeugenden Wartung über die Materiallogistik bis hin zur Beratung bei der Prozessoptimierung. Damit steigt die Effizienz der einzelnen Nutzer – aber auch die ihrer Wettbewerber. Durch KI werden Kunden, deren Fotos man früher noch über Nacht in Niedriglohnländern freistellen ließ, künftig selbst professionell anmutende Ergebnisse erzielen: Mit wenigen Klicks oder gesten- oder sprachgesteuert tauschen sie Bildhintergründe aus, legen sinnvolle Bildausschnitte für verschiedene Seitenverhältnisse fest, verwandeln Winter- in Sommermotive und Tag- in Nachtaufnahmen, zaubern abgebildeten Personen ein strahlendes Lächeln ins Gesicht, verschlagworten Bilddateien und texten Bildunterschriften. Kreativität und Systemdenken gefragt Wenn aber Zulieferer und Kunden mithilfe von KI wesentliche Teile der Wertschöpfung selbst übernehmen, was bleibt dann für den Mediendienstleister zu tun? Künstliche Intelligenz löst Aufgaben nur in einem sehr begrenzten Rahmen. Dennoch befreit sie als „zusätzliche Arbeitskraft“ von Routineaufgaben und schafft damit Raum für Innovationen. Denn trotz aller spektakulären Versuche, künstliche Intelligenz mit einer Art von Kreativität auszustatten, werden Maschinen nicht so schnell gute Schriftsteller, Komponisten und Maler werden. Und auch keine Unternehmer, Manager oder Entwickler. Konzentration auf unternehmerische Kernaufgaben Mit künstlicher Intelligenz ließe sich eine Beschreibung dieses roman16 bvdm-Referenzbildes automatisch erstellen. Bild: bvdm KI ist weit davon entfernt, zu erkennen, wie diese Welt funktioniert. Je einfacher einzelne Fertigungsschritte, wie Bildbearbeitung oder Druck, zu beherrschen sind, desto mehr können und müssen also die unternehmerischen Kernaufgaben in den Fokus rücken: Kundenbedürfnisse erkennen und wecken. Kreative Produkt- und Dienstleistungsangebote entwickeln und durch sinnvoll vernetzte Prozesse realisieren. KI kann dabei durchaus unterstützen, zu lösen sind diese Aufgaben aber letztlich nur mit menschlicher Intelligenz. 03/2019 // 13

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Nutzen 4-2019 vdmno

Aus- und Weiterbildung im NordOsten (bkdmno)

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