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Die Königsdisziplin ist

Die Königsdisziplin ist der Printshop mit Onlinegestaltung sind de-facto kundenspezifische Shops mit online individualisierbaren Geschäftsdrucksachen oder Werbeartikeln im Corporate Design des Kunden. Die Workflows und Zugriffsberechtigungen sind an den Bedürfnissen des jeweiligen Kunden ausgerichtet. Somit ist ein Closed Shop immer ein Kundenshop und nur für diesen zugänglich. Diese Beschreibungen machen deutlich, dass ein Closed Shop mit Onlinegestaltung nie von der Stange kommen kann. Solche Umsetzungen sind immer Projektarbeit und kommen nur höchst selten vollständig ohne Individualprogrammierung aus. Deshalb kommen für derartige Vorhaben nur spezialisierte Web-to-Print Anbieter als Softwarepartner infrage, die eben nicht nur Lizenzen verkaufen, sondern ein Gesamtpaket. Neben reinen Shop-Funktionalitäten sind diesen Lösungen noch explizite Web-to-Print Spezifika hinzuprogrammiert. Auch das Hosting ist in aller Regel im Preis inbegriffen und wird meist vom Anbieter selbst in einem zertifizierten Rechenzentrum vorgenommen. Vertrauenswürdige Anbieter von W2P-Lösungen müssen sich Abteilungen für die Entwicklung, den Vertrieb, das Projektmanagement und den Support leisten. Für solche Lösungen werden Lizenzgebühren fällig und es entstehen zusätzlich laufende Kosten während der Nutzung. Explizite W2P Closed Shops versprechen einer Druckerei jedoch den größten Erfolg, weil sie auf den Kunden und dessen Bedürfnisse maßgeschneidert werden können, was eine Chance gerade für die Kleinen im großen Haifischbecken ist. Schließlich ist eine hohe Kundenbindung damit verbunden. Auch rücken solche Services die Preise für die Druckprodukte selbst in den Hintergrund. Genau deshalb ist dies die Königsdisziplin von Web-to- Print. Klassische Kernkompetenzen einer Druckerei bleiben weiterhin gefragt, nämlich die individuelle Kundenberatung und der Entwurf von maßgeschneiderten Lösungen. Explizite Kompetenzen im Onlinehandel treten jedoch in den Hintergrund, da für solche Shops kein (Online-) Marketing betrieben werden muss. Ganz anders sieht es bei einem Open Shop aus. Denn dieser ist ohne Authentifizierung zugänglich. Solche Shops beinhalten meist nur Produkthüllen ohne ein spezifisches Produktdesign, weil keine gestaltete Vorlage dahinter liegt. Ein Open Shop muss naturgemäß bekannt gemacht werden, und zwar online. Häufig ist das kein vertrautes Terrain für eine Druckerei. Die unzähligen offenen Printshops mit PDF-Upload konkurrieren untereinander und bieten oft identische Leistungen. Preise, Lieferzeiten und Services sind nicht nur online vergleichbar, sondern entscheiden sehr direkt über den Erfolg. Wer Standard-Produkte über einen Open Shop verkaufen will, muss sich genau dieser Konkurrenz stellen und die Regeln akzeptieren, die für dieses Geschäftsmodell gelten. Denn der „digitale Laufkunde“ recherchiert Anbieter bei Google, selektiert seinen Druckpartner wiederholt nach Preis und Service und erwartet eine Lieferung häufig schon am nächsten Tag. Auch wenn Sie alles für die Kundenzufriedenheit getan haben, heißt das nicht, dass dieser beim nächsten Mal wieder bei Ihnen bestellt. Sollten Sie also in Erwägung ziehen, einen Open Shop aufzubauen, fragen Sie sich, ob Sie diesen Anforderungen gerecht werden können … oder wollen. Für einen Open Shop brauchen Sie ein klar erkennbares Alleinstellungsmerkmal, mit dem Sie sich von den vielen bereits existierenden Angeboten unterscheiden und welches sich aktiv und glaubhaft vermarkten lässt. Sonst ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie nicht nur eine Menge Geld verbrennen, sondern auf der Strecke auch Ihre Motivation abhanden kommt. Der erfolgreiche Aufbau eines Open Shops ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Fazit Reine Open Shop Umsetzungen, über Umwege auch mit einem einfachen PDF-Upload ohne Rendering einer Voransicht, sind mit den einleitend erwähnten E-Commerce-Lösungen durchaus realisierbar. Solche Standard-Shops ermöglichen es Ihnen, sich mit geringen Einstiegskosten im Onlinegeschäft zu erproben und Erfahrungen zu sammeln. So können Ideen schnell umgesetzt werden, ohne dabei viel Geld zu verbrennen oder sich auf Jahre hinweg in vertragliche Abhängig- VI // 03/2019

Bildquelle: „Online Shopping“ von Sari Montag, lizensiert unter CC BY-SA 2.0 Integration von Web-to-Print als Plugin in einer E-Commerce Plattform am Beispiel der „Print Lounge“ von Lead-Print. keiten zu begeben. Die zahlreichen Anbieter von Standard-Shops ermöglichen Ihnen in aller Regel jedoch keinen expliziten Printshop. Denn je mehr Print-Spezifisches gefragt ist, je unwahrscheinlicher ist die Realisierbarkeit mit solchen Lösungen, je besser sind aber die Aussichten, Ihren Shop mit Erfolg zu etablieren. Worum geht es dabei beispielsweise? » Online-Kalkulation für Printprodukte » Online-Individualisierung von gestaltbaren Vorlagen inkl. Voransicht » Anbindung von MIS-Lösungen (Kalkulation, Druckjobverwaltung, Controlling) » Integration in Print-Workflows, z. B. auf Basis von (X)JDF » Upload und Prüfung von PDF-Druckdaten Etablierte Anbieter von expliziten W2P-Lösungen bieten heute allerdings auch Plugins für bekannte E-Commerce-Plattformen an, mit denen die o.g. W2P-Funktionalitäten erweitert werden können. Der bekannte W2P-Anbieter Lead-Print beispielsweise hat solche Plugins für xt:commerce, Shop- Ware oder Magento im Portfolio. Das Plugin wird dabei im Hintergrund in die normale Prozesskette des Standard-Shops eingebunden, wie in der Abb. zu sehen. Ein anderer etablierter Anbieter aus Deutschland, CloudLab, entwickelt eigene W2P-Lösungen sogar grundlegend auf Basis von Magento, der weltweit größten Open-Source-E-Commerce-Plattform. Der Vorteil dabei ist, dass die millionenfach erprobten Standard-Shopfunktionen eingesetzt werden können, wo das Rad auch für W2P nicht neu erfunden werden muss. Somit werden Ressourcen freigesetzt, um Entwicklungsarbeit dort einfließen zu lassen, wo speziell für Druckereien die Mehrwerte entstehen. Große Shopsysteme bieten per se auch Schnittstellen zu allen Zahlungs- und Versanddienstleistern. Außerdem wird sich leichter ein freier Programmierer finden lassen, der dafür entwickeln kann. Wie man sieht, stecken in der modularen Anwendung von Open-Source-Komponenten durchaus Vorteile. Der vdmno unterstützt Sie Wenn Sie planen, einen PrintShop aufzubauen, nutzen Sie die Erfahrungen Ihres Verbandes und vereinbaren Sie einen Termin mit uns. Wir sehen uns gemeinsam an, welche Lösung die richtige für Sie ist. 03/2019 // VII

Aus- und Weiterbildung im NordOsten (bkdmno)

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