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Miss Marple aus Berlin

Miss Marple aus Berlin ... Die Ergebnisse des 28. Gestaltungswettbewerbes für Auszubildende zum Mediengestalter sind angekommen. Heute ist wieder Jury-Treffen! Gespannt betrete ich den Raum, in dem wir uns als kompetente Fachleute zusammenfinden. Die eingegangenen Arbeiten sind ausgedruckt und zum Betrachten ausgelegt. Auch dieses Mal ist es wieder eine Aufgabe, die spezifische gestalterische Herausforderungen in sich birgt. Die Krimi-Fachbuchhandlung „Miss Marple“ von Frau Hüppe in Berlin versendet monatlich per Post einen Newsletter mit Ankündigungen von Neuerscheinungen und Veranstaltungshinweisen. Dieser Newsletter soll dem Genre entsprechend neu gestaltet werden. Hier sollen die Krimi-Liebhaber aufmerksam werden, die nie ohne frische Lektüre in den Urlaub fahren würden. Die bei den Kennern der Buchhandlung beliebte und bekannte Romanfigur Miss Marple ruft umgehend Assoziationen hervor. Sie soll in dem neuen Entwurf weiter eine präsente Rolle einnehmen. Die Teilnehmer hatten viel gestalterische Freiheit für die Umsetzung, so dass die Entwürfe sehr vielfältig daherkommen. Platz 10 Lisa-Marie Mühl aus Regen Bemerkenswert ist der reduzierte Einsatz von Farbe, Schwarz und einem sparsam eingestreuten Gelb. Das kommt auch auf zwei der insgesamt farbig gezeigten Titel der vorgestellten Bücher vor, lockert das Ganze etwas auf und verbindet alles miteinander. Die intelligent aufbereitete Typografie mit Hand-made-Touch lässt einen experimentellen Geist erkennen. Ein Lob erhielt sie für ihre Fotos vom ausgedruckten Entwurf, die sehr gut waren, um die Falzung zu verstehen. Platz 9 Celine Eichler aus Barsinghausen Mit ihrem düsteren Titel hat sie mehr Gewicht auf die Präsentation der Buchvorschläge gelegt. Sie stellt ihnen viel Platz zur Verfügung und geht sehr strukturiert vor. Die Gestalterin setzt die Lesungen in einen ordentlichen Kasten und hält sich bei allem an Schwarz und Weiß. Platz 8 Ana Martin und Jeanne Baeten aus Luxemburg Die beiden sind illustrativ sehr gekonnt unterwegs mit viel Dreck, Fleck und Klecks und mit allerlei eingestreuten, liebevoll gezeichneten Vignetten, alles in Schwarz auf dem sandfarbenen Beton. Sie stellen damit ein beunruhigendes Umfeld her, in dem Kriminalität gedeihen könnte – wären die Illustrationen nicht so lieb. Die Rückseite mit den Veranstaltungshinweisen schwächelt etwas. Aber durch die hohe Qualität der Illustrationen ist es ein lebendiger, interessanter Entwurf. X // 03/2019

Platz 7 Marnie Wäschle aus Denkingen Sie hat gleich ein ganzes Konzept entworfen mit vielen spannenden Fotos, Visitenkarten und zwei geheimnisvollen Fotos, die für weitere Zwecke verwendet werden können. Hier ist alles im Stil eines ungelösten Falles im Dunklen und jeder detektivisch Empfindende hat schon seine Antennen ausgefahren, um hineinzuspüren in das Rätsel dieses Dramas. Das Gesicht der Person mit Hut im Zentrum der Seite wird total von dem Schriftzug (Geheimsache) verdeckt. Für den Fond der nächsten Seite ist ein dunkles Rot gewählt. Platz 6 Maximilian Tschiderer aus Luxemburg Die Handschrift eines alten Menschen kombiniert mit der aus Licht und Schatten bestehenden Gesichtssilhouette auf dem Ausschnitt eines barocken Tapetenmusters ist eine raffinierte Vorlage, auf der die Phantasie Raum zum freien Spiel hat. Der vergilbte Wandputz trägt zu der Stimmung sehr bei. Die Buchtitel in Sepia fügen sich in die Stimmung dezent ein. Die Idee mit den negativen Linien, die wie Risse auf dem Putz verlaufen und der Einsatz der Initialen zeigen einen sehr geschickten Umgang mit der Typografie. Platz 5 Christina Scherbina aus Denkingen Dunkles Rot zieht sich durch alle Seiten und sieht nach Blut aus. Die Hand als Kralle, Faust mit Messer, Hand mit Zigarette, Hand mit Pistole und vermummter Mann mit Hut sind als Symbole gut gewählt und haben eine schlüssige Logik . Die durchgehende Schrägstellung der Schrift und Elemente bringt zusätzlich Spannung auf die Seiten. Platz 4 Beatrice Tarrach aus Westerstede Hier besticht die Klarheit und Einfachheit, alles ist leicht zu erfassen und sehr gut lesbar. Die Seiten sind kraftvoll gestaltet. Der sandfarbene Hintergrund wird nur bei der Veranstaltungsankündigung unterbrochen durch weiße Felder, das sortiert alles gut zusammen. Das Marple-Bild wirkt kraftvoll holzschnittmäßig und die handgedruckte Schrift darunter passt hervorragend dazu. Platz 3 Johanna Landes aus Augsburg Die Farbe von dunkelrotem Blut auf der Titelseite, angedeutete Zeichen, die alte Dame guckt lauernd von der Seite den Betrachter an, ausgelaufene Flüssigkeit breitet sich aus. Die angefressenen schwarzen Flatschen hinter den Büchern wirken eklig und das ist ja auch gewollt. Die Farbigkeit der Bücher wird durch die Schwärze der Flatschen zurückgedrängt Johanna ist total spielerisch mit Klecksen und Flecken umgegangen und man spürt ihre Lust an der Provokation. Wie bei allen Wettbewerben gilt: Alle, die mitgemacht haben, sind Gewinner ! 03/2019 // XI

NUTZEN

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Aus- und Weiterbildung im NordOsten (bkdmno)

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