Aufrufe
vor 1 Monat

Nutzen 3-19 vdmno

  • Text
  • Branche
  • Druckerei
  • Beruf
  • Bundesverband
  • Google
  • Medien
  • Arbeitnehmer
  • Bvdm
  • Druck
  • Unternehmen

Apps für das neue

Apps für das neue Porsche-Design Produkte mit neuesten Technologien perfekt in Szene setzen – das ist die hohe Kunst, die der Medienund IT-Dienstleister Meyle+Müller in Pforzheim wie kaum ein anderes Unternehmen beherrscht. Für seine Mixed-Reality-App für die Microsoft HoloLens, die gemeinsam mit externen Partnern zur Unterstützung des Designprozesses neuer Porsche entwickelt wurde, bekam Meyle+Müller Anfang des Jahres den HP Award der Druck&Medien- Industrie und wurde damit als innovativstes Unternehmen der Branche ausgezeichnet. FOTOS: MEYLE+MÜLLER Mit über 400 Beschäftigten im In- und Ausland und mehr als 100 Jahren Erfahrung hat sich Meyle+Müller zusammen mit seinen Beteiligungsunternehmen auf Lösungen, Prozesse und Services für die Omnichannel-Medienproduktion spezialisiert und ist immer mehr auch in virtuellen Welten unterwegs. „Allein im Bereich CGI (Computer Generated Imagery) und Postproduktion sind in unserer Gruppe mittlerweile rund 50 CGI Artists, Postproduktioner und Softwareentwickler damit beschäftigt, die Produkte unserer Kunden anhand von CAD-Daten in den unterschiedlichsten Varianten und für alle möglichen Ausgabekanäle zu visualisieren“, erläutert Geschäftsführer Peter Schellhorn. Der studierte Druckingenieur ist seit Anfang der neunziger Jahre im Unternehmen und verantwortet seit 2011 als Chief Marketing Officer (CMO) die Bereiche Gruppen-Vertrieb und Marketing. Das perfekte Porsche-Werbefoto Längst sind die Zeiten vorbei, in denen ein neues Auto im Vorfeld seiner Weltpremiere für viel Geld und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen rund um den Globus transportiert wurde, um Fotos vor einer atemberaubenden Kulisse zu machen. „Heute reist der Fotograf allein ohne Auto zur gewünschten Location und bringt neben den Aufnahmen viele technische Angaben wie beispielsweise Lichtverhältnisse, Brennweite, Belichtungszeit und so weiter mit, die der CGI Artist benötigt, um später die 3D-Daten des Fahrzeugs fotorealistisch in das Hintergrundmotiv zu positionieren.“ 28 // 03/2019

NUTZEN DER NUTZEN Wurde zudem mit einer Spezialkamera die Umgebung als „Sphäre“ aufgenommen, lassen sich Lichtreflexionen zum Beispiel von Bäumen oder einer Häuserschlucht im Fahrzeuglack einspiegeln. „Selbst Wassertropfen oder Schlammspritzer auf dem Heck eines Luxus-SUVs entstehen heute am PC“, so Schellhorn. Produktdesign mit HoloLens-Headsets Für den Kunden Porsche entwickelte Meyle+Müller gemeinsam mit dem Pforzheimer Softwareunternehmen medialesson eine XR-Anwendung (Mixed Reality), die den Designprozess an neuen Fahrzeugmodellen vereinfacht. Üblicherweise werden im Laufe des Designprozesses viele physische Modelle erstellt (unter anderem sogenannte Clay-Modelle aus Plastillin), anhand derer die Designer ihre Ideen visualisieren und diskutieren. Bis zum fertigen Design müssen immer wieder neue, geänderte Modelle hergestellt werden. Das kostet Geld und vor allem Zeit. Dank der Mixed-Reality-Lösung können die Designer – nun ausgerüstet mit der Microsoft HoloLens – ihre Ideen sehr schnell dreidimensional sichtbar und virtuell anfassbar machen. Bei der HoloLens beziehungsweise bei Mixed Reality passiert das in Kombination mit einem realen Fahrzeug oder einem physischen Modell. Durchs Visier der Brille kann der Nutzer holografische Elemente zum Beispiel direkt am realen Clay-Modell anfügen und die Wirkung der Designvarianten im direkten Vergleich ausprobieren und im Team diskutieren. Per Sprach- oder Gestensteuerung lassen sich Fahr- oder Motorgeräusche einspielen, kann man sich Audio-Notizen machen oder verborgene Elemente wie Motor oder Antriebsstrang mit „virtuellem Röntgenblick“ anschauen und sofort erkennen, ob überhaupt genug Platz ist für die gewünschte Änderung. Zudem lässt sich das Fahrzeug auch aus der Vogel- und jeder anderen Perspektive betrachten, während es von Luftbewegungen umströmt wird. „Der Designprozess kann so enorm beschleunigt und vereinfacht, der finanzielle Aufwand reduziert werden“, betont Schellhorn. „Wir haben für unsere Kunden schon immer Leistungen entwickelt, die es vorher nicht gab“, erklärt Schellhorn und erzählt, was in den neunziger Jahren die erste Digitalkamera im Haus auslöste. „Es ging uns dabei vor allem um die Beschleunigung der Prozesse bei uns und unseren Kunden – in unserer Vision sahen wir die Fotos, wie sie in Echtzeit beim Grafiker ankommen und sofort bearbeitet werden können.“ Meyle+Müller entwickelte die passende Software und Automatisierungstools, unterstützte die Kunden immer mehr beim Datenmanagement und beim volldigitalen Workflow. Aus Scanner-Operatoren wurden CGI-Spezialisten Schon bald wurde klar, dass die Digitalisierung die Arbeit der Scanner­Operatoren im Haus überflüssig machen würde. Also bildete man die Topspezialisten für das Einscannen von Fotos, Dias und Prints weiter und setzte sie in anderen Bereichen ein. „Wir wussten, dass wir eine disruptive Entwicklung vorantreiben, aber auch darauf kann und muss man frühzeitig reagieren“, so der Geschäftsführer. Darauf, wie die Reise nun weitergeht, ist man bei Meyle+Müller schon gespannt. Erste Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz (KI) liegen bereits vor und auch diese Technologie wird massiv vorangetrieben. Schellhorn: „Wenn man wartet, bis andere einem zeigen, wo es langgeht, kann man immer nur hinterherlaufen.“ „Wenn man wartet, bis andere einem zeigen, wo es langgeht, kann man nur hinterherlaufen.“ Peter Schellhorn, CMO bei Meyle+Müller 03/2019 // 29

Aus- und Weiterbildung im NordOsten (bkdmno)

Infobroschüre Medienfachwirt PrintIndustriemeister Printmedien.pdf