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NUTZEN NACHWUCHS SICHERN

NUTZEN NACHWUCHS SICHERN Nachwuchs verzweifelt gesucht – und gefunden! Vierzehn Unternehmen aus dem Schwarzwald entwickeln branchenübergreifendes Ferienpraktikum und begeistern Auszubildende in spe. Vor mehr als 200 Jahren eröffnete mein Urururgroßvater Ernst Kaufmann in Lahr eine Leihbibliothek und Steindruckerei und legte damit den Grundstein für unser modernes vollstufiges Druckunternehmen. Das Druckhaus Kaufmann mit mehr als 200 Beschäftigten bildet insgesamt bis zu 15 Auszubildende in den Berufen Mediengestaltung Digital und Print, Medientechnologie Druck und Druckweiterverarbeitung und Mechatronik aus. Denn wir haben ein echtes Problem: Der Nachwuchs bleibt aus. So wie uns geht es zahlreichen Betrieben der Region. Versuche mit Ausbildungsmessen, Schulpraktika und Inseraten führen meist ins Leere. Doch wie können wir junge Menschen für die Berufe in der Industrie begeistern, die sie in den meisten Fällen gar nicht kennen? Bei einem Treffen zum Thema „Azubi­Recruiting“ entwickelten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Lahrer mittelständischer Unternehmen (ALMI) die zündende Idee: ein völlig neuartiges „Super-Praktikum“, das in kurzer Zeit größtmögliche Orientierung für die Berufswahl bietet. Vier Tage auf „JobXpedition“ Das war die Geburtsstunde der „JobXpedition“, einer viertägigen „Ausbildungs-Safari“ in der zweiten Woche der Osterferien: Wir und 13 weitere ALMI-Unternehmen luden interessierte Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren ein, einen Blick hinter die Kulissen von Betrieben der unterschiedlichsten Branchen zu werfen und Berufe mit den besten Zukunftsaussichten kennenzulernen und selbst zu testen. FOTOS: ERNST KAUFMANN GMBH & CO. KG Markus Kaufmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Ernst Kaufmann GmbH & Co. KG, Druckhaus 34 // 03/2019

NUTZEN NACHWUCHS SICHERN Investition in die Zukunft Im kommenden Jahr geht die „JobXpedition“ bereits in die dritte Runde. Denn alle involvierten Unternehmen haben gute Erfahrungen mit dem außergewöhnlichen Konzept gemacht – und die Jugendlichen waren mit Feuereifer dabei. Die ersten Expeditionsteilnehmenden sind inzwischen tatsächlich Auszubildende. Der Aufwand, den wir für die „JobXpedition“ betreiben, ist zweifelsohne groß, aber wir profitieren von einem wachsenden lokalen Netzwerk und sind davon überzeugt, dass sich unser Engagement langfristig auszahlt. Wir sehen es als Investition in die Zukunft. Das Druckhaus Kaufmann Die „Job-Paten“ von ALMI-Mitglied Wagner System geben beim Abschlussevent die persönlichen Urkunden der „Expeditionsteilnehmer“ aus. Jedes Unternehmen brachte sich mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten ein. Wir steuerten zum Beispiel die Drucksachen bei, andere Unternehmen stellten „Manpower“ oder Räumlichkeiten zur Verfügung. Dann „trommelten“ wir gemeinsam: Wir hielten Pressekonferenzen ab, warben mit Unterstützung der Lahrer Schulen mit Info-Flyern, buchten Anzeigen in den lokalen Zeitungen und Plakate an allen Lahrer Bushaltestellen, richteten die Webseite jobxpedition.de ein und waren aktiv in den sozialen Medien unterwegs. Die überraschende Resonanz: Rund 150 Jugendliche meldeten sich an. Die Forschungsreise beginnt Und dann ging es los: Von Dienstag bis Freitag erhielten die wissensdurstigen „Expeditionsteilnehmer“ die Möglichkeit, vier Unternehmen und bis zu 20 Ausbildungsberufe kennenzulernen. Unsere Auszubildenden standen den Schülerinnen und Schülern während der gesamten Praktikumswoche als „Job-Paten“ zur Seite, stellten ihnen ihre Arbeitsplätze vor und nahmen sie mit auf eine für die meisten Teilnehmenden bis dahin unbekannte Reise ins Berufsleben. Dabei bezogen sie die jungen Menschen in ihre täglichen Arbeitsabläufe mit ein, ließen sie kleine Aufgaben selbstständig erledigen und erklärten ihnen, was ihren Ausbildungsberuf so besonders macht. Ein Filmteam dokumentierte das „Super-Praktikum“ für die JobXpedition-Webseite, präsentierte die einladenden ALMI-Unternehmen und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern. Den krönenden Abschluss der „JobXpedition“ bildete ein großes Event im Jugend- und Kulturzentrum Schlachthof Lahr am Freitagabend. Im Laufe des Abends erhielten die Absolventen eine persönliche Urkunde, die ein späteres Vorstellungsgespräch in den AL- MI-Betrieben garantierte. Der Schwerpunkt des 1816 gegründeten Familienunternehmens liegt im Rollen­ und Bogenoffsetdruck mit angeschlossener Weiterverarbeitung. Auf 20.000 m² Produktionsfläche druckt das Druckhaus hochwertige Magazine und Kataloge für über 350 Unternehmen in zahlreichen Ländern. Die teilnehmenden Lahrer Unternehmen CEPA, Eichner Bau, fs Etiketten, Galvanoform, Druckhaus Kaufmann, Ernst Schwarz Betonbau, NELA, Nestler, Polar-Form Werkzeugbau, Rubinmühle, Schwarzwald-Eisen, Stihler, Wagner System, Welter Zahnrad MEHR ERFAHREN jobxpedition.de Abschlussevent der „JobXpedition“ im Jugend- und Kulturzentrum Schlachthof Lahr. 03/2019 // 35

Aus- und Weiterbildung im NordOsten (bkdmno)

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