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Schauen Sie ins Heft und finden Sie Ihren persönlichen vdmno-NUTZEN. In unserem Regionalteil präsentieren wir Ihnen diesmal neben Informationen über unsere Aktivitäten auch Veranstaltungen, Unternehmen und Semi­naren aus der ­Region. Eben alles, was bei uns im NordOsten so passiert.

NUTZEN WAS WÄREN KUNST

NUTZEN WAS WÄREN KUNST UND KULTUR OHNE PRINT Kunst für Millionen Beamen wir uns einfach mal zurück in die Wohnzimmer unserer Großeltern. Was hing da an der Wand? Vielleicht ein paar Familienfotos, das Landschaftsbild eines regionalen Kreativen – und im schlimmsten Fall der legendäre röhrende Hirsch. Die gut Betuchten präsentierten sich kulturbeflissen schon mal mit aufwendigen Kunstdrucken alter Meister oder bewiesen Weltläufigkeit mit teuren Reproduktionen zeitgenössischer Malerei. Ein Original für zig Millionen hatte freilich niemand an der Wand und der breiten Masse waren die Sonnenblumen van Goghs oder der Tanz im Moulin von Renoir bestenfalls als Postkartenmotive bekannt. Das hat sich komplett verändert. Viel hat van Gogh nicht verkauft, die Schätzungen nennen höchstens zehn Bilder. Ein verarmtes Genie. Begehrt und teuer wurden seine Werke erst nach seinem Tod im Jahr 1890. 1987 wurden seine Sonnenblumen für 40 Millionen Dollar versteigert. BILDER: IAN DAGNALL, ARCHIVART, FINEART, GUY BELL / ALAMY STOCK FOTO Heute leben wir in einer Welt, die „Kunst für alle“ bereithält. Bereits in den 80er Jahren bot Ikea Poster an, die die Werke da Vincis, Michelangelos, Roy Lichtensteins oder Andy Warhols zeigten. Passable Drucke in verschiedenen Formaten, die kleinen passten auch ins WG-Zimmer zwischen Schrank und Schreibtisch. Heute brauchen wir nicht einmal mehr das Sofa zu verlassen, um uns die teuersten Sonnenblumen der Welt ins Haus zu holen – es reichen ein paar Klicks und rund 30 Euro (inklusive Versandkosten). Dieses Geschäft boomt – womit wir wieder bei der Kunst für Millionen wären. Aber jetzt haben alle etwas davon. Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Affen, 4 Millionen Dollar. 10 // 04/2019

NUTZEN WAS WÄREN KUNST UND KULTUR OHNE PRINT Kulturgut Buch behauptet sich – vor allem bei Kindern Aus Sicht der Neurobiologin Theresa Schilhab macht es gerade für Kinder einen Unterschied, ob sie Geschichten analog oder digital lesen. Im gedruckten Buch, so die Wissenschaftlerin, kann man sich leichter orientieren, weil eine räumliche Information (wo im Buch) sofort verknüpft wird mit einem inhaltlichen Bezug (an welchem Punkt der Geschichte). Für Kinder sei zudem wichtig, das Papier zu riechen, das Gewicht des Buches zu spüren, beim Lesen den eigenen Fortschritt beobachten zu können: Wie viel Buch habe ich in der linken Hand (gelesene Seiten), wie viel in der rechten (Seiten, die ich noch vor mir habe). Ein weiterer Vorteil: Die Gestalt des gedruckten Werkes – Größe, Gewicht, Farbigkeit, Schriften – gibt auch ungeübten Lesern auf einen Blick eine Idee davon, was sie erwartet und ob sie das mögen. Viel besser und schneller, als wenn sie nur ein Cover auf einem Display betrachten können. Und Mette Rabek aus einer auf Kinder ausgerichteten Bibliothek in Aarhus stellt fest: Kinder ziehen das gedruckte Buch fast immer dem digitalen vor. „Wenn ein Buch ausgeliehen ist, dann warten die Kinder lieber, bis es wieder verfügbar ist, obwohl sie das E-Book sofort lesen könnten." ANZAHL DER NEUERSCHEINUNGEN 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Die Entwicklung des Buchmarktes in Deutschland: 71.500 Neuerscheinungen kamen im Jahr 2018 auf den Markt. Vor allem der Bereich Kinderbücher zeigt sich mit erfreulichen Zahlen und bei den Kleinen sind E-Books deutlich weniger gefragt als bei den Erwachsenen. Und nicht zu übersehen ist seit Jahren der Aufwind im Sachbuchmarkt. Dieser macht zwar lediglich 11 Prozent aus, legte aber im vergangenen Jahr und vermutlich auch 2019 rund 5 Prozent zu. Das mag an der Angebotspalette liegen, die viel größer ist, als das schlichte Wort Sachbuch suggeriert. So gehören die Werke von Steven Hawking, Michelle Obama und Yuval Noah Harari dazu ebenso wie Peter Wohllebens „Das Geheimnis der Bäume“ oder Giulia Enders‘ Bestseller „Darm mit Charme“. Und ähnlich wie bei den Kinderbüchern spielen E-Books in dieser Sparte keine große Rolle. Hier gilt: Je komplexer die Inhalte sind, desto einfacher erfasst man sie auf Papier und desto besser bleiben sie im Gedächtnis haften. 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Quelle: statista David Hockney, Portrait of an Artist, 90 Millionen Dollar. Pierre-Auguste Renoir, Tanz im Moulin de la Galette, 78 Millionen Dollar. 04/2019 // 11

NUTZEN

NUTZEN 03/2020 Ausgabe NordOst
Nutzen 02/2020 Ausgabe NordOst
Nutzen 01/2020 Ausgabe NordOst
Nutzen 4-2019 vdmno