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Schauen Sie ins Heft und finden Sie Ihren persönlichen vdmno-NUTZEN. In unserem Regionalteil präsentieren wir Ihnen diesmal neben Informationen über unsere Aktivitäten auch Veranstaltungen, Unternehmen und Semi­naren aus der ­Region. Eben alles, was bei uns im NordOsten so passiert.

20 Jahre InDesign: was

20 Jahre InDesign: was war, was wird? Am 31. August 1999 veröffentlichte Adobe die erste Version von In- Design. Heute, 20 Jahre später, ist das Programm unbestritten der Platzhirsch unter den DTP-Werkzeugen. Auf diesem Erfolg sollte sich Adobe aber nicht ausruhen, denn das Zeitalter von DTP nähert sich dem Ende. Als Adobe 1999 das damals neue Desktop-Publishing (DTP) Programm InDesign vorstellte, konnte noch niemand ahnen, welche Erfolgsgeschichte sich daraus entwickeln würde. Zur Erinnerung: 1999 waren noch nicht einmal 20 Prozent der Deutschen online, und wenn, dann meist über ein 56k-Modem. Statt mit Google suchte man meist noch mit AltaVista, Lycos oder Yahoo. In der Druckvorstufe hatte sich der PDF-Workflow noch nicht durchgesetzt, denn erst 1999 erschien PDF 1.3 und Acrobat 4.0 mit allen Grundlagen, die dem PDF-Workflow zum Durchbruch verhalfen. Das DTP-System QuarkXPress war weit verbreitet, auch PageMaker, einst von Aldus entwickelt und dann 1994 von Adobe gekauft. QuarkXPress vs. InDesign BILDQUELLE: HTTPS://NEWS.ADOBE.COM/ Konnte QuarkXPress in den 90'ern noch bis zu 95 Prozent Marktanteile für sich verbuchen, so begann mit der Veröffentlichung von InDesign das Imperium von Quark zu bröckeln. Das Monopol des Einen wurde schrittweise zum Monopol des Anderen. Der Aufstieg von InDesign begründete sich aber nicht nur durch ein gutes Produkt mit revolutionären Funktionen, sondern auch durch die Unbeweglichkeit von Quark. Gerade in den Anfangsjahren von InDesign hatten Quark-Anwender große Probleme, ihre Software auf aktuellen Macintoshs zu nutzen. Quark rief jedoch weiterhin hohe Preise für Upgrades auf. Die Entwicklungen gipfelten darin, dass der damalige CEO von Quark, Fred Ebrahimi, Mac-Anwendern zu einem Wechsel der Plattform riet. Für Viele wird dies der letzte Anstoß gewesen sein, sich endgültig mit InDesign zu befassen. Zumal der Konkurrent aus dem Hause Adobe zu dieser Zeit schon sehr gut mit PDF umgehen konnte, was lange Zeit eine große Schwachstelle von QuarkXPress war. InDesign umwehte zu jener Zeit der Hauch von etwas aufregend Neuem. Insbesondere in Sachen Typografie konnte InDesign punkten. Aber auch bei vielen anderen Funktionen, die man in Quark schmerzlich vermisste. 2002 stoppte Adobe die Weiterentwicklung von PageMaker, um den Fokus ganz auf das neue Produkt InDesign zu legen. Als entscheidenden Schachzug kombinierte Adobe die Kreativwerkzeuge InDesign, Photoshop (Bildbearbeitung), Illustrator (Grafik) und Acrobat Professional (PDF) ab 2003 in der Adobe Creative Suite. Ein Bundle aus etablierter Software, welches sonst kein Konkurrent bieten konnte. Schon 2004 lag der Marktanteil von QuarkXPress nur noch bei etwa 25 Prozent. InDesign als Teil eines Ökosystems Möglicherweise erlag Quark auch dem Irrglauben, dass XPress nicht ohne Weiteres aus den hochintegrierten und datenbankgestützten Publishingsystemen verdrängt werden würde. Adobe hat InDesign aber vom ersten Tag an als Partner-Ökosystem konzipiert und SDK's zur Verfügung gestellt, die es externen Software-Entwicklern ermöglichten, InDesign mit Plugins zu erweitern oder in ihre Softwarelösungen zu integrieren. Ab der ersten Stunde von InDesign stellte Adobe mit InCopy auch ein Programm für die Textbearbeitung auf Basis der gleichen Textengine zur Verfügung, sodass Redakteure und Layouter in arbeitsteiligen redaktionellen Prozessen auf der gleichen Grundlage zeilenverbindlich XII // 04/2019

Shantanu Narayen, CEO von Adobe, bei der Adobe MAX 2019. Zahlreiche neue Produkte wurden vorgestellt, InDesign jedoch wurde nicht neu erfunden. arbeiten konnten. Schon bald gab es erste Redaktionssysteme, die mit InDesign und InCopy arbeiteten und diesen Vorteil zu nutzen wussten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Von der Creative Suite zur Creative Cloud In den folgenden Jahren veröffentlichte Adobe in einem recht disziplinierten Zyklus von etwa 18 Monaten neue Creative Suite Versionen, mit denen die einzelnen Softwaremodule sukzessive weiterentwickelt wurden, sich aber nicht revolutionär veränderten. Die Software befand sich auf dem Plateau der Produktivität und ist bis heute ein wichtiger Umsatzbringer. Zum vielleicht größten Einschnitt für viele Anwender in der grafischen Industrie kam es dann im Jahre 2013, als Adobe die Katze aus dem Sack ließ und verkündete, dass die Creative Suite 6 aus dem Jahre 2012 die letzte Kaufversion der Anwendungen gewesen sein wird und dass alle zukünftigen Versionen ausschließlich über ein Abo-Modell angeboten werden. Die Umstellung auf das Mietmodell mit den sog. »Creative Cloud« Anwendungen wird bis heute von vielen Anwendern sehr kritisch gesehen. Als kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Creative Cloud, inmitten der schärfsten Widerstände, noch bekannt wurde, dass durch einen Einbruch ins Adobe-Netzwerk 38 Millionen Kundenkonten kompromittiert wurden, gingen nicht Wenige davon aus, dass 04/2019 // XIII

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